Prämie für E-Auto und Hybrid

Die Daimler AG steht vor einem ungewohnten Problem - Zustände wie bei Tesla

  • Marleen van de Camp
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Die Daimler AG war gezwungen, einen Bestellstopp für ein Mercedes Hybrid-Modell und die E-Auto-Modelle Smart EQ Fortwo und Forfour zu veranlassen - wegen der Prämie für E-Auto und Hybrid.

  • Die Daimler AG musste einen Bestellstopp für einen Hybrid und zwei E-Auto-Modelle veranlassen.
  • Wegen der Prämie stieg die Nachfrage nach dem Plug-in-Hybrid Mercedes A 250e und zwei Smart-EQ-Modellen so stark, dass die Produktion nicht mithalten kann.
  • Daimler hat angedeutet, wann der Verkaufstopp beendet sein soll. 

Stuttgart – Die Daimler AG sieht sich erstmals mit einer Situation konfrontiert, die man sonst eher vom Rivalen Tesla kennt: Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart ist zu einem Bestellstopp bei einem Hybrid und zwei E-Auto-Modellen gezwungen. Der Plug-in-Hybrid Mercedes A 250e und die E-Autos Smart EQ Fortwo und Smart EQ Forfour – beides Marken der Daimler-Tochter Mercedes-Benz - können im Moment nicht mehr bestellt werden.

Grund dafür ist die Prämie für E-Auto und Hybrid aus dem Konjunkturpaket, das die Bundesregierung wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und den anderen deutschen Bundesländern verabschiedet hatte, um die Wirtschaft anzukurbeln, wie 24Auto.de berichtet.

Daimler AG gibt „grundsätzlich“ keine Auskunft zu den Verkaufszahlen einzelner Modelle

Die Daimler AG steht plötzlich vor Problemen, die man sonst eher von Tesla kennt - der E-Auto-Prämie sei Dank

„Wir freuen uns über das große Interesse an unseren Modellen (…), das unsere Planungen weit übertrifft (…). Da wir derzeit weitere Möglichkeiten bezüglich der Verfügbarkeit prüfen, nehmen wir aktuell keine weiteren Aufträge für den A 250e sowie den Smart EQ Fortwo und Forfour an“, sagte Dietmar Göllner Venturi, Sprecher von Mercedes-Benz, als das Fachmagazin nach dem Grund für den Verkaufsstopp fragte.

Die Nachfrage nach den E-Auto- und Hybrid-Modellen der Daimler AG ist offenbar so stark gestiegen, dass die Werke des Fahrzeugherstellers aus Stuttgart nicht mithalten können – daher der Bestellstopp. Wie stark die Nachfrage konkret gestiegen ist, verriet Daimler auf Nachfrage von 24Auto nicht. Bei dem Fahrzeughersteller aus Stuttgart „äußere man sich grundsätzlich nicht zu Verkaufszahlen einzelner Baureihen“, hieß es.

Daimler AG: Ende für Bestellstopp für Mercedes und Smart EQ in Aussicht 

Das Problem der geringen Kapazität der Werke der Daimler AG zum Bau von E-Auto und Hybrid hatte bereits der Betriebsratschef Michael Brecht vorhergesagt, als er warnte, dass Daimler „massiv bedroht“ sei, da 95 Prozent der Jobs an einem Bereich hingen, den die Regierung zum Sterben verurteilt habe.

Der Plug-in-Hybrid Mercedes 250e war eines der drei neuen Modelle, mit denen die Daimler AG auf die Coronakrise reagiert hatte – und für die sie viel Kritik kassierte. Die Prämie mit der die Bundesregierung die Wirtschaft, für die das Coronavirus nicht nur in Baden-Württemberg fatale Folgen hatte, retten wollte, kommt also mehr einigen ausländischen Herstellern zugute als deutschen Autobauern wie der Daimler AG oder der Porsche AG.

Bei Daimler hat sie sogar zum Bestellstopp geführt. Den Markt für E-Auto und Hybrid teilen Fahrzeughersteller wie Tesla und Hyundai unter sich auf. Der Mercedes-Benz-Sprecher kündigte jedoch gegenüber 24Auto ein absehbares Ende für den Verkaufsstopp an. „Wir planen nach einer Prüfung der Verfügbarkeiten kurzfristig die Wiederaufnahme der Bestellprogramme ab Juli 2020“, sagte Dietmar Göllner Venturi. Um das zu erreichen, hat Daimler die stärkere Kooperation mit einem chinesischen Unternehmen angekündigt

Die Daimler AG Tochter Mercedes-Benz startete 2018 mit einem großen Plan. Ein Auto-Abo sollte dem Fahrzeughersteller eine jüngere Kundschaft sichern, der Plan ging zumindest für den US-Markt nicht auf. Zum Monatsende wird das Abo-Modell „Mercedes-Benz Collection" wieder eingestellt.

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