Stern sieht plötzlich anders aus

Daimler zeigt bunten Mercedes-Stern - und erntet neben Zuspruch auch Hass

  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Pünktlich zum Start in den „Pride Month“ änderte die Seite von Mercedes-Benz auf Facebook ihr Profilbild. Bunte Farben im Stern symbolisieren den Einsatz für die Regenbogen-Community.

Stuttgart - Erstmals in ihrer Geschichte ruft die Daimler AG im Juni 2021 den „Daimler Pride Month“ aus. „Wir nehmen den Monat zum Anlass, um mit verschiedenen digitalen Aktionen über die Themen der LGBTIQ*-Community zu sprechen“, verkündete der Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart in einer Pressemitteilung. LGBTIQ* steht für Lesbisch, Schwul, Bi, Trans*, Inter* und Queer.

„Der Daimler Pride Month ist kein Monat exklusiv für die Regenbogen-Community“, heißt es vonseiten des Unternehmens. „Es ist ein Monat für ein stärkeres Miteinander.“ Hintergrund ist der weltweit gefeierte Pride Month. Dieser geht auf die Stonewall-Aufstände 1969 zurück, die als Anfang der heutigen LGBTIQ*-Bewegung gelten.

Daimler AG bekennt Flagge: Regenbogenfarben für Vielfalt und Toleranz

Passend zu „Daimler Pride“ zeigt Mercedes-Benz auch auf Facebook Flagge:

Zahlreiche Menschen reagierten auf die Farbänderung. Innerhalb von einem Tag wurde das neue Profilbild von Mercedes-Benz rund 500 Mal geteilt, fast 40.000 Menschen gaben dem bunten Statement einen Daumen nach oben. „Ich liebe es, Mercedes!“, kommentierte eine Facebook-Nutzerin. „Es ist wunderbar, dass Firmen wie Mercedes und BMW ein Statement für Vielfalt und Toleranz setzen.“

Daimler AG: Neues Logo auf Facebook ruft auch Hass hervor - „Warum tut ihr das, Mercedes?“

Neben den vielen positiven Kommentaren gab es jedoch auch negative, die gegen das kunterbunte Statement von Daimler ätzten. Darunter fanden sich neben derben Hass-Kommentaren auch Stimmen, die Daimler ein berechnendes Verhalten vorwarfen. „Marken würden heutzutage alles tun, um ihr Produkt zu verkaufen. Ich dachte, Mercedes wäre nobler als das“, lässt ein Nutzer seinem Groll freien Lauf. Jemand anderes schreibt: „Eine Schande. Warum tut ihr das, Mercedes. Warum?“

Viele der negativen Kommentare gaben den Supportern der LGBTIQ*-Community Anlass, zu reagieren. „An alle Hater, die jetzt sagen: ‚Ich werde nie mehr einen Mercedes kaufen‘.... Ihr könntet es euch eh nicht leisten“, meint eine Nutzerin. „Mercedes ist groß genug, sich nicht um eure Diskriminierungen zu kümmern.“ Ein weiterer Nutzer brachte es treffend auf den Punkt: „Lest euch die Kommentare hier durch - sie zeigen, wie wichtig das Thema ist. Gut, dass Mercedes das macht.“

Daimler AG: Veranstaltungen vom 1. bis 30. Juni sollen stärkeres Miteinander fördern

„Wir sind überzeugt, dass Vielfalt in der Belegschaft eine Bereicherung und für die erfolgreiche Transformation unseres Unternehmens ganz entscheidend ist“, sagte Wilfried Porth, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Daimler AG. „Nur, wenn wir einander respektieren und alle gleichberechtigt und fair einbeziehen, werden wir in der Lage sein, das volle Potenzial unserer Vielfalt auszuschöpfen.“ Durch den Pride Month wollte man die Perspektive der Kolleginnen und Kollegen besser verstehen und sich für ein stärkeres Miteinander einsetzen.

Vom 1. bis zum 30. Juni geben Daimler-Beschäftige gemeinsam mit Netzwerken der Regenbogen-Community Einblicke und laden zum Dialog ein. Standorte der Daimler AG teilen zum Beispiel ihre Erfahrungen und zeigen, wie sie vor Ort LGBTIQ* auf ihre Agenda gesetzt haben. Die Netzwerke stellen ihr ehrenamtliches Engagement vor und in Trainings und Webinaren erfahren Kollegen beispielsweise, wie Transsexualität im Arbeitsalltag bei Daimler gelebt wird oder, wie sie ihr Kind oder einen nahestehenden Menschen beim Coming-out-Prozess unterstützen können.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG - Global Commun

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