Abgas-Skandal und Klimaziele

BMW entlarvt Daimler: „Bei uns nicht diskutierbar“

Das Logo der Automobilkonzerne BMW (links) und Daimler (rechts).
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Im Gegensatz zu Daimler ist BMW ohne Skandal durch die Diesel-Krise gekommen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Die Daimler AG hat deutlich unter der Corona-Krise zu leiden, aber auch der Diesel-Skandal wirft noch immer seinen Schatten auf den Autobauer - der Chef von BMW entlarvt nun fatale Auswüchse.

Stuttgart/München - Die Daimler AG befindet sich aktuell in einer groß angelegten Umstrukturierung hin zur Produktion von E-Autos. Daneben kriselt es bei dem Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart jedoch noch immer an mehreren Fronten. Durch Altlasten, die Corona-Krise und den Abgas-Skandal muss der Konzern einen deutlich strengeren Sparplan fahren als ursprünglich vom Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius angekündigt. Als wäre das nicht schon genug, übt auch der US-Konkurrent Tesla einen immer stärkeren Druck auf Daimler aus.

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen sprach BMW-Chef Oliver Zipse über die E-Mobilität und auch darüber, warum der Konzern aus München im Gegensatz zur Daimler AG ohne Skandal durch die Diesel-Krise fahren konnte.

Daimler AG: Abgasmanipulation und Diesel-Skandal - BMW-Chef entlarvt den Stuttgarter Konkurrenten

Die Daimler AG hat schon seit Langem unter dem Diesel-Skandal zu leiden. Um den Streit um manipulierte Software zumindest in den USA beizulegen, zahlte die Daimler AG mehr als zwei Milliarden Doller (rund 1,9 Milliarden Euro). Der Stuttgarter Konzern sah die Zahlung jedoch nicht als Schuldeingeständnis ein - ganz im Gegenteil zur US-Regierung. Die schickte eine klare Botschaft „an solche wie Daimler“. Dazu zählt Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, seinen Konzern nicht, wie er in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagte.

Auf die Frage der Augsburger Allgemeinen, warum BMW im Gegensatz zur Daimler AG und anderen Herstellern wie VW und Audi ohne Skandal durch die Diesel-Krise gekommen sei, antwortete Zipse: „Weil bei uns die nicht diskutierbare Grundüberzeugung vorherrscht, dass Sachverhalte nicht verfälscht werden dürfen.“ Daimler wurde dagegen - unter anderem von der US-Regierung -vorgeworfen, die Abgaswerte von Dieses-Fahrzeugen mit einer Betrugssoftware bewusst manipuliert zu haben. Der Stuttgarter Konzern stritt das bis zuletzt vehement ab.

Im Gegensatz zur Daimler AG und Co. setze man im Hause BMW bereits seit Jahren auf modernste Technologie beim Diesel-Antrieb, sagte Oliver Zipse der Augsburger Allgemeinen. „Unsere Dieselflotte stößt im Durchschnitt weniger Stickoxid aus als der Wettbewerb. Damit haben wir eine Marke in der Industrie gesetzt, weil wir eine aufwendigere und bessere Technik eingesetzt haben.“

Daimler AG: Fokus auf die E-Mobilität - Münchener Konkurrenz setzt auf „langfristiges Denken“

Bei der Daimler AG ist der Wandel zur E-Mobilität erst seit dem vergangenen Jahr deutlich spürbar. Einige Experten sind deshalb der Meinung, der Konzern habe die Umstellung auf die neue Technologie bereits verschlafen und hinke der Konkurrenz deshalb hinterher. Ein Daimler-Digitalmanager sieht das jedoch anders. Sascha Pallenberg zufolge habe Daimler nicht nur den vermeintlichen Marktführer Tesla vor dem Bankrott gerettet, sondern befinde sich mit den anderen deutschen Autobauern nach wie vor an der Spitze der Autoindustrie.

Die BMW AG brachte bereits 2013 mit dem i3 ein erstes Elektroauto auf den Markt. Der Münchener Konzern habe sich ein konkretes Klimaziel bis 2030 gesetzt, sagte Oliver Zipse gegenüber der Augsburger Allgemeinen. „Dieses Auto steht bei uns für langfristiges Denken“. Durch den „Plan für das Klima-Ziel 2030“ soll jedoch nicht nur BMW, sondern auch die Daimler AG den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid von 2021 bis 2030 um 37,5 Prozent senken. Das erhöht nicht nur den Druck auf die Autobauer, sondern auch auf die zahlreichen Zulieferer. Schon jetzt sorgen Daimler, BMW und Co. für Massensterben und Jobvernichtung.

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