„Goldener Handschlag“

Daimler: Tausende Mitarbeiter verlassen Konzern - mit Abfindungen bis 400.000 Euro

Daimler
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Um Stellen einzusparen, lockte die Daimler AG ihre Angestellten mit einem satten Abfindungsprogramm.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Daimler AG zahlt ihren Mitarbeitern teils hohe Abfindungen, damit sie das Unternehmen verlassen. Die üppigen Summen waren für viele so attraktiv, dass sie nun zugeschlagen haben.

Stuttgart - Im Zuge der Umstrukturierung steht die Daimler AG aktuell vor großen Veränderungen. Zum einen spaltet sich der Konzern noch in diesem Jahr in zwei neue, eigenständige Unternehmen: Mercedes-Benz für Autos und Vans, sowie Daimler Truck für Lastwagen und Busse. Zum anderen will der Autobauer noch vor dem Jahr 2039 klimaneutral werden und muss seine Produktion komplett auf die Elektromobilität umstellen. Um die hohen Investitionen zu schultern, fährt Daimler einen strengen Sparkurs.

Für die Mitarbeiter des Konzerns haben die Entwicklungen weitreichende Folgen. Alleine in sechs deutschen Werken droht ein Abbau von 20.000 Arbeitsplätzen. Daimler-CEO Ola Källenius verkündete im vergangenen Jahr ein Abfindungsprogramm, das laut eigenen Angaben auf Freiwilligkeit beruht. Das bedeutet konkret: Daimler zahlt den Mitarbeitern hohe Summen, damit sie den Konzern verlassen.

Daimler AG: Mehrere Hunderttausend Euro für Ingenieure - „goldener Handschlag“

Laut Business Insider kann beispielsweise ein Ingenieur Anfang 40, der nach seinem Studium zum Konzern kam, auf eine Abfindung von bis zu 400.000 Euro hoffen. Mehr als 3.500 Mitarbeiter hätten den „goldenen Handschlag“ bereits angenommen, wie Business Insider aus Unternehmenskreisen erfuhr. Ein Unternehmenssprecher betonte gegenüber dem Portal jedoch, dass bei dieser Zahl die Mitarbeiter nicht eingerechnet seien, die Daimler in Altersteilzeit verlassen haben oder in Rente gegangen sind. Sonst wäre die Zahl der Abgänger deutlich höher, so der Sprecher.

Auch im Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim, das zum E-Campus umgewandelt wird, fallen viele Stellen weg. Am 1. Mai startete hier der Stellenabbau, auch hier bot Daimler seinen Mitarbeitern zum Teil sechsstellige Summen im Rahmen des Abfindungsprogramms an. Mitarbeiter berichteten der Stuttgarter Zeitung, dass Vorgesetzte mit Vorschlägen, die Abfindung anzunehmen, auf sie zugekommen seien. Umgekehrt habe es aber auch Mitarbeiter gegeben, die von selbst Interesse an dem Angebot bekundet hätten.

Daimler AG: Abfindungen stoßen auch auf Kritik: „Wollen wir nicht“

Nicht alle zeigen sich von dem Abfindungsprogramm begeistert. „Wir wollen die Abfindungen nicht“, sagte etwa ein Mitarbeiter in Untertürkheim, der das Geld lieber in die Weiterentwicklung des Standorts investiert sähe, der Stuttgarter Zeitung. Das Geschäft laufe derzeit gut. Der Weggang einiger Kollegen hätte deshalb „Löcher“ gerissen. In manchen Abteilungen befinde man sich bereits „im roten Bereich“.

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