Dieselaffäre

Mächtiges Bündnis: Daimler bekommt es in Deutschland mit einem neuen Gegner zu tun

  • Valentin Betz
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Die Daimler AG sieht sich mit neuen Schadensersatz-Klagen konfrontiert. Sogar Anleger und Investoren fordern jetzt Entschädigungen in der Dieselaffäre.

Stuttgart - Die Daimler AG steht momentan vor gewaltigen Herausforderungen. Neben den Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie belastet den Fahrzeughersteller aus Stuttgart seit geraumer Zeit der Mobilitätsumbruch hin zur Elektromobilität. Obendrein ist Daimler in einen Abgas-Skandal verwickelt, die so genannte Dieselaffäre. Dadurch wird der Konzern mit Schadenersatz-Klagen überhäuft.

Fast zwei Milliarden Euro musste Daimler gerade erst in den USA zahlen. Die US-Regierung sandte danach eine klare Drohung an „solche wie Daimler". Auch in Deutschland führten Klagen gegen die Daimler AG bereits zum Erfolg. Wegen eines peinlichen Fehlers der Daimler-Anwälte bekam ein frustrierter Käufer recht vor dem Landgericht Stuttgart. Jetzt kommen weitere Schadenersatz-Klagen auf Daimler zu. Mehrere Investoren fordern wegen der Dieselaffäre einen dreistelligen Millionenbetrag von der Daimler AG.

Anleger gegen Daimler AG: Dem Konzern stehen weitere Millionenklagen in der Dieselaffäre bevor

Die neuen Schadenersatz-Klagen gegen Daimler kommen dieses Mal von Seiten zahlreicher Anleger. Laut dpa geht es um den Vorwurf, die Märkte seien zu spät über die finanziellen Folgen der Dieselaffäre informiert worden. Dadurch seien die von Anlegern gekauften Daimler-Aktien zum damaligen Zeitpunkt viel zu teuer gewesen. Daimler weist die Vorwürfe zurück. „Wir halten die Klagen für unbegründet und werden uns gegen die Vorwürfe mit allen juristischen Mitteln verteidigen“, sagte ein Sprecher zur dpa.

Dunkle Zeiten für die Daimler AG: Anleger verklagen den Konzern wegen der Dieselaffäre auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Sollten auch diese Schadenersatz-Klagen am Landgericht Stuttgart Erfolg haben, würde das teuer für Daimler werden. Alleine in einem Verfahren fordern Kläger 250 Millionen Euro von dem Konzern. In drei weiteren Verfahren summieren sich die Forderungen zusätzlich auf etwa 100 Millionen Euro. Hinter den Forderungen stehen unter anderem verschiedene Fonds. Darüber hinaus gibt es noch weitere Verfahren, in denen es um geringere Beträge geht.

Forderungen gegenüber Daimler: Landgericht Stuttgart richtet Spezialkammern ein, um mit der Klagen-Flut zurechtzukommen

Das Landgericht Stuttgart dürfte allein mit den Schadenersatz-Klagen gegen die Daimler AG in nächster Zeit gut beschäftigt sein. Insgesamt verlangen Daimler-Anleger in diversen Verfahren inzwischen deutlich mehr als eine Milliarde Euro Schadenersatz von dem Fahrzeughersteller. Deshalb hatte das Landgericht Stuttgart bereits zu Jahresbeginn zwei Spezialkammern eingerichtet, die sich ausschließlich mit den Daimler-, VW- und Porsche-Fällen befassen.

Obwohl die Daimler AG bereits Verfahren verloren hat und zu Schadenersatz-Zahlungen verpflichtet wurde, ist sich der Konzern nach wie vor keiner Schuld bewusst. Daimler streitet ab, in Diesel-Fahrzeugen von Mercedes-Benz illegale Abgastechnik verwendet zu haben. Der Konzern setzt stattdessen auf Kooperation und spielt bei Hunderttausenden Fahrzeugen ein Software-Update auf. Ende Oktober wird ein Daimler-Fall sogar vor dem Bundesgerichtshof verhandelt. Dabei klagen aber Autobesitzer und nicht Anleger auf Schadenersatz gegenüber Daimler.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

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