Mahle in der Krise

Daimler-Zulieferer schließt zwei Werke in Deutschland - 2.000 Jobs werden abgebaut

Das Logo des Automobilzulieferers Mahle steht an der Firmenzentrale in Stuttgart.
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Der Daimler-Zulieferer Mahle steckt in der Krise. Das Unternehmen plant, weltweit 7.600 Stellen abzubauen, 2.000 davon in Deutschland.
  • Julian Baumann
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Die Daimler AG hat mit massiven Problemen zu kämpfen, das zieht auch die Zulieferer in die Krise. Mahle aus Stuttgart schließt nun zwei deutsche Werke - 2.000 Stellen werden abgebaut.

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in Stuttgart hat seit längerer Zeit mit massiven Problemen zu kämpfen. Durch die Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft fährt der Autohersteller einen noch strengeren Sparplan als von CEO Ola Källenius angekündigt. Durch die Probleme des Konzerns geraten auch die Zulieferer in die Krise. Nachdem der Daimler-Zulieferer Mann + Hummel sein Stammwerk in Ludwigsburg schloss, verloren 400 Mitarbeiter ihre Arbeit. Auch bei dem Stuttgarter Unternehmen Mahle sollen nun massiv Arbeitsplätze abgebaut werden.

Bei Mahle, einem Zulieferer der Daimler AG, sind alle Standorte in Deutschland bedroht, wie der SWR berichtet. Das Unternehmen aus Stuttgart plant, bundesweit rund 2.000 Stellen abzubauen. Besonders betroffen sind die Standorte in Baden-Württemberg.

Daimler AG: Zulieferer Mahle will 1.700 Stellen allein in Baden-Württemberg streichen

Laut SWR will Mahle allein in Baden-Württemberg 1.700 Stellen abbauen. Besonders betroffen ist das Werk des Zulieferers der Daimler AG in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall). Der Standort soll bis Mitte 2023 komplett geschlossen werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Allein in diesem Werk werden 300 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Die Schließung des Standorts sei unumgänglich, es gebe „keine Perspektive für eine wirtschaftliche und nachhaltige Aufstellung im Wettbewerbsumfeld“, heißt es nach Angaben des SWR von Seiten des Stuttgarter Unternehmens.

Auch in der Konzernzentrale des Daimler AG-Zulieferers in Stuttgart werden rund 800 Stellen in der Verwaltung und der Entwicklung wegfallen, wie der SWR berichtet. Am Werk in Mühlacker/Vaihingen werden knapp 200 Stellen gestrichen, in Rottweil mehr als 150 und in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) verlieren 100 Angestellte ihre Arbeit.

Daimler AG-Zulieferer Mahle schließt ein weiteres Werk - insgesamt sollen 2.000 Stellen entfallen

Das Werk in Gaildorf ist jedoch nicht der einzige Standort des Zulieferers der Daimler AG, das komplett geschlossen wird. Nach Angaben des Handelsblatts wird auch die Fabrik in Freiberg (Sachsen) eingestampft. An diesem Standort von Mahle werden 85 Stellen gestrichen. „Betriebsbedingte Kündigungen sehen wir als ein absolutes No-Go an und auch die Werkschließungen werden wir nicht akzeptieren“, sagte Dieter Kiesling, der stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Mahle, dem SWR. Für die Mitarbeiter gelte eine Jobgarantie bis Ende des Jahres.

Nach der Ankündigung des Zulieferers der Daimler AG kommt Kritik von der Gewerkschaft IG Metall. Laut Angaben des SWR begründet Mahle die geplanten Stellenstreichungen mit dem technologischen Wandel, der durch die Corona-Pandemie noch verstärkt worden sei. Der Autozulieferer habe jedoch bis heute keine Alternativen für die Verbrenner-Produktion entwickelt, kritisierte die IG Metall. Laut Angaben der Leitung von Mahle werde es Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern vor Ort geben. Dann sollen die Details der Maßnahmen diskutiert werden.

Durch die wirtschaftlichen Folgen sind die Autozulieferer mit Problemen konfrontiert. Auch die Daimler AG selbst kündigte kürzlich an, weitere Werke schließen beziehungsweise die Produktion an mehreren Standorten einzustellen oder grundlegend umstrukturieren zu wollen. So will Daimler eines der wichtigsten deutschen Werke massiv eindampfen. Ausgerechnet am Hauptstandort des Konzerns in Untertürkheim. Nach 118 Jahren soll außerdem das Werk in Berlin seine Produktion einstellen. Durch die Produktionsstopps sind bei Daimler Tausende Jobs in Gefahr.

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