Gemeinsames Robotaxi

Daimler und Bosch beenden Kooperation bei wichtiger Zukunftstechnologie

Mercedes-Benz Vision URBANETIC fährt eine Straße entlang.
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Die Daimler AG arbeitet auch am autonomen Fahren. Eine Kooperation mit Bosch wurde jetzt beendet.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Die Daimler AG arbeitet nicht ausschließlich alleine an Innovationen. Im Bereich autonomes Fahren kooperierte der Konzern unter anderem mit Bosch. Doch jetzt endet die Zusammenarbeit.

Stuttgart/München - Angesichts der weltbekannten Daimler-Tochter Mercedes-Benz gerät schnell in Vergessenheit, dass der Konzern mehr ist, als ein Fahrzeughersteller. Als Erfinder des Automobils arbeitet das Unternehmen stets auch an Innovationen für die Zukunft. Zuletzt hatte die Daimler AG die E-Mobilität zum Hauptfokus erklärt.

Dabei sind E-Autos sogar eher noch der kleinere Meilenstein, der dem motorisierten Individualverkehr bevorsteht. Ein weiterer, revolutionärer Bereich ist das autonome Fahren. Die Daimler AG ist nicht als einziges Unternehmen stark daran interessiert. Unter den Fahrzeugherstellern duelliert sich der Konzern aus Stuttgart regelmäßig mit E-Auto-Pionier Tesla. Ein Projekt von Daimler und BMW bezeichnete Tesla-Chef Elon Musk unlängst als „wirklich schlechte Idee“.

An einem anderen Projekt arbeitete Daimler zusammen mit dem Zulieferer Bosch. Gemeinsam wollten die Unternehmen sogenannte Robotaxis entwickeln, die ebenfalls autonom fahren. Doch wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde die Zusammenarbeit jetzt für beendet erklärt. Aus dem Bereich autonomes Fahren steigt Daimler deshalb aber nicht aus.

Entwicklung von Robotaxis: Daimler AG und Bosch lösen Kooperation auf

Ursprünglich hatten sich Bosch und die Daimler AG bereits 2018 zusammengetan, um Software und Hardware für das autonome Fahren zu entwickeln. Das Projekt sollte in einem serienreifen Robotaxi gipfeln, das in Städten unterwegs sein sollte. Ein genaues Ende für die Partnerschaft gibt es laut Süddeutscher Zeitung noch nicht, die Unternehmen wollen die Entwicklungskooperation aber zum Abschluss bringen.

Für beide Unternehmen bedeutet das Ende der Kooperation allerdings keine Abkehr vom Bereich des autonomen Fahrens. Laut Süddeutscher Zeitung hätten sich die Unternehmen lediglich darauf verständigt, sich „in Zukunft in dem hochkomplexen Entwicklungsumfeld des vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrens im urbanen Umfeld auf ihre individuellen Entwicklungspfade zu fokussieren“. Im Falle von Daimler ist schon länger bekannt, dass sie an der Zukunftstechnologie sparen wollen.

Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) betonte Bosch, automatisiertes Fahren bleibe weiterhin ein strategisches Geschäftsfeld. „Die erzielten Ergebnisse sollen in die jeweilige weitere, eigenständige Entwicklung der beiden Unternehmen überführt werden“, so eine Bosch-Sprecherin zur dpa.

Zusammenarbeit von Daimler und Bosch: Kooperation bröckelt offenbar schon länger

Dabei herrscht eigentlich viel Bewegung beim automatisierten Fahren. Beispielsweise will Daimler autonome Autos mithilfe von Satelliten steuern. Der Automobilzulieferer Bosch hatte hingegen zuletzt zu kämpfen, da der Fokus auf E-Autos große Auswirkung auf deren Produktion hat. Nicht nur deshalb strich Bosch unlängst Hunderte Stellen, weshalb eine Betriebsversammlung eskalierte.

Auch wenn das genaue Ende der Kooperation zwischen Daimler und Bosch noch offen ist, kommt es laut Süddeutscher Zeitung wohl nur wenig überraschend. Mit dem Projekt Vertraute sagten offenbar schon vor Wochen, die Kooperation sei „tot“. So seien etwa bei Daimler bereits Mitarbeiter aus dem Robotaxi-Bündnis an andere Teams angedockt worden und würden dort an neuen Aufgaben arbeiten. Auf die übrige Zusammenarbeit der beiden Unternehmen hat das Aus des Robotaxi keinen Einfluss. Wie die Deutsche Presseagentur schreibt, erklärten beide, in anderen Fällen weiter zusammenarbeiten zu wollen.

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