Abgas-Affäre

Abgas-Manipulation: Strafbefehl gegen drei Daimler-Mitarbeiter verhängt

Ein Bürogebäude der Daimler AG bei Nacht.
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Gegen drei Daimler-Mitarbeiter wurde Strafbefehl erlassen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Drei Mitarbeiter der Daimler AG werden wegen der Abgasaffäre vor Gericht in Rechenschaft gezogen. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat Strafbefehl gegen sie beantragt.

Stuttgart - Wegen Verdacht des Betrugs hat die Staatsanwaltschaft in der Landeshauptstadt Stuttgart einen Strafbefehl gegen drei Mitarbeiter der Daimler AG beantragt. Dabei geht es laut der Staatsanwaltschaft um den Vorwurf der „Manipulation des Emissionskontrollsystems von Diesel-Pkw“.

Die sogenannte Abgas-Affäre belastet der Konzern bereits seit längerer Zeit. Im vergangenen Jahr zahlte Daimler 2 Milliarden Euro, um den Streit in den USA vor Gericht beiseite zu legen. Auch in Deutschland gab es Diesel-Klagen gegen das Unternehmen. Zuletzt forderten tausende Autobesitzer wegen des sogenannten Thermofensters einen Schadensersatz von Daimler. Allerdings scheiterten sie vor dem Bundesgerichtshof.

Daimler AG: Gegen die Mitarbeiter läuft ein Individualverfahren

Nun stehen drei Mitarbeiter der Daimler AG vor einem Individualverfahren. Laut der Stuttgarter Staatsanwaltschaft handelt sich dabei um einen Mitarbeiter aus einer der unteren Führungsebenen sowie zwei Sachbearbeitern ohne Personalverantwortung, berichtet die Wirtschaftswoche.

„Ihnen wird zur Last gelegt, dafür verantwortlich gewesen zu sein, dass die Motorsteuerungssoftware eines Teils der von einem Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts betroffenen Dieselfahrzeuge der Emissionsklasse Euro 6, die die Daimler AG im Zeitraum August 2011 bis einschließlich Dezember 2016 auf den europäischen Markt brachte, eine unzulässige Abschalteinrichtung enthielt“, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft.

Nach Ansicht des Unternehmens sei „die Auslegung der höchst komplexen Vorschriften durch die Mitarbeiter zum maßgeblichen Zeitpunkt“ allerdings „vertretbar“ gewesen. Keiner der Mitarbeiter habe bewusst unrechtmäßig gehandelt, heißt es von der Daimler AG. Man teile daher „die rechtliche Bewertung der Staatsanwaltschaft nicht, dass es sich bei dem infrage stehenden Sachverhalt um Betrug gehandelt habe“.

Daimler AG blickt mit den alten Sünden im Nacken nach vorne

Bei dem Strafbefehl gegen die drei Mitarbeiter der Daimler AG können Geld und Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr auf Bewährung ausgesprochen werden. Ein weiterer beschuldigter Sachbearbeiter wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Gegen vier weitere Beschuldigte ermittelt die Staatsanwaltschaft noch.

Während der Konzern die alten Sünden noch im Nacken hat, blickt er nach vorne: Kürzlich hat Daimler eine „Neue Ära“ angekündigt und das endgültige Ende des Verbrenners besiegelt. Ab 2025 wollen die Stuttgarter nur noch elektrische Autos bauen.

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