Mercedes der Zukunft

Daimler AG kündigt stärkere Kooperation mit Unternehmen aus China an - der Plan ist von Ola Källenius

  • Anna-Lena Schüchtle
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Die Daimler AG baut ihre Kooperation mit einem Unternehmen aus China aus. Der Autohersteller aus Stuttgart verfolgt damit einen Plan von Daimler-CEO Ola Källenius.

  • Die Daimler AG erweitert ihre Kooperation mit dem chinesischem Batteriehersteller Farasis.
  • Mit der Zusammenarbeit sichert sich die Daimler AG Nachschub von Batteriezellen für ihre E-Auto-Modelle.
  • Bis 2039 sollen alle neuen Fahrzeuge der Daimler AG klimaneutral sein, so die Vorgabe des Daimler-CEO Ola Källenius.

Stuttgart - Die Daimler AG intensiviert ihre Kooperation mit dem chinesischen Batteriehersteller Farasis. So will der Fahrzeughersteller aus Stuttgart die Nachhaltigkeitsziele erreichen, die Ola Källenius als Vorstandsvorsitzender für die Daimler AG und die Daimler-Tochter Mercedes-Benz festgelegt hat. Das chinesische Unternehmen sei ein „festgesetzter Eckpfeiler“ unter den bestehenden Batteriezellen-Lieferanten, schreibt Daimler in einer Pressemitteilung.  

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, präsentiert auf der Technik-Messe CES das Konzeptfahrzeug Vision AVTR.

Die Daimler AG will sich mit rund drei Prozent an dem chinesischen Batteriehersteller beteiligen. Damit sichert sich die Daimler AG die Versorgung mit den notwendigen Batteriezellen für ihre Mercedes E-Auto-Modelle. Farasis erhält durch die Kooperation Planungssicherheit für den Kapazitätsaufbau. Erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag war das chinesische Unternehmen, das Batteriezellen herstellt, in Shanghai an die Börse gegangen.

Daimler AG: Ola Källenius hat einen ehrgeizigen Plan - dafür ist der chinesische Batteriehersteller wichtig

Eine strategische Kooperation zwischen der Daimler AG und dem Batteriehersteller Farasis besteht bereits seit Sommer 2019 und war im Rahmen der langfristigen Zielsetzung einer klimaneutralen Mobilität entstanden, die auf Daimler-CEO Ola Källenius zurückgeht. Bis 2039 sollen alle Mercedes-Modelle und sonstige Fahrzeuge der Daimler AG emissionsfrei sein – das betrifft auch die Herstellung der zugelieferten Batteriezellen. Diese bezieht die Daimler AG weiterhin von externen Produzenten wie den Batteriehersteller Farasis.

Die Daimler AG arbeitet am Auto der Zukunft - nicht nur per Kooperation mit dem Batteriehersteller Farasis

Der Batteriehersteller Farasis verwendet für die Herstellung der Batteriezellen ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkaft, Windenergie und Sonnenenergie. Ein Teil der Batteriezellen ist im Rahmen der Kooperation mit der Daimler AG für die nächste Generation der EQ-Serie der Daimler-Tochter Mercedes-Benz bestimmt und soll bereits aus rein CO₂-neutraler Produktion stammen.

Durch die Kooperation mit dem chinesischen Batteriehersteller will die Daimler AG das Potenzial innovativer Technologiepartner im chinesischen Markt zunehmend nutzen. Mit den Batteriezellen von Farasis soll auch die weltweite E-Auto-Strategie für Mercedes-Benz konsequent verfolgt werden, sagt Hubertus Troskas, das für China verantwortliche Mitglied im Vorstand der Daimler AG. Nach eigenen Angaben plant Farasis ab 2022 zudem ein neues Werk im sachsen-anhaltischen Bitterfeld-Wolfen. Bislang produzierte der Hersteller ausschließlich in China. Das Werk in Bitterfeld-Wolfen soll Europa-Sitz des Unternehmens werden und Batterien für E-Autos herstellen. Auch in anderer Hinsicht arbeitet die Daimler AG am Auto der Zukunft. Zum Beispiel baut Daimler ab 2024 alle Mercedes-Benz-Autos mit einer Technologie, die das Fahren für immer verändert.

Ein anderes Werk der Daimler AG soll hingegen verkauft werden. Grund dafür ist zum einen die Konzernausrichtung, die verstärkt auf Elektrifizierung und Digitalisierung setzt. Auch das Coronavirus ist ein Faktor. Zudem verzweifelt Daimler an dem einst beliebten Modell Smart. Deshalb will die Daimler AG im französischen Hambach ein Werk mit 1.600 Mitarbeitern verkaufen. Die neue Generation des dort produzierten Smart EQ wird künftig in China gebaut.

Schätzungen zufolge machen Produktpiraten weltweit einen Umsatz von mehr als 500 Milliarden US-Dollar im Jahr. Der Handel mit Fälschungen von Fahrzeug-Ersatzteilen hat daran einen immensen Anteil. Die Daimler AG kämpft gegen Fälschungen bei Mercedes-Benz, die für Autofahrer lebensgefährlich sein können.

Rubriklistenbild: © Andrej Sokolow/dpa/picture alliance

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