Batterien für den EQS

Daimler baut Hochleistungs-Batteriesysteme in Stuttgart auf - die Strategie kostet Jobs

Mercedes-EQ startet Produktion von Batteriesystemen für den EQS und baut Elektro-Kompetenz weiter aus
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Für den kommenden EQS baut die Daimler AG Hochleistungs-Batteriesysteme in Stuttgart-Hedelfingen.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG wird am 15. April die vollelektrische Luxuslimousine EQS enthüllen. Für das E-Auto bauen die Stuttgarter spezielle Hochleistungs-Batteriesysteme.

Stuttgart - Die Daimler AG setzt ihren Fokus verstärkt auf die E-Mobilität und will bis 2025 mehr als zehn neue Modelle der elektrischen Baureihe EQ auf den Markt bringen. Nachdem die ersten beiden Modelle die SUVs EQC und EQA, nicht den erhofften Erfolg brachten, liegt die Hoffnung nun auf dem EQS. Das elektrische Pendant zum Mercedes-Flaggschiff S-Klasse soll am 15. April in einer digitalen Weltpremiere enthüllt werden. Im Vorfeld gab es bereits einige Details zur Form des E-Limousine und auch erste Bilder des Interieurs. Bislang hält sich Daimler mit näheren Details zum EQS noch bedeckt, setzt aber große Hoffnungen in das Modell. Das E-Auto soll zum Super-Konkurrenten für Tesla werden.

Der kommende EQS der Daimler AG basiert auf einer völlig neuen E-Auto-Architektur und setzt beispielsweise auch in Sachen Vernetzung per Hyperscreen und Sounddesign neue Maßstäbe. Kurz vor der Weltpremiere der lang erwarteten E-Auto-Hoffnung startete der Konzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart die Batterieproduktion im Stammwerk in Untertürkheim. Der schwäbische Autobauer verspricht Hochleistungs-Batteriesysteme „made in Stuttgart-Hedelfingen“, wie es in einer Daimler-Pressemitteilung heißt.

Daimler AG: Batterieproduktion für kommenden EQS - 300 Meter lange Produktionslinie

Bislang setzte die Daimler AG bei der Beschaffung von Batteriezellen für die elektrische Baureihe EQ hauptsächlich auf Zulieferer. Für den EQS geht der Traditionskonzern nun offenbar eigene Wege. Die E-Limousine wird vom Konzern als Start in eine neue Generation von Hochleistungs-Elektrofahrzeugen bezeichnet und soll eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern pro Akkuladung aufweisen. „Dank eines hocheffizienten Antriebsstrangs und Fortschritten bei der Energiedichte der Batterie“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Hochleistungs-Batteriesysteme gingen am 23. März, also erst vor wenigen Tagen im Werksteil des Stammwerkes in Stuttgart-Hedelfingen in die Produktion.

Die Daimler AG verkündete erst kürzlich, das Stammwerk in Untertürkheim zu einem Elektrocampus umbauen zu wollen, der außerdem viele Jobs kosten dürfte. Dem Werksteil im Stadtteil Hedelfingen wird nun ein besonderes wichtiger Standpunkt beigemessen. „Durch die nahtlose Integration der Batterieproduktion in die bestehende Getriebeproduktion ist das Werk Hedelfingen ein wichtiger Teil des weltweiten Batterieproduktionsnetzwerks“, heißt es.

Die Lithium-Ionen-Batterien für den EQS werden in einer 300 Meter langen Produktionslinie mehr als 70 Produktionsstationen und einer hohen Anzahl automatisierter sowie manueller Produktionsschritte gefertigt. Die Batteriefabrik in Hedelfingen hat eine Produktionsfläche von rund 16.500 Quadratmetern.

Daimler AG: Beginn der Batterieproduktion für EQS - „ein wichtiger Meilenstein“

Obwohl die Skepsis gegenüber E-Autos wächst, treibt die Daimler AG die E-Auto-Offensive weiter voran. „Unsere Elektrooffensive treiben wir mit vollem Tempo voran und untermauern dabei unser übergeordnetes Ziel der CO₂-Neutralität“, sagte Markus Schäfer, Vorstandsmitglied der Daimler AG. Der neue EQS steht nun unmittelbar vor der Weltpremiere am 15. April. „Der Produktionsstart seiner Hochleistungs-Batteriesysteme in unserem Traditionswerk in Hedelfingen ist daher ein wichtiger Meilenstein“, so Schäfer. Die elektrische Luxuslimousine soll optional mit modularen Batterielayouts ausgestattet werden, welche unterschiedliche Reichweiten- und Leistungsspektren ermöglichen, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Zellchemie der Batterien für den EQS enthalten nach Konzernangaben Nickel, Kobalt und Mangan im Verhältnis 8:1:1. Damit will die Daimler AG auch den Kobaltgehalt deutlich senken. Insgesamt soll die Batterieproduktion für das elektrische Flaggschiff vollkommen CO2-neutral ablaufen. „Die Produktion spielt eine entscheidende Rolle im Nachhaltigkeitsverständnis der Mercedes-Benz AG“, heißt es in der Mitteilung. Auch das E-Auto selbst wird in der „Factory 56“ in Sindelfingen, wo im vergangenen Jahr auch die nicht-elektrische S-Klasse vorgestellt wurde, ebenfalls CO2-neutral gebaut. Die E-Auto-Hoffnung des schwäbischen Traditionskonzerns soll im August auf den Markt kommen.

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