Einfluss der Corona-Krise

Daimler-Chef sagt vorher, dass sich Arbeit nach der Pandemie für immer verändern wird

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG spricht während der Eröffnung im Werk „Factory 56“.
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Laut Daimler-Chef Ola Källenius wird das Arbeiten auch nach der Pandemie grundlegend anders sein.
  • Julian Baumann
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Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit bei der Daimler AG deutlich verändert. Konzern-Chef Ola Källenius sagt vorher, dass das auch nach der Krise so bleiben wird.

Stuttgart - Die Corona-Krise hatte fatale Auswirkungen auf die Daimler AG. Im vergangenen Jahr standen die Werke des Autobauers aus der Landeshauptstadt Stuttgart für mehrere Wochen still und Tausende Mitarbeiter wurden in die Kurzarbeit geschickt oder sogar ganz entlassen. Aktuell setzt der Konzern alles daran, einen erneuten Shutdown der Produktion zu verhindern. In den Werken des Autobauers arbeiten nach wie vor mehrere Mitarbeiter gleichzeitig an einem Auto, wie Angestellte kürzlich berichteten. Daimler hat nach eigenen Angaben jedoch früh ein entsprechendes Schutzkonzept mit umfangreichen Hygienemaßnahmen für die Bediensteten entwickelt.

Demnach hat sich durch die Corona-Pandemie auch die Arbeit in den Werken der Daimler AG deutlich verändert. In den Produktionsstätten herrscht eine Maskenpflicht und die Hygieneverordnung muss eingehalten werden. Daimler geht inzwischen hart gegen die Mitarbeiter vor und bestraft Verstöße gegen die Verordnungen nach dem „Null-Toleranz-Prinzip“.

Daimler AG: Arbeiten in der Corona-Pandemie - auch beim Autobauer hat sich einiges geändert

Die Corona-Krise hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Mitarbeiter, sondern auch auf den Vorstand des schwäbischen Traditionskonzerns. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte Daimler-Chef Ola Källenius voraus, dass sich die Arbeit auch nach der Pandemie für immer verändern wird.

Durch die anhaltende Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt insgesamt deutlich verändert. Viele Arbeitnehmer haben ihren Alltag beispielsweise vom Büro ins Homeoffice verlegt. Einige Unternehmen haben dadurch sogar ganze Standorte aufgegeben und arbeiten inzwischen hauptsächlich digital. Das spart auch einige Kosten. Bei der Daimler AG sind die Auswirkungen der Pandemie auf das tägliche Geschäft auch bei den Premieren zu bemerken. Als der Stuttgarter Konzern im vergangenen Jahr die neue S-Klasse in der „Factory 56“ in Sindelfingen präsentierte, konnten Interessierte dieser Weltpremiere nur virtuell beiwohnen. Dasselbe galt auch für die Premiere der neuen C-Klasse und wird auch bei der Enthüllung der E-Auto-Hoffnung EQC am 15. April der Fall sein.

Daimler-Chef Källenius: Dienstreisen werden nicht mehr sein wie früher

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sprach Ola Källenius über die bevorstehende Premiere des EQS und räumte auch einige Nachteile der mit Spannung erwarteten E-Auto-Hoffnung ein. Beispielsweise werde der EQS zunächst weniger Gewinn erzielen als die Verbrenner-Version der S-Klasse, da die Produktionskosten für E-Autos deutlich höher liegen. Daneben machte der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG jedoch auch eine Vorhersage für die Arbeitsweise nach der Corona-Pandemie.

Er werde die vielen Dienstreisen aus der Vor-Corona-Zeit nicht vermissen, sagte der Chef der Daimler AG. „Das wird auch nicht in dem Maße zurückkommen.“ Für ihn bedeuten weniger Dienstreisen eine Steigerung der Lebensqualität, eine Erhöhung der Effizienz und eine Senkung der Kosten. „Bei 300.000 Mitarbeitern kommt da einiges zusammen, wir sparen einen dreistelligen Millionenbetrag“, sagte Ola Källenius. Nach dem deutlichen Gewinneinbruch aufgrund der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr, nahm die Daimler AG durch den Absatzaufschwung im dritten Quartal letztendlich einen Milliardengewinn ein.

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