„Wir werden bis 2030 bereit sein“

Daimler-Chef nennt entscheidende Voraussetzung für Erfolg von E-Autos

Ein Entwurf des Daimler EQS und Daimler-Chef Ola Källenius (rechts im Bild).
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Noch ist der große Durchbruch des E-Autos in Deutschland nicht da. Daimler-Chef Ola Källenius (rechts) nennt die entscheidende Voraussetzung dafür.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG will in naher Zukunft nur noch E-Autos bauen und die CO2-Bilanz drastisch senken. Konzern-Chef Ola Källenius nennt die entscheidende Voraussetzung für den Durchbruch des E-Autos.

Stuttgart - Als die Daimler AG noch ganz am Anfang stand, war der von Namensgeber Gottlieb Daimler entwickelte Ottomotor eine Revolution in der weltweiten Mobilität. Inzwischen stellt sich in der Automobilindustrie allerdings eine neue Entwicklung ein. Die großen Autobauer setzen immer mehr auf das E-Auto, das als Zukunft des Autobaus gilt. Vor wenigen Wochen stellte die Daimler AG ihre E-Auto-Hoffnung EQS vor und wenig später den elektrischen SUV EQT. Die Schwaben haben das Ziel, in Zukunft nur noch elektrische Motoren in ihre Fahrzeuge zu verbauen.

Der Fokus auf die E-Mobilität bei der Daimler AG ist nicht nur eine unternehmerische Entscheidung. Die EU plant seit einiger Zeit, den Verbrenner zu verbieten, und auch die Grünen in Deutschland fordern ein Verbrenner-Aus bis 2030. Ursprünglich wollte der Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart bis 2039 komplett CO2-neutral produzieren. Daimler-Boss Ola Källenius bereitet den Konzern jedoch auf ein extremes Szenario in Deutschland vor und will die Transformation deutlich beschleunigen.

Obwohl es auf den Straßen bereits eine verhältnismäßig große Anzahl an E-Autos und Plug-in-Hybriden gibt, sind einige Autofahrer noch immer skeptisch. Eine Studie offenbarte, dass fast jeder zweite Deutsche nicht an den Durchbruch des E-Autos in naher Zukunft glaube. Der CEO der Daimler AG nannte nun die entscheidende Voraussetzung für den Durchbruch des E-Autos, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

Daimler AG: Konzern will Transformation zum E-Auto beschleunigen

Die Daimler AG stellte mit den SUV EQA und EQT bereits mehrere E-Autos vor. Die Hoffnung der Stuttgarter liegt jedoch in der elektrischen S-Klasse EQS. Damit wird Daimler sogar zum Angst-Gegner für Elon Musk, denn der EQS „könnte Tesla verdrängen“, so auch Auto-Experte Stefan Bratzel. Zumindest im Premiumsegment hat die E-Limousine derzeit die Nase vorn, Tesla kündigte als Reaktion jedoch bereits ein neues Modell an. In der großen Fahrzeugpalette des Stuttgarter Autobauers machen die E-Autos jedoch noch einen geringen Anteil aus. Die Stuttgarter Feuerwehr setzt auf E-Autos, was im vergangenen Jahr peinlich für Daimler endete. Aufgrund des geringen E-Auto-Angebots entschied sich die Feuerwehr für Fahrzeuge der Konkurrenz.

Die E-Mobilität ist jedoch in der Autoindustrie international stark im Fokus. Die Daimler AG will die für 2024/2025 geplanten neuen Modelle der Baureihe EQ bereits ein Jahr früher auf den Markt bringen. Zudem startet Daimler auch eine Elektro-Revolution in einem Bereich, der bislang im Schatten stand. Laut Konzern-Chef Ola Källenius fehle es derzeit jedoch noch an einer entscheidenden Voraussetzung zum Durchbruch des E-Autos.

Daimler AG: Preis-Leistung-Verhältnis der E-Autos muss stimmen, sagt der Konzern-Chef

Die E-Autos werden oftmals aufgrund ihrer geringen elektrischen Reichweite und des hohen Gewichts aufgrund der schweren Akkus kritisiert, das gilt auch für die Modelle der Daimler AG. Zudem sind die elektrisch betriebenen Fahrzeuge oftmals teurer als die Verbrenner. Die Limousine EQS, die bald auch für die Privatkunden zum Verkauf steht, kostet beispielsweise etwa 100.000 Euro. Die Modelle EQC mit rund 55.000 Euro und der kleinere EQA mit 35.000 Euro sind zwar preiswerter - im Vergleich zu einem Verbrenner aber immer noch viel Geld.

Laut dem Chef der Daimler AG sei die entscheidende Voraussetzung für den Durchbruch des E-Autos, die Fahrzeuge mit einem vernünftigen Preis-Leistung-Verhältnis auf die Straßen zu bringen, wie er der Stuttgarter Zeitung sagte. Die Arbeit dafür müsse noch in diesem Jahrzehnt erledigt werden. „Das heißt: Wir werden bis 2030 bereit sein, alle Marktsegmente von der A-Klasse bis zur S-Klasse mit Elektrofahrzeugen abdecken zu können“, so Ola Källenius. „Wir brauchen aber schnelle Fortschritte bei der Ladeinfrastruktur.“ Solange die Ladestruktur und auch die Märkte noch nicht den Punkt erreicht hätten, vollständig auf E-Autos umzusteigen, werde es weiter Autos mit Verbrennungsmotoren geben.

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