Er drohte mit weiteren Taten

Mit einer unfassbaren Straftat erpresste ein 21-Jähriger den Autokonzern Daimler

Der beschädigte Mercedes-Kleinbus mit durchbrochenem Dach nach der Tat.
+
Daimler AG: 21-Jähriger versuchte mit unfassbarer Tat den Autobauer zu verklagen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Ein 21-Jähriger verübte Ende April eine unfassbare Tat auf einer Autobahn in Nordrhein-Westfalen. Anschließend versuchte er die Stuttgarter Daimler AG zu erpressen - er steht nun vor Gericht.

Update vom 12. November, 16:55 Uhr: Am heutigen Donnerstagmorgen begann der Prozess gegen den Erpresser der Daimler AG vor dem Landgericht in Paderborn. Das Verfahren wurde nach der Verlesung der Anklage vertagt. Grund dafür war, dass der psychiatrische Gutachter, der die Schuldfähigkeit des Angeklagten untersuchen soll, nicht anwesend sein konnte, wie die dpa am Nachmittag berichtete.

Die Fahrerin des Mercedes-Transporters, die bei der Tat im April nur knapp dem Tod entkam, tritt bei dem Prozess als Nebenklägerin auf. Sie sei noch immer von dem Vorfall traumatisiert und habe ihren Job als Kurierfahrerin aufgegeben, sagte ihre Anwältin vor dem Schwurgericht. Der Prozess soll im Dezember fortgesetzt werden.

Erstmeldung: Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart hatte in letzter Zeit mit massiven Problemen zu kämpfen. Nicht zuletzt durch das Coronavirus in Baden-Württemberg sah sich der Konzern gezwungen, drastisch Stellen in verschiedenen Werken abzubauen. Inzwischen steht der Autobauer wieder besser da, wie kürzlich veröffentlichte Zahlen zum dritten Quartal zeigen. Nach einer unfassbaren Tat im April 2020 wollte ein 21-Jähriger den Fahrzeughersteller aus der Schwaben-Metropole erpressen und forderte eine hohe Summe. Er drohte bei Nichtzahlung mit weiteren Taten. An diesem Donnerstag, dem 12. November, beginnt am Landgericht Paderborn der Prozess gegen den Erpresser.

Die Daimler AG ist einer der größten Automobilkonzerne der Welt, die Fahrzeuge des Herstellers sind dementsprechend nicht nur in Deutschland weit verbreitet. Ein 21-Jähriger wollte sich diese Bekanntheit zunutze machen, um mit einer abstoßenden Tat den Fahrzeugbauer zu erpressen. Ihm wird nun versuchter Mord und räuberische Erpressung vorgeworfen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Daimler AG: Unfassbare Tat im April - Betonplatte durchbricht Dach eines Mercedes-Sprinters

Am 28. April 2020 war eine Frau aus Hildesheim (Niedersachsen) mit ihrem Mercedes-Kleinbus der Daimler AG auf einer Autobahn in Richtung Kassel unterwegs, wie die Polizei Dortmund im April berichtete. Auf der Höhe der Brücke Sauerländer Weg sei plötzlich eine 15 Kilogramm schwere Betonplatte durch das Dach beziehungsweise die Frontscheibe gebrochen und im Bereich des Beifahrersitzes gelandet, berichtete die Polizei weiter.

Die Frau fuhr auf einen Seitenstreifen und rief die Polizei. Sie blieb nach Polizeiangaben unverletzt, erlitt jedoch einen Schock. Erste Ermittlungen der Mordkommission ergaben nach der Tat, dass der Gegenstand von der Brücke auf die Autobahn geworfen wurde.

Daimler AG: Nach der Tat - 21-Jähriger erpresst Stuttgarter Autobauer und droht mit weiteren Taten

Am Mittwoch, dem 13. Mai 2020, nahm ein Spezialeinsatzkommando der Polizei in Geseke (Nordrhein-Westfalen) nach Ermittlungen der Polizei Dortmund einen 21-Jährigen fest, wie der WDR Mitte Mai berichtete. Der Tatverdächtige gestand die Tat, äußerte sich jedoch nicht zu den Details. Der Privatsender RTL berichtete, der 21-jährige Mann habe am Abend nach der Tat in einer E-Mail den Stuttgarter Autobauer Daimler AG erpresst. Das berichtete auch die dpa am 12. November. Der Mann soll von dem Fahrzeughersteller eine Summe von 250.000 Euro verlangt haben und drohte bei Nichtzahlung mit weiteren Taten.

Nach der unfassbaren Tat und der Erpressung der Daimler AG beginnt an diesem Donnerstag der Prozess gegen den 21-Jährigen am Landgericht Paderborn. Ihm wird versuchter Mord und räuberische Erpressung vorgeworfen.

Nach Angaben der Polizei Dortmund sei die Frau Ende April nur knapp dem Tod entkommen. Hätte jemand auf dem Beifahrersitz gesessen, wäre er jetzt tot, zitierte der WDR einen Polizeisprecher. Eine besondere Verbindung des Angeklagten zur Daimler AG bestehe laut den Ermittlungen nicht, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) Mitte Mai berichtete.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare