EQ Ready App

Daimler könnte mit einer klugen Idee eines der größten Probleme von E-Autos lösen

  • Marleen van de Camp
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Die Daimler AG hat eine App, mit der jeder Autofahrer herausfinden kann, ob ein E-Auto oder Hybrid zum eigenen Fahrverhalten passt.

  • Die Daimler AG hat eine App, mit der jeder Autofahrer herausfinden kann, ob ein E-Auto oder Hybrid zum eigenen Fahrverhalten passt.
  • Viele Menschen sehen im E-Auto die Zukunft des Fahrens, scheuen aber den Umstieg vom Verbrenner auf ein Elektroauto.
  • Nach Angaben von Mercedes-Benz hat die Auswertung von Nutzerdaten der EQ Ready App gezeigt, dass mindestens 90 Prozent aller Fahrten mit einem E-Auto machbar sind.

Stuttgart – Von der Daimler AG kommt eine App, mit der ihr herausfinden könnt, ob ein E-Auto oder Hybrid in euren Alltag passt. Dazu müsst ihr kein Modell der Daimler-Tochter Mercedes-Benz fahren. Die EQ Ready App vergleicht die Modelle gängiger Fahrzeughersteller mit dem Verbrauch von Mercedes-Benz Hybriden, EQ und Smart EQ Modellen sowie anderen Elektroautos der Daimler AG. Die App gibt es seit drei Jahren, wurde aber gerade um mehrere Funktionen erweitert, wie in der Pressemitteilung auf der Daimler-Website angekündigt wird.

Die EQ Ready App der Daimler AG unterstützt Autofahrer bei der Frage, ob der Umstieg auf ein E-Auto praktikabel wäre.

Daimler-App berechnet Verbrauch der E-Auto-Modelle von Mercedes-Benz und Co. für beliebige Strecken

Laut Angaben der Daimler AG wurde die EQ Ready App in den drei Jahren seit ihrer Einführung 1,6 Millionen mal genutzt. Viele Autofahrer in Baden-Württemberg, Deutschland und weltweit sehen im E-Auto die Zukunft des Fahrens. Doch so mancher schreckt davor zurück, sich ein Fahrzeug mit Elektromotor zu kaufen. Immer wieder ist zu lesen, die Kapazität von E-Akkus sei derzeit noch zu gering, um jede beliebige Strecke mit einem E-Auto zu fahren. Auch das Netz von E-Ladesäulen scheint ausbaufähig zu sein.

Viele Menschen haben Angst, dass sie eines Tages mit ihrem E-Auto irgendwo im Niemandsland stehen und nicht weiterfahren können. Das hat auch die Daimler AG aus Stuttgart verstanden und möchte den Kunden beweisen, dass ein E-Auto viel alltagstauglicher ist, als sie denken. Die EQ Ready App berechnet darum den Verbrauch jedes E-Auto- und Hybrid-Modells von Mercedes-Benz und Smart für beliebige Strecken im Voraus. 

Mit dem Smart EQ Fortwo von Stuttgart nach Karlsruhe – aber nicht ohne Laden zurück

Die EQ Ready App der Daimler AG zeigt zu jeder gewählten Strecke den Akku-Verbrauch, sowie alle E-Ladesäulen im Umkreis und die Dauer der gegenenenfalls nötigen Ladezeit. Neu in der EQ Ready App ist unter anderem die 7-Tage-Challenge. Der Nutzer kann der App die Erlaubnis geben, eine Woche lang dessen Fahrverhalten zu analysieren. Am Ende der Challenge erfährt der Fahrer, ob ein E-Auto oder Hybrid für ihn infrage kommt.

Wählt man die 82 Kilometer lange Strecke von Stuttgart, der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, nach Karlsruhe, so kann man sie einmal mit einem Smart EQ Fortwo fahren. Es werden der App zufolge 80 Prozent der Batterie verbraucht. Will man also zurück nach Stuttgart, wo die Daimler AG ihren Hauptstandort hat, muss man das E-Auto in Karlsruhe wieder aufladen. Bei einem Mercedes-Benz EQC dagegen werden auf derselben Strecke 24 Prozent der Batterie verbraucht. Unter optimalen Bedingungen könnte man die Strecke von Stuttgart nach Karlsruhe und zurück also sogar zweimal fahren.

Wählt man einen Hybrid wie den Mercedes-Benz A250e, werden 162 Prozent der Batterie verbraucht – man muss also auf unterwegs auf den Verbrennungsmotor wechseln oder rund eine Stunde laden. Die Daimler AG hatte mit drei neuen Modellen auf die Coronakrise reagiert.

Daimler AG wertet die Daten von 1,6 Millionen App-Nutzern aus

Die EQ Ready App der Daimler AG ist laut Sabine Scheunert, Vice President Digital & IT Mercedes-Benz Cars Marketing & Sales „ein wichtiger Schritt in Richtung Elektromobilitätswende“. Die Auswertung der Daten von 1,6 Millionen App-Nutzern hat dem Fahrzeughersteller aus Stuttgart zufolge ergeben, dass bei 90 Prozent aller Fahrten weniger als 50 Kilometer zurückgelegt werden. Diese wären demnach ohne Probleme mit einem E-Auto und oder Hybrid (rein elektrisch) machbar.

Außerdem hat die Daimler AG in Kooperation mit den Machern des Films Avatar ein Fahrzeug entwickelt, das klimaverträglich, vegan und regenwaldschonend ist. Das Showcar ist als positiver Blick nach vorne zu verstehen. Mit dem Mercedes Vision AVTR hat Daimler ein spektakuläres Auto der Zukunft gebaut - bei der Probefahrt zeigt sich nur ein Makel.

Rubriklistenbild: © Daimler AG Pressefoto

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