Gefahr für chinesischen Markt

Panik bei Daimler: Coronaviren auf Autoteilen entdeckt

Mitarbeiter eines Daimler-Werks in China bei der Batteriefertigung.
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China ist der wichtigste Markt für die Daimler AG - nun wurden in einem Warenhaus nahe Peking Coronaviren auf Autoteilen entdeckt (Symbolbild).
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    vonJulian Baumann
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Die Daimler AG expandiert massiv nach China und baut bestimmte Technologien nur noch an den Standorten in Asien - in einem Werk bei Peking wurden nun Coronaviren auf Autoteilen entdeckt.

Stuttgart/Peking - Die Daimler AG befindet sich im Wandel. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart das Smart-Werk im französischen Hambach an einen britischen Milliardär und kündigte an, die beliebten elektrischen Kleinwagen zukünftig in China produzieren lassen zu wollen. In China boomt aktuell vor allem das Geschäft mit Luxusautos. Daimler-Chef Ola Källenius verkündete, die Marke Mercedes-Benz wieder auf Luxus auszurichten. Der Fokus auf den chinesischen Markt sorgte auch bei den Mitarbeitern des Werks in Berlin für Unmut. Während der Autobauer die Produktion von Verbrennern in Berlin einstellt, sollen in Peking neue Verbrenner-Technologien hergestellt werden.

Die Daimler AG hat derzeit mit Problemen an mehreren Fronten zu kämpfen. Auch das Coronavirus in Baden-Württemberg macht dem weltbekannten Konzern nach wie vor zu schaffen. Nun wurden offenbar ausgerechnet in einem Daimler-Werk in der Nähe der chinesischen Hauptstadt Peking Coronaviren auf mehreren Autoteilen entdeckt, wie das Portal Automobil Industrie berichtet. Aus China verbreitete sich Anfang 2020 die Corona-Pandemie nach und nach auf der ganzen Welt. Die Daimler AG fürchtet nun, aufgrund der Entdeckungen die Lieferketten unterbrechen zu müssen.

Daimler AG: Coronaviren auf Autoteilen in China entdeckt - Konzern schließt erste Handelsbetriebe

Durch die Ausrichtung der Marken des Tochter-Unternehmens Mercedes-Benz auf den Luxus profitiert die Daimler AG aktuell von der Entwicklung am chinesischen Markt. Nun hat die Autoindustrie in dem asiatischen Land scheinbar mit einem Problem zu kämpfen. Auf Autoteilen und Verpackungen seien in verschiedenen Provinzen Coronaviren entdeckt worden, berichtet das chinesische Wirtschaftsmagazin Caixin. Davon sei auch ein Warenhaus der Daimler AG in Shunyi, einem Vorort von Peking, betroffen. Von dort habe sich der Ausbruch in Nordchina, in Provinzen wie Hebei, Shandong, Shanxi und der Inneren Mongolei ausgebreitet.

Laut dem Bericht von Automobil Industrie habe die Daimler AG als Reaktion auf die entdeckten Coronaviren bereits erste Autohändler geschlossen und weitere Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter getroffen. Der Stuttgarter Konzern bemühte sich jedoch zu betonen, dass die kontaminierten Autoteile nicht Importware aus Deutschland oder anderen Ländern gewesen seien. Laut Caixin bestätigten auch die Behörden in China, dass es sich nicht um ein importiertes Problem handele. Die Daimler AG importiert viele wichtige Autoteile zur Produktion in China aus Standorten in der ganzen Welt.

Daimler AG: Konzern fürchtet um Unterbrechung der Lieferketten - China ist wichtigster Markt

Durch das boomende Geschäft mit Luxusautos und den starken Verkaufszahlen ist China aktuell der wichtigste Markt für die Daimler AG. Ein Unterbrechung der Lieferketten durch den Fund der Coronaviren könnte für den Stuttgarter Autobauer fatale Folgen haben. Im Jahr 2019 lieferte Daimler fast 700.000 Fahrzeuge in die Volksrepublik aus, im Jahr 2020 waren es rund 800.000, wie das Handelsblatt berichtete. Insgesamt ist der chinesische Markt für die deutschen Autohersteller von äußerster Wichtigkeit, da sie dort rund 40 Prozent ihrer Fahrzeuge verkaufen.

Aktuell bleibt die Lage aufgrund des Coronavirus in den meisten Teilen der Welt sehr ernst. In China schien das Virus nach dem Ausbruch und der weltweiten Verbreitung jedoch wieder verschwunden zu sein. Die Coronaviren auf den Autoteilen und Verpackungen der Daimler AG seien jedoch „von Virus-tragenden Mitarbeitern in dem Warenhaus in Shunyi infiziert worden, nicht andersrum“, sagte der Chef Epidemiologe des „Chinese Center for Disease Control and Prevention“ (Chinesisches Zentrum für Seuchenkontrolle und Vorbeugung) gegenüber Caixin. Laut Experten sei eine Infektion mit Covid-19 durch die kontaminierten Autoteile jedoch eher gering, wie das chinesische Wirtschaftsmagazin weiter berichtet.

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