Touchscreen statt Mittelkonsole

Daimler AG stellt neue Mercedes S-Klasse vor - ein Detail im Innenraum erinnert verdächtig an Konkurrent Tesla

  • Valentin Betz
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Mercedes-Benz setzt in Zukunft verstärkt auf Digitalisierung und Elektromobilität. Das sieht man der neuen S-Klasse an - doch sie erinnert auch stark an die Fahrzeuge des Konkurrenten Tesla.

  • Mercedes-Benz setzt bei der neuen S-Klasse auf einen Touchscreen statt auf eine klassische Mittelkonsole.
  • Das Display, das zur Steuerung des neuen Multimediasystems MBUX dient, sieht dem von Tesla jedoch erstaunlich ähnlich.
  • Die Daimler AG hatte zuletzt mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu kämpfen.

Stuttgart - Erst vor wenigen Tagen hatte die Daimler AG Details zum neuen Luxus-Modell des Tochterunternehmens Mercedes-Benz preisgegeben. Im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung stellte Daimler die im Herbst kommende S-Klasse vor. Gleichzeitig feierte die Daimler AG auf Twitter ihr neues Multimediasystem - und kassierte Häme und Spott. Auch sonst war der Termin nicht einfach für den Fahrzeughersteller. Daimler-CEO Ola Källenius musste sich auf der Hauptversammlung erstmals wütenden Anlegern stellen.

Die Twitter-Gemeinde störte besonders, dass Daimler seine Zukunft als digital und elektrisch bezeichnete. Ihrer Meinung nach sollte Digitalisierung und Elektromobilität längst zur Gegenwart des Fahrzeugherstellers gehören. Entsprechend konnten sich manche Nutzer auch eine Andeutung in Richtung Tesla nicht verkneifen: „Tesla ist already there. For more than 10 years ....“, also „Tesla hat das längst erreicht. Vor mehr als 10 Jahren ...“ Tatsächlich hat die Twitter-Gemeinde mit ihrem Tesla-Vergleich nicht Unrecht. Denn: Bei der Präsentation des Innenraums der neuen Mercedes S-Klasse erinnert besonders ein Detail stark an Tesla.

Neue Mercedes S-Klasse kommt mit Touchscreen statt klassischer Mittelkonsole - und erinnert stark an Tesla

Die S-Klasse von Mercedes-Benz soll als erstes Fahrzeug der Daimler AG auch das neue Multimediasystem MBUX nutzen. Das System wird über einen großen OLED-Touchscreen gesteuert, der zwischen Fahrer und Beifahrer angebracht ist - ganz wie bei Tesla. Während die Daimler AG die Vorzüge des Displays preist - es gibt haptisches Feedback und erkennt frühzeitig, welche Menüpunkte ausgewählt werden sollen - reagiert auch hier die Twitter-Gemeinde mit Spott. Ein Nutzer schreibt: „Das ist Windows Media Player Design von 2009. Und funktioniert wahrscheinlich auch so...“

Daimler AG: Der neue Touchscreen der Mercedes S-Klasse sieht dem von Konkurrent Tesla verdächtig ähnlich.

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, spart sich Mercedes-Benz durch den Einsatz des Touchscreens bei der neuen S-Klasse ganze 27 Schalter. Neben dem Display zwischen Fahrer und Beifahrer kann die S-Klasse mit bis zu drei weiteren Touchscreens für die anderen Passagiere gekauft werden. Die S-Klasse wird damit weiterhin zu den hochpreisigen Modellen von Mercedes-Benz gehören, nicht umsonst wird das Auto auch gerne als Chauffeur-Wagen genutzt. Das aktuelle Modell - noch ohne Touchscreen - kostet bereits in der günstigsten Ausstattung mehr als 140.000 Euro.

Daimler AG und das Coronavirus in Baden-Württemberg: Neue Modelle gegen die Krise

Die Daimler AG hatte zuletzt nur wenig Anlass zur Freude. Das Coronavirus traf auch Daimler mit voller Wucht. Darin ist auch die Tatsache schuld, dass der Fahrzeughersteller zu spät auf die Elektromobilität eingegangen ist und noch auf Verbrennungsmotoren setzt. Denn 95 Prozent der Jobs bei Daimler hängen an diesem Bereich, den die Regierung zum Sterben verurteilt hat.

Zuletzt hatte Daimler daher massiv versucht, die drohenden Einbußen durch das Coronavirus abzuwenden. So reagierte Daimler auf die Kaufprämie der Regierung für E-Autos und Hybride mit drei neuen Modellen. Im Herbst sollen dann die neue S-Klasse in Kombination mit dem Multimediasystem MBUX weiter für positive Schlagzeilen sorgen. Ob das gelingt, wird sich zeigen, denn: die Konkurrenz - darunter Tesla - schläft nicht.

Schätzungen zufolge machen Produktpiraten weltweit einen Umsatz von mehr als 500 Milliarden US-Dollar im Jahr. Der Handel mit Fälschungen von Fahrzeug-Ersatzteilen hat daran einen immensen Anteil. Die Daimler AG kämpft gegen Fälschungen bei Mercedes-Benz, die für Autofahrer lebensgefährlich sein können.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG

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