Negativpreis für Mercedes GLS

„Monströse Stadtpanzer“: Daimler AG empört mit dem absurdesten Monster-SUV des Jahres

Mercedes GLS von Daimler vor einem kleineren Auto
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Deutsche Umwelthilfe verleiht Daimler den „Goldenen Geier 2020“ für den unsinnigsten Monster-SUV Mercedes GLS.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Die Deutsche Umwelthilfe verleiht Daimler eine strittige Auszeichnung. Der Mercedes GLS erhält den „Goldenen Geier 2020“ - für den unsinnigsten Monster-SUV des Jahres.

  • Die Daimler AG und CEO Ola Källenius erhalten von der Deutschen Umwelthilfe einen Negativpreis.
  • Der Mercedes GLS, der von der Daimler-Tochter Mercedes Benz produziert wird, wird als „unsinnigster Monster-SUV“ ausgezeichnet.
  • Damit möchte die Deutsche Umwelthilfe auf den hohen CO2-Ausstoß von SUV wie dem Mercedes GLS der Daimler AG aufmerksam machen.

Stuttgart - Für den Automobilkonzern Daimler AG, dessen Zentrale sich in Stuttgart befindet, sind Auszeichnungen und Awards, etwa für die A-Klasse, C-Klasse und E-Klasse, nichts Neues. Über folgenden Preis dürfte sich Daimler-SEO Ola Källenus jedoch weniger freuen: Die Deutsche Umwelthilfe (DHU) verlieh dem Mercedes GLS am Mittwoch den Goldenen Geier 2020.

Der von Mercedes Benz, Tochter der Daimler AG, produzierte Stadtgeländewagen erhielt in der jährlichen Online-Abstimmung die meisten Stimmen und wurde damit zum ökologisch unsinnigsten Monster-SUV des Jahres gewählt, wie es in der Pressemitteilung der DUH heißt. Dabei setzte sich der Mercedes GLS im Vergleich zu vier weiteren nominierten Modellen - unter anderem von BMW - durch. An der Abstimmung nahmen 18.000 Verbraucher teil.

Daimler AG: Deutsche Umwelthilfe zeichnet Mercedes GLS mit zweifelhaftem Preis aus

Abgestimmt wurde über die Modelle der Geländewagen anhand von eingeschickten Fotos sowie Bildern, die auf Social Media mit dem Hashtag #GoldenerGeier hochgeladen wurden - die DUH hatte dazu aufgerufen, die „absurdesten SUV zu fotografieren“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Aus den 400 Norminierungen wählte der Umweltverein fünf Modelle aus. Die Daimler AG beziehungsweise der Mercedes GLS erhielt etwa ein Drittel aller Stimmen.

Deutsche Umwelthilfe verleiht Daimler den „Goldenen Geier 2020“ für den unsinnigsten Monster-SUV Mercedes GLS.

Mit der Negativauszeichnung für die Daimler AG möchte die DUH auf den enormen CO2-Ausstoß aufmerksam machen, den SUV verursachen. „Monströse Stadtpanzer wie der Mercedes GLS schaden dem Klima und haben in unseren Städten nichts verloren. Mit diesen Monster-SUV können die Klimaziele nicht erreicht werden“, schreibt die DUH in ihrer Pressemitteilung zum Goldenen Geier 2020. Die Geländewagen seien laut Internationaler Energieagentur (IEA) die zweitgrößte Quelle für den weiltweiten Anstieg an CO2-Emissionen seit 2010. „Wären SUV ein Land, hätten sie den siebtgrößten Ausstoß an CO2 in der Welt“, heißt es in der Pressemitteilung der DUH.

Es spricht Bände, dass das Daimler-Management sich nicht in die Diskussion traut. Deshalb fordern wir den Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius und die anderen Autobosse hier noch einmal klar auf: Übernehmen Sie Verantwortung und holen Sie die Klimakiller von der Straße!

Statement Deutsche Umwelthilfe in ihrer Pressemitteilung vom 12.08.2020

Den zweifelhaften Preis für den Mercedes GLS nahm am Mittwoch ein Vertreter der Werkschutzleitung der Daimler AG vor der Konzernzentrale in Stuttgart entgegen. Zu einer Diskussionen seien Daimler-SEO Ola Källenus oder ein anderer Vertreter der Konzernspitze auf Nachfrage des Umweltschutzvereins nicht bereit gewesen. Die DUH fordert von der Daimler AG und anderen Fahrzeugherstellern unter anderem das „SUV-Wettrüsten“ zu beenden und den „Fokus auf sparsame Modelle“ zu setzen. Bei der Wahl des Negativpreises gab es jedoch verstörende Patzer, wie 24auto.de berichtet*.

Kritik an „SUV-Wettrüsten“: Daimler AG wird aufgefordert, mehr in sparsame Modelle zu investieren.

CEO Ola Källenius hat zur Rettung des Automobilkonzerns derweil einen Strategiewechsel für die Daimler AG angekündigt, wodurch Hunderttausende Jobs in Gefahr sind. 150.000 Arbeitsplätze sollen allein durch Fortschritte bei Produktivität und Produktionstechnik entfallen. 160.000 Stellen könnten überflüssig werden, weil ein E-Auto weniger Teile hat als ein Verbrenner. Derweil muss sich Ola Källenius zudem mit Kritik für eine andere Ankündigung auseinandersetzen. Ein Journalist schrieb, mit dieser Entscheidung sorge der CEO dafür, dass die Daimler AG auf dem Automarkt der Zukunft keine Führungsrolle mehr spielen werde. *24auto.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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