Elektrische Feuerwehr

Feuerwehr Stuttgart rüstet auf E-Autos um - für Daimler ist das ziemlich peinlich

Der vollelektrische Kommandowagen der Stuttgarter Feuerwehr, ein Audi e-tron, steht vor einem Weinberg.
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Daimler AG: Feuerwehr Stuttgart setzt auf E-Autos - Daimler bekommt nicht den großen Zuschlag.
  • Julian Baumann
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Die Feuerwehr Stuttgart wechselt bei ihrer Fahrzeugflotte zu E-Autos. Doch ausgerechnet Daimler schneidet dabei blamabel ab - weil das Angebot nicht ausreicht.

Stuttgart - Die Daimler AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart machte die Marke Mercedes-Benz auf der ganzen Welt bekannt. Die Dominanz des Unternehmens in der Schwaben-Metropole ist deutlich spürbar. Beispielsweise schmückt der Mercedes-Stern den Turm des Hauptbahnhofs Stuttgart und Daimler ist auch der Hauptsponsor des VfB Stuttgart. Der Automobilkonzern setzt inzwischen vermehrt auf E-Mobilität.

Erst kürzlich schloss die Daimler AG einen Rekord-Deal mit Amazon. Im Rahmen der Kooperation bestellte der Handelsriese 1.800 Elektro-Transporter von Mercedes Benz. In einem Bereich in der Landeshauptstadt bekam die Daimler AG jedoch nicht den großen Zuschlag. Zum neuen elektrischen Fuhrpark der Feuerwehr steuerte das Unternehmen lediglich drei E-Smarts bei, der Rest der Fahrzeuge stammt von der Konkurrenz.

Daimler AG: Im Fuhrpark der Feuerwehr nur mit vier Smarts vertreten

Nach Angaben der Stadt Stuttgart stellt die Landeshauptstadt ihren Fuhrpark Schritt für Schritt auf umweltfreundliche und emissionsarme Antriebe um. Bevorzugt wird dabei in vollelektronische Fahrzeuge investiert. So auch bei den fünf neuen Elektrofahrzeugen der Feuerwehr. Die Daimler AG wäre als größter Automobilhersteller Baden-Württembergs wohl gut geeignet, um die Autos für die Branddirektion Stuttgart zu stellen. Trotzdem kommen die beiden Hauptfahrzeuge von Audi und Volkswagen. Daimler steuerte nur drei Modelle seines elektrischen Smart EQ bei.

„Es freut mich sehr, dass die Stuttgarter Feuerwehr in die Elektromobilität einsteigt. Damit schreitet die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf emissionsarme Technologien weiter voran“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) laut einer Pressemitteilung der Stadt. „Mit ihren Sondernutzungen hat die Feuerwehr es schwerer, passende Fahrzeuge zu finden – zumal viele deutsche Hersteller keine entsprechenden Angebote auf dem Markt haben". Das ist möglicherweise auch der Grund warum sich die Feuerwehr für Modelle der Konkurrenz der Daimler AG entschieden hat.

Daimler AG: Auswahl der vollelektronischen Autos noch übersichtlich

Einen Blick auf die Homepage der Daimler AG zeigt, dass der vollelektronische Fuhrpark noch immer relativ übersichtlich ist. Angeboten werden der SUV EQC, der Van EQV, der GLC F-Cell und eben der Smart EQ. Daneben baut die Daimler AG auch zwei Modelle von elektrischen Transportern, den eVito und den eSprinter. Die Feuerwehr der Landeshauptstadt setzt einen vollelektronischen Audi e-tron als Kommandowagen ein, wie die Stadt mitteilte. Das Auto wurde nach den Bedürfnissen eines Feuerwehrfahrzeugs angepasst und stellt deutschlandweit eine Besonderheit dar. Die Reichweite des Audi e-tron liegt bei 432 Kilometern.

Die von der Daimler AG gebauten E-Smarts haben dagegen nur eine Reichweite von etwa 155 Kilometern. Für den Leiter der Brandirektion, Dr. Georg Belge, ist die Anschaffung der fünf Elektroautos jedoch nur der Anfang. „Wir sind offen für die technischen Entwicklungen und beobachten den Fortschritt. In Zukunft werden dann vielleicht auch die großen LKW‐Fahrzeuge im Feuerwehr‐Einsatz elektrisch fahren“, sagte er laut der Pressemitteilung der Stadt Stuttgart.

Eine neue Anlage in Stuttgart löst nun den größten Schmerz bei E-Autos. Das Problem war bislang, dass es zu wenig Ladestationen gab und diese auch noch deutlich zu langsam waren. Die spezielle Schnellladestation ermöglicht nun, die Batterie in wenigen Minuten „vollzutanken“. In ganz Baden-Württemberg sollen bis nächstes Jahr noch 15 weitere Stationen folgen. Auch wer das Fahren in einem E-Auto einfach mal ausprobieren möchte, hat jetzt die passende Gelegenheit dazu. Porsche ermöglicht mit einer klugen Idee kostenloses E-Auto-Fahren.

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