Mercedes im Minus

Schlechte Verkaufszahlen: Daimler verzweifelt an einst beliebtem Sorgen-Modell - Werk kurz vor Schließung

  • Marleen van de Camp
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Die Daimler AG ist im Juli sehr knapp an einem Absatzplus vorbeigeschrammt. Daimler-CEO Ola Källenius und sein Team im Vorstand dürften sich ärgern. 

  • Die Daimler AG ist im Juli ganz knapp an einem Plus beim Absatz ihrer Fahrzeuge vorbeigeschrammt.
  • Daimler-CEO Ola Källenius und sein Team im Daimler-Vorstand dürften sich ärgern. 
  • Der Hauptgrund für das Minus liegt bei einem sehr kleinen Modell der Daimler-Tochter Mercedes-Benz.

Stuttgart - Die Daimler AG ist im Juli knapp an einem Absatzplus vorbeigeschrammt. Daimler-CEO Ola Källenius und sein Team im Daimler-Vorstand dürften sich ärgern. Nur zwei Prozent fehlten, um den Absatz des Vorjahresmonats zu erreichen. Der Grund für das kleine Minus beim Absatz der Daimler-Tochter Mercedes-Benz ist passenderweise das kleinste Modell, das der Fahrzeughersteller aus Stuttgart in seiner Flotte hat: Der Smart. Das berichtet der Fanblog Mercedes-Benz-Passion

Daimler-CEO Ola Kaellenius dürfte sich ärgern, dass Mercedes-Benz das Umsatzplus so knapp verfehlt hat.

Die Daimler AG hatte im Juli nur einen mickrigen Absatz an Smart-Fahrzeugen

Der Absatz des Smart ging im Juli um 61 Prozent zurück. Es wurden nur 3.539 Fahrzeuge verkauft. Der einst beliebte Cityflitzer der Daimler AG steht seit Monaten im Zentrum einer verzweifelten Diskussion. Der Smart wird am Daimler-Standort im französischen Hambach produziert. Die Daimler AG will das Werk mit 1.600 Mitarbeitern verkaufen - und den Smart künftig in China produzieren lassen.

Gerüchten zufolge soll der Verkauf des Smart-Werks an den britischen Konzern Ineos bereits beschlossen sein. Der Entschluss, das Smart-Werk zu verkaufen, passt zu dem Strategiewechsel, den der Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius Mitte Juli ankündigte. Der Daimler-Chef will sich von beliebten Mercedes-Modellen abwenden und die Daimler-Tochter Mercedes-Benz wieder auf ihren alten Markenkern fokussieren: den Luxus. Und der kleine Smart mit einem Neupreis von knapp über 20.000 Euro ist schließlich nicht gerade eine Luxuslimousine. 

Die Daimler AG verdankt es den großen Mercedes-Modellen, dass der Absatz nicht vollkommen abgestürzt ist

Der Grund, aus dem die Daimler AG trotz des Minus von 61 Prozent beim Absatz des Smart nur so knapp am Vorjahresmonat vorbeigeschlittert ist, sind wiederum passenderweise die großen Modelle aus dem Hause Mercedes-Benz. Von den insgesamt 185.836 Automobilen, die der Fahrzeughersteller aus Stuttgart im Juli abgesetzt hat, entfallen 38.970 auf die Vans der Unternehmenssparte Daimler Trucks and Vans. Das entspricht einer Steigerung um 8,5 Prozent gegenüber Juni. 

Autopapst Ferdinand Dudenhöffer erklärt, was Ola Källenius tun muss, um die Daimler AG in die Zukunft zu retten

Daimler-CEO Ola Källenius muss den Fahrzeughersteller aus Stuttgart fit für die Zukunft machen, nachdem sein Vorgänger Dieter Zetsche den Umstieg der Produktion auf das E-Auto zu lange hinausgezögert hatte. Die Daimler AG hinkt VW hinterher – Autopapst Ferdinand Dudenhöffer erklärt, woran das liegt und was der Daimler-Vorstand seiner Meinung nach tun muss, damit die Daimler-Tochter Mercedes-Benz aufholen kann – zum Beispiel im Rennen um den Absatz

Inzwischen ist klar, dass Daimler die Smart-Fabrik in Hambach verkauft. Daimler stößt das Werk ab und hinterlässt bei den 1.600 Mitarbeitern Verzweiflung. Als möglicher Käufer gilt nach wie vor die britische Firma Ineos. Der Petrochemiekonzern könnte dort einen Allrad-Geländewagen mit Sechs-Zylinder-Verbrennungsmotor produzieren.

Rubriklistenbild: ©  Fabian Sommer/dpa/picture alliance

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