Sport Utility Limousine

Daimler überrascht mit völlig neuer Autoklasse: „Nachfrage ist enorm“

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Die Daimler AG will mit einer neuen Autoklasse den Markt erobern. Das erste Modell soll Mitte des Jahrzehnts erscheinen - und eine Mischung aus SUV und Limousine sein.

Stuttgart - Die Daimler AG steht vor schwierigen Zeiten. Aktuell ist der Konzern aus Stuttgart damit beschäftigt, die Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg in den Griff zu bekommen. Auch deshalb drohen bei Daimler Massen-Entlassungen, die Mitarbeiter fassungslos machen. Abseits der Corona-Pandemie befindet sich der Fahrzeughersteller mitten im Strukturwandel hin zur Elektromobilität.

Die Umstellung wird Daimler ein Vermögen kosten, auch wenn eine Studie zuletzt zeigte, dass die E-Mobilität Daimler & Co. weniger schaden könnte, als angenommen. Demnach erfordern E-Autos nicht wie vermutet weniger Arbeitsschritte und damit weniger Mitarbeiter, sondern etwa gleich viele wie der Verbrenner. Doch selbst wenn die Transformation zur Elektromobilität gelingt und die Corona-Krise mit guter Schadensbegrenzung überstanden wird, braucht die Daimler AG weiter Innovationen, um Kunden für sich zu begeistern. Eine Neuheit kündigte der Konzern jetzt an. Daimler will damit vor allem in Asien angreifen.

Neue Autoklasse von Daimler: Mischung aus SUV und Limousine soll Vorteile vereinen

Wie das Handelsblatt berichtet, hatte Daimler-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer bereits vor einem Monat Andeutungen in Richtung einer neuen Autoklasse gemacht. „Auch da ist die Welt nach dem SUV noch nicht zu Ende“, erklärte Markus Schäfer in Bezug auf neue Fahrzeugformen. Laut Handelsblatt will die Daimler AG jetzt die beiden bekanntesten Karosserieformen der Welt kreuzen. Aus dem Sport Utility Vehicle (SUV) und der Limousine soll so die Sport Utility Limousine werden - kurz SUL.

Vorlage für die neue Autoklasse der Daimler AG: Die SUL ist am Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury von 2018 angelehnt.

Die SUL der Daimler AG soll anders als die klassische Limousine höher und breiter sein, sowie mehr Stauraum bieten. Anders als beim klassischen SUV soll die Dachlinie aber flach bleiben und die neue Autoklasse mit einem Stufenheck - wie bei einer Limousine - abschließen, so das Handelsblatt.

Die SUL soll laut einem Daimler-Manager für einen Ausgleich im Heer der SUVs sorgen. „Alle gucken auf einen runter“, so der Daimler-Manager laut Handelsblatt. Mit einem SUL gewinne man dagegen wieder etwas an Augenhöhe, ohne sich gleich vorwerfen lassen zu müssen, einen Stadtpanzer zu fahren. Vielleicht hat ja auch ein Negativpreis der deutschen Umwelthilfe für den Mercedes GLS Daimler zum Umdenken bewegt. Mit seinem „monströsen Stadtpanzer“ sorgte die Daimler AG für Empörung.

Daimler entwickelt neue Autoklasse: Elektromobilität hat beste Voraussetzung für die SUL geschaffen

Die Kombination von SUV und Limousine für die neue Autoklasse von Daimler ist kein Zufall. Mit seiner Tochter Mercedes-Benz will Daimler laut Handelsblatt das rückläufige Segment der Mittel- und Oberklasse neu beleben. Mitte der Dekade soll ein SUL-Modell die A-Klassse-Limousine dann ersetzen und sowohl als E-Auto als auch als Verbrenner verfügbar sein. Danach sollen weitere Modelle folgen. „Zwei oder drei Fahrzeuge dürften es am Ende schon werden“, so ein Insider gegenüber dem Handelsblatt.

Ursprung für die neue Autoklasse war das Konzeptauto „Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury“, das Daimler 2018 auf der Pekinger Automesse präsentierte. „Die Nachfrage in Asien nach solch einem Modell war enorm, wir waren nahe dran an der Realisierung“, erklärte eine Führungskraft aus dem Vertrieb dem Handelsblatt.

Der Strukturwandel hin zur Elektromobilität ist demnach optimal für die SUL als neue Autoklasse. Denn E-Autos werden von unten nach oben konzipiert, da die Batterien im Unterboden verschraubt sind. Dadurch sind E-Autos von Natur aus einige Zentimeter höher als Verbrenner. „Wir sind mit den elektrischen Antrieben bei Limousinen so oder so schon auf halbem Weg zum SUL“, erklärte ein Entwickler dem Handelsblatt.

Daimler will mit neuer Autoklasse „Weltautos“ für den asiatischen Markt produzieren

Die Entwicklung der neuen Autoklasse SUL soll die Strategie von Daimler-CEO Ola Källenius fortsetzen. Statt wie sein Vorgänger Dieter Zetsche auf kleinere Fahrzeuge zu setzen, will Ola Källenius wieder mehr Luxusautos bauen. Das hat auch mit dem asiatischen beziehungsweise chinesischen Markt zu tun. Weil beispielsweise Zweisitzer wie Cabrio- oder Coupé-Varianten in China nicht funktionieren, soll das Angebot stark reduziert werden, so das Handelsblatt.

Stattdessen will die Daimler AG künftig mehr „Weltautos“ bauen, die auf sämtlichen Märkten funktionieren und daher Absatzschwankungen einzelner Regionen ausgleichen. Wie das Handelsblatt schreibt, soll der Kernmarkt der neuen SUL China sein, weshalb die Daimler AG das Modell dort auch herstellen will. In ein paar Jahren könnten auch Werke in Deutschland oder Ungarn die SUL produzieren, so das Handelsblatt.

Rubriklistenbild: © Daimler AG

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