Aufgrund geplanter Konzernspaltung

Harter Schritt: Daimler stoppt für zwei Monate alle Neueinstellungen

Die Zentrale der Daimler AG im Mercedes-Benz Werk Untertürkheim spiegelt sich in einer Scheibe.
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Aufgrund eine IT-Umstellung stoppt die Daimler AG temporär alle Neueinstellungen.
  • Julian Baumann
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Aufgrund der beschleunigten E-Auto-Strategie sucht die Daimler AG nach Ingenieuren und Software-Spezialisten. Nun stoppt der Autokonzern jedoch alle Neueinstellungen temporär.

Stuttgart - Für die Mitarbeiter der Daimler AG waren die vergangenen Monate nicht gerade einfach. Der Autokonzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart hat seine E-Auto-Strategie deutlich beschleunigt und will ab 2030 nur noch batteriebetriebene Fahrzeuge bauen. Durch die Transformation und die Abkehr vom Verbrenner strich das Unternehmen zahlreiche Stellen an Standorten weltweit. Die Produktion von E-Autos benötigt andere Fähigkeiten als die Herstellung eines Verbrenner-Modells. Deshalb landeten viele Angestellte in dem umstrittenen „JobForum“, das ihnen eigentlich ihren Fähigkeiten entsprechend neue Aufgaben zuteilen sollte. Es sei „ein Albtraum aus dem man nicht erwacht“, hieß es von der Belegschaft.

Zugleich stellt die Daimler AG im Zuge der Transformation jedoch auch neue Fachkräfte ein. Daimler sucht 3.000 neue Mitarbeiter, mit besonderen Qualifikationen, darunter vor allem Elektro-Ingenieure und Software-Spezialisten. Neben der Abkehr vom Verbrenner und dem Fokus auf das E-Auto wird sich bei dem weltbekannten Konzern in diesem Jahr noch etwas grundlegend ändern. Der Autobauer spaltet sich in zwei unabhängige Unternehmen auf. Damit verschwindet der Name „Daimler“ aus Stuttgart. Aufgrund einer IT-Umstellung stoppt Daimler nun alle Neueinstellungen für zwei Monate, heißt es in einem internen Schreiben, das der Stuttgarter Zeitung vorliegt.

Daimler AG: Konzernspaltung hat Folgen für die Neueinstellung

Die Daimler AG ist einer der größten Arbeitgeber der Region Stuttgart. Ein Headhunter deckte auf, was die Daimler-Mitarbeiter wirklich verdienen. Die Neueinstellungen beim Autobauer werden aufgrund der Neuausrichtung der IT-Systeme im Rahmen von „Projekt Fokus“ nun jedoch temporär auf Eis gelegt. Projekt Fokus bezeichnet intern die geplante Spaltung der heutigen Daimler AG in die Mercedes-Benz AG (für Autos und Vans) und die Daimler Truck AG (für Lastwagen, Busse und andere Nutzfahrzeuge). Der Konzern verkaufte kürzlich die Marke „Daimler“ für rund 10 Millionen Euro, den legendären Mercedes-Stern werden jedoch beide Unternehmen behalten.

Laut dem internen Schreiben der Personalableitung der Daimler AG an die Führungskräfte, werden die Auswirkungen vor allem in den Monaten November und Dezember zu spüren sein, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Demnach werden in diesem Zeitraum und möglicherweise darüber hinaus „alle anstehenden Personalmaßnahmen außerhalb von Projekt Fokus, die eine Personalbewegung auslösen, einem Freeze unterliegen“, heißt es in der Mitteilung.

Daimler AG: „Freeze“ bei Neueinstellungen könnte auch bereits Beschäftigte betreffen

Im Rahmen der Konzernspaltung sollen neue Mitarbeiter bei der Daimler AG zum Jahresende nur in absoluten Ausnahmefällen eingestellt werden. Laut der Stuttgarter Zeitung könnte der Stopp der Neueinstellung auch bereits Beschäftigte bei dem Autobauer betreffen. So beispielsweise Mitarbeiter, die in diesem Zeitraum aus der Elternzeit zurückkehren möchten und Angestellte die intern den Arbeitsplatz wechseln sollen. Zudem solle während dem „Freeze“ der Neueinstellungen kein Mitarbeiter an einen anderen Standort der Daimler AG weltweit entsandt werden.

Über die genauen Hintergründe der IT-Neuausrichtungen machte die Daimler AG nur vorsichtige Angaben. „Im Zuge der Neuausrichtung des Unternehmens werden die IT-Systeme getrennt“, sagte eine Sprecherin der Stuttgarter Zeitung. „Das betrifft auch HR-Tools.“ Die HR-Tools sind eben die Personalsysteme. Deshalb sollen alle „nicht notwendigen Personalbewegungsmaßnahmen“ ruhen. Damit sollen die Systeme in diesem Zeitraum entlastet werden. Erst vor wenigen Tagen verließ Daimlers wichtigster Experte für Zukunftstechnologie den Konzern. Offenbar nach internen Machtkämpfen.

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