Neue Konzernstrategie

Daimler AG wird „kleineres Unternehmen“ - CEO kündigt dramatische Schrumpf-Kur an

  • Valentin Betz
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Die Daimler AG setzt in Zukunft voll auf E-Autos. Der Wandel wird laut Vorstand Ola Källenius nicht spurlos an dem Konzern vorübergehen.

Stuttgart - Die Daimler AG macht inzwischen kein Geheimnis mehr daraus, künftig voll auf die E-Mobilität zu setzen. Das zeigte sich zuletzt bei der Präsentation der neuen Strategie der Daimler-Tochter Mercedes-Benz. Bis zur vollständigen Elektrifizierung der Flotte ist es allerdings noch ein langer Weg.

Denn im Vergleich zu anderen Autobauern schnitt Daimler bislang peinlich ab, was die Einhaltung der CO2-Grenzwerte angeht. Doch wie das Magazin t3n berichtet, plant der Konzern aus Stuttgart, den Rückstand im Rekordtempo aufzuholen. Geht es nach Daimler-CEO Ola Källenius, wird das Unternehmen schon in fünf Jahren völlig anders aussehen - mit E-Autos als treibender Kraft dafür.

Daimler AG: CEO Ola Källenius erklärt Strategie für E-Autos - und deren Folgen

Zu der überarbeiteten Strategie des Fahrzeugherstellers gehörte auch, dass sich Daimler von einem bald 2.350 Milliarden Euro schweren Geschäft trennt. Demnach wendet sich die Daimler AG vom Bereich der „Sharing Mobility“ ab. Dazu gehören beispielsweise Carsharing- oder Taxiangebote.

Stattdessen drängt die Daimler AG mit einem anderen Mobilitätsangebot auf den Markt. Der Fahrzeughersteller will laut t3n vom Verkäufer zum Vermieter werden und beispielsweise durch digitale Dienste Umsätze erzielen. Mit diesem waghalsigen Schritt erklärt Daimler Tesla und Google den Krieg. Unter digitalen Diensten versteht Daimler dabei Fahrerassistenz- oder Infotainmentsysteme.

Ausgebremst: Für die Daimler AG steht die Ampel auf rot - zumindest was den Fortschritt beim E-Auto angeht

Das alles kommt als Ergänzung zu der wachsenden Zahl E-Autos, die Daimler produzieren will. Die Neuerungen bleiben aber nicht ohne Folgen. „Wir werden in den nächsten fünf Jahren ein kleineres Unternehmen werden“, erklärte Daimler-CEO Ola Källenius gegenüber Reuters. „Unser industrieller Fußabdruck wird sich im Zuge des Umstiegs auf den elektrischen Antriebsstrang fundamental verändern.“

Daimler AG: Ola Källenius sieht Umstieg zur E-Mobilität als Grund für Stellenabbau

Bereits in der Vergangenheit hatte die Daimler AG angekündigt, massenhaft Stellen abbauen zu wollen. Als Grund dafür gilt auch, dass die Herstellung von E-Autos weniger Arbeitsschritte erfordert, als die von Verbrennern. Laut t3n besteht der Motor von E-Autos mit Batterie aus rund 200 Komponenten, während der Verbrenner mit Getriebe aus mindestens 1.400 Teilen zusammengesetzt ist.

Diese Annahme ist unter Experten allerdings umstritten. Laut einer Studie könnte die E-Mobilität Daimler & Co. weniger schaden, als angenommen. Denn bislang lässt Daimler die Batterien für E-Autos in China produzieren, durch die eigene Herstellung könnten also wieder Stellen geschaffen werden.

Fakt ist, dass der Umstieg auf E-Mobilität und Softwareentwicklung die Daimler AG ordentlich Geld kosten wird. Laut t3n will der Konzern dieses Geld durch den Umsatz auf dem chinesischen Markt erwirtschaften. Denn das Geschäft von Daimler mit Luxusautos in China boomt.

Rubriklistenbild: © Federico GambariniFederico Gambarini/dpa

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