Düsteres Zukunftsszenario

Auto-Studie: Hiobsbotschaft für Mitarbeiter von Daimler und Co. - Zehntausende Jobs fallen weg

Ein Elektroauto von Audi wird mit einem Kabel an einer E-Ladesäule mit der Aufschrift „Co2-frei“ aufgeladen.
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E-Autos könnten Tausende Jobs vernichten, heißt es in einer neuen Studie.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Autobauer wie die Daimler AG oder die Porsche AG setzen zunehmend auf E-Autos. Das bringt auch in der Belegschaft Veränderungen mit sich.

Stuttgart - Deutsche Autohersteller wie die Daimler AG oder Porsche stellen ihre Produktion verstärkt auf E-Mobilität um. Eine Studie zeigt nun, welche konkreten Auswirkungen die Transformation auf den Arbeitsmarkt haben wird. Demnach werden bei klassischen Autoherstellen und Zulieferern für den Verbrennungsmotor bis 2030 erheblich weniger Arbeitskräfte benötigt. Unter dem Strich würden der Studie zufolge in diesem Sektor etwa 180.000 Arbeitsplätze wegfallen, weil für Elektrofahrzeuge weniger Aufwand benötigt würde.

Daimler-Chef Ola Källenius bereitet den Konzern schon jetzt auf ein extremes Szenario vor. Die Vorgaben der EU und der Bundesrepublik bezüglich der Emissionswerte der Fahrzeuge werden immer strenger. Zuletzt hat Deutschland das Klimaschutzgesetz verschärft. Statt 2050 soll Klimaneutralität bereits 2045 erreicht werden. Seit Längeren steht damit auch ein Verbrenner-Verbot im Raum, der deutsche Autobauer unter Druck setzt.

Daimler AG will mehr und mehr elektrische Autos auf die Straße bringen

Während der Abschied vom klassischen Benzin- oder Dieselmotor näher rückt, sollen - so die Strategie - immer mehr E-Autos auf die Straße. Bis 2025 will beispielsweise Daimler mehr als zehn neue Autos der elektrischen Baureihe EQ auf den Markt bringen.

Dieser Wandel zur Elektromobilität soll laut der Studie der Denkfabrik Agora Verkehrswende und der Boston Consulting Group insgesamt 220.00 Jobs kosten. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass im Gegenzug aber auch 205.000 neue Arbeitsplätze im Mobilitätssektor entstehen würden.

Die Strategie der Daimler AG halten die Studienautoren für richtig

Demnach kommt es zu großen Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt, die einen hohen Bedarf an Weiterbildungen und Umschulungen hervorrufen würde. Am Verbrennungsmotor festzuhalten sei dagegen, so Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, sicherlich kein Weg, der Arbeitskräfte sichere. „Die Elektromobilität ist in dieser Dekade das einzig valide Zukunftsszenario für den Pkw.“

Es sei unstrittig, dass es im herkömmlichen Verbrennersektor weniger Arbeitskräfte brauche. Aber „wenn die Politik den Wandel verschleppt, hätte das für die Wirtschaft einen höheren Preis: den Verlust von Marktanteilen und damit auch von Beschäftigung“, so Christian Hochfeld. Die Zahl der Jobs auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibe dagegen mit dem Wandel zur E-Mobilität insgesamt konstant.

An der Strategie von Daimler und Porsche gibt es aber auch Kritik

Mit Modellen wie dem Daimler-EQS, der zum Superkonkurrenten für Tesla werden soll, und dem elektrischen Taycan. der in Europa das meistverkaufte Auto von Porsche ist, haben deutsche Autokonzerne bereits erste Schritte gemacht. Dennoch ist die Skepsis groß. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) plädiert für Technologieoffenheit. Neben batteriebetriebenen Fahrzeugen will Schauer auch auf Brennstoffzellenautos setzen.

Auch der japanische Autobauer Toyota warnte davor, dass E-Autos nicht die Zukunft darstellen. Laut Unternehmensmanager Shigeki Terashi sei es „noch zu früh, um sich nur auf eine Option zu konzentrieren“.

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