Designstudien und Konzepte

Porsche, Daimler & Co: Autobauer arbeiten an völlig neuen Modellen

Das Rad eines Porsche in Nahaufnahme
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Porsche, Daimler und andere Autobauer experimentieren mit neuen Fahrzeugklassen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die deutsche Autobranche befindet sich im Wandel. Vieler Hersteller arbeiten an völlig neuen Modellen - darunter auch Daimler und Porsche aus Stuttgart.

Stuttgart - Dass sich ein großer Teil der deutschen Autoindustrie aktuell auf die Produktion von E-Autos konzentriert, ist kein Geheimnis mehr. Viele Hersteller weiten aktuell jedoch auch ihr Angebot aus und entwickeln zum Teil völlig neue Modelle. Auch die Daimler AG und die Porsche AG, die beide ihren Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart haben, arbeiten an neuen Marken, die von den weltbekanntem Konzernen vielleicht nicht unbedingt zu erwarten sind.

Die Daimler AG stellte erst vor wenigen Monaten die neue Version ihres Flaggschiffs im Werk in Sindelfingen vor. Die S-Klasse von Tochterunternehmen Mercedes-Benz gilt allgemeinhin als das typische Auto der Marke mit dem Stern. Daneben arbeitet der Konzern aus Stuttgart aber auch an einem neuen Modell, das bei seiner Vorstellung für viel Aufregung sorgte.

Die Porsche AG hat mit dem vollelektrischen Taycan in diesem Jahr sogar einen Sportwagen vorgestellt, der inzwischen das meistverkaufte Auto des Herstellers ist und damit sogar den beliebten 911 schlug. Doch auch in Zuffenhausen entsteht ein neues Modell, dass man so nicht unbedingt von Porsche erwarten würde.

Daimler AG und Porsche: Autohersteller bauen neue Modelle - die für viel Gesprächsstoff sorgen

Die Daimler AG will in ein vollkommen neues Segment vordringen und bringt ein völlig neues Auto auf den Markt. Daimler kreuzt die beiden bekanntesten Karosserieformen der Welt. Aus dem Sport Utility Vehicle (SUV) und der Limousine soll so die Sport Utility Limousine (SUL) werden, wie das Handelsblatt berichtete. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Limousine soll die SUL höher und breiter sein und außerdem mehr Stauraum bieten. Durch die Vorstellung des neuen Modells und die angekündigte Rückbesinnung auf den Luxus wurde die Mercedes-Strategie jedoch zur Lachnummer.

Die Porsche AG ist weltweit für ihre beliebten Sportwagen bekannt, baut inzwischen aber längst mehr SUV, wie t-online.de berichtete. Von dem Porsche-Cayenne gibt es bislang bereits drei Generationen. Vor wenigen Wochen aufgetauchte Fotos zeigten jedoch: Porsche arbeitet an einem geheimen elektrischen Modell.

Was Designchef Michael Mauer vorstellte, war jedoch weder ein Sportwagen noch ein SUV, sondern ein elektrischer Minibus. Der „Renndienst-Porsche“ sieht dabei noch nicht mal wie ein Modell des Herstellers aus Zuffenhausen aus, wie die Bilder aus einer Designstudie aus dem Porsche-Entwicklungscenter in Weissach zeigen.

Daimler AG, Porsche und Co.: Auch andere Hersteller setzen auf neue Modelle

Neben der Daimler AG und der Porsche AG stellte auch das BMW-Tochterunternehmen Mini aus München ein neues Konzept vor, wie t-online.de berichtete. Bei dem konzeptuellen Modell handelt es sich um einen Van namens Vision Urbanaut. Als „Tiny House auf Rändern“ solle er in der Stadt auch dann Spaß machen, wenn an Fahren nicht zu denken ist, sagte Markenchef Bernd Körber laut t-online.de. Ein solches Auto wäre beim Verkehr in Stuttgart oder in München sicher keine schlechte Idee. Bislang existiert der Vision Urbanaut jedoch nur auf dem Papier.

Auch wenn längst nicht alle Konzepte von Herstellern wie der Daimler AG, der Porsche AG oder auch von Mini in Serie gehen, zeigen die Entwürfe zumindest, dass die deutsche Autoindustrie nicht still steht. Da würden immer wieder neue oder zumindest andere Wege ausprobiert, um den Kunden mehr Raum und Variabilität zu bieten, sagte Lutz Fügener, Professor für Design an der Hochschule Pforzheim laut t-online.de fügt jedoch hinzu: „Viel zu oft scheitern Designer und Entwickler in den Unternehmen wie die Kuh vorm neuen Tor an den selbstgesetzten Marketingschranken“. Laut Fügener könnten solche Konzepte, so abwegig sie auch erscheinen, genau diese Schranken einreißen.

Auch in Zuffenhausen ist man sich im Klaren, dass die meisten Designstudien wohl nie in Serienproduktion gelangen. Sie hätten dennoch einen wichtigen Einfluss auf aktuelle Projekte, sagte Porsche-Designchef Mauer laut t-online.de. Zum einen könnten die Konzepte dabei helfen, neue Möglichkeiten zu erkunden, gewohnte Denkmuster und Konventionen infrage zu stellen und das Rad immer wieder neu zu erfinden, so Mauer weiter. Zum anderen würden sie auch immer wieder Inspirationen für Design-Details liefern, wie an der unverwechselbaren Ähnlichkeit zwischen den Scheinwerfern des Minivan und dem Lichtbild des elektrischen Taycan zu erkennen sei, sagte der Design-Chef der Porsche AG laut t-online.de

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