A-Klasse und weitere Modelle

Daimler AG: Rückruf für 155.000 Fahrzeuge von Mercedes-Benz

  • Marleen van de Camp
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Die Daimler AG hat den Rückruf von 155.000 Autos veranlasst. Die Fahrzeuge der Mercedes-Benz A-Klasse und AMG könnten potenziell lebensgefährliche Mängel haben.

  • Die Daimler AG hat den Rückruf von 155.000 Fahrzeugen von Mercedes-Benz und Mercedes-AMG veranlasst.
  • Es handelt sich um Exemplare der Mercedes-Benz A-Klasse und Modelle von Mercedes-AMG.
  • Die Mängel könnten lebensgefährliche Folgen haben, sollten aber in der Werkstatt innerhalb von 30 Minuten behoben sein.

Stuttgart – Die Daimler AG hat den Rückruf von insgesamt 155.000 Fahrzeugen der Daimler-Tochter Mercedes-Benz bekannt gegeben. Darunter sind 135.000 Fahrzeuge der beliebten A-Klasse. Auch bei einigen High-Performance-Modellen der Daimler-Tochter Mercedes-AMG gibt es Probleme. Deswegen müssen insgesamt knapp 20.000 Fahrzeuge der C-Klasse AMG, des GLC AMG und des AMG GT in die Werkstatt, wie die Deutsche Presseagentur berichtet.  

Ein Mercedes-Benz GLA im Daimler-Werk in Rastatt, Baden-Württemberg.

Daimler AG veranlasst Rückruf der A-Klasse - das hat nichts mit Ola Källenius und seinem Strategiewechsel zu tun

Vor einer Woche hatte der Daimler-Chef angekündigt, sich von beliebten Mercedes-Modellen abzuwenden. Die Mercedes-Benz A-Klasse steht auf der schwarzen Liste von Daimler-CEO Ola Källenius. Doch damit hat der Rückruf der 135.000 Fahrzeuge vom 23. Juli nichts zu tun. Die Daimler AG ruft die A-Klasse aufgrund von Problemen mit der Klimaanlage zurück. Der Rückruf von C-Klasse AMG, GLC AMG und AMG GT erfolgt wegen möglicher Probleme mit dem Fahrassistenzsystem ESP.    

Rückruf der Mercedes-Benz und AMG-Modelle wegen potenziell lebensbedrohlicher Mängel

Sprecher der Daimler AG hatten gegenüber dem Auto-Portal kfz-betrieb.de erklärt, in beiden Fällen sollte die Werkstatt ca. 30 Minuten brauchen, um das Problem zu beheben. Der Rückruf der 135.000 Fahrzeuge der Mercedes-Benz A-Klasse erfolge, weil die Möglichkeit bestehe, dass der Ablaufschlauch der Klimaanlage inkorrekt montiert sei, heißt es auf dem Portal. Das hört sich nicht dramatisch an, kann aber tödliche Folgen haben. Denn wenn sich Feuchtigkeit im Fahrzeug-Innenraum staut, kann das zu Störungen der Elektrik führen.

Rückruf der Mercedes-Benz A-Klasse: Mögliche Probleme mit dem Zusammenspiel von Gurtstraffer und Airbag

Konkret könnte es zu Störungen des SRS-Steuergeräts kommen, das im Falle eines Unfalls das Zusammenspiel von Gurtstraffer und Airbag regelt. Die Mercedes-Benz A-Klasse könnte sich außerdem nicht starten lassen. Auch die Notruf-Funktion könnte beeinträchtigt werden. Das erklärte ein Sprecher der Daimler AG auf Anfrage von kfz-betrieb.de. Von dem Rückruf sind in Deutschland 26.796 Fahrzeuge der A-Klasse betroffen, die zwischen September 2017 und Februar 2019 gebaut wurden.  

Rückruf der Mercedes-AMG-Fahrzeuge: ESP könnte nicht zu den verbauten Bremssystemen passen

Bei den 20.000 Mercedes-AMG-Modellen C-Klasse, GLC und GT ist der Grund für den Rückruf ein anderer als bei den 135.000 Fahrzeugen der Mercedes-Benz A-Klasse. Ein Sprecher der Daimler AG sagte, dass bei diesen Fahrzeugen ein Software-Update des ESP-Steuergeräts notwendig ist, das in einer Werkstatt durchgeführt werden muss. Das ESP sei eventuell nicht an den im Fahrzeug verbauten Bremsentyp angepasst.

Das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP sorgt dafür, dass das Fahrzeug im Falle eines abrupten Bremsmanövers stabil bleibt, also nicht aus der Spur rutscht. Auch diese Störung könnte möglicherweise lebensgefährlich sein. Betroffen sind in Deutschland 3.900 Fahrzeuge, die zwischen April 2018 und November 2019 vom Fließband gelaufen sind. Lebensgefährlich sind auch viele Kreuzungen in Deutschland - besonders für Radfahrer. Die Daimler AG stelle darum einem Unfallforscher Lastwagen für ein Experiment zur Verfügung. Das Ergebnis war katastrophal.

Noch ein Fehler: Der Daimler AG gehörten einmal 10 Prozent an dem E-Auto-Hersteller Tesla

Tesla war im Jahr 2009 noch ein kleines Start-up mit großen finanziellen Sorgen. Um den E-Auto-Hersteller zu retten, kaufte Daimler Tesla-Anteile. Es entwickelte sich eine Kooperation zwischen den beiden Unternehmen. Damals gehörten der Daimler AG 10 Prozent von Tesla - die wären heute mehr wert als der halbe Daimler-Konzern. Ärgerlich. Daimler verzweifelt auch an einem einst sehr beliebten Modell - darum steht das Werk, in dem es gebaut wird, kurz vor der Schließung. Im Juni hatte die Daimler AG mit einem Foto von Mercedes AMG HPP auf Twitter für Empörung gesorgt.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa/picture alliance

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