Werk in Berlin

Jobs Hunderter Daimler-Mitarbeiter offenbar gerettet - „bombastisch“

Eine Daimler-Mitarbeiterin prüft im Werk den Mercedes EQS
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Der Wandel zur Elektromobilität kostet auch bei der Daimler-AG Jobs. In einem Berliner Werk konnten viele Stellen nun gerettet werden. (Symbolbild)
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Bis 2030 will die Daimler AG nur noch E-Autos bauen. Damit will der Autobauer seine Zukunft sichern. Doch die Umstellung kostet zahlreiche Jobs - nicht so in einem Berliner Werk.

Stuttgart/Berlin - Der Verbrennerausstieg ist ein großes Vorhaben, das mittlerweile alle großen Autohersteller beschäftigt. Die Daimler AG hat sich schon vor längerer Zeit ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Ab 2030 will Daimler keine Autos mehr mit Verbrennermotor herstellen. Gut für die Umwelt, schlecht für die Mitarbeiter. Denn die Umstrukturierung zu den neuen Betriebsprozessen hat eine dramatische Folge: Es wird weniger Personal benötigt.

Daimler Chef Ola Källenius warnte bereits: E-Autos kosten zahlreiche Jobs. Zwar werde die Umstellung auf Elektrofahrzeuge auch neue Stellen schaffen, doch zugleich entfallen auch Jobs. In einem Berliner Werk hat der schwäbische Autobauer aber nun offenbar hunderte Stellen gerettet.

Daimler AG: 2.300 Arbeitsplätze standen vor dem Aus - nun soll Mercedes-Werk umstrukturiert werden

Der Daimler-Standort im Berliner Ortsteil Marienfelde soll im Zuge der Umstrukturierung gerettet werden, berichtet die Deutsche Presse Agentur (dpa). Künftig sollen im Werk Elektromotoren hergestellt werden, wie der Konzern am Donnerstag (18. November) mitteilte. Außerdem sollen im Berliner Standort Softwares für andere Werke entwickelt werden. „Damit können wir den Kolleginnen und Kollegen hier am Standort eine sehr gute Zukunftsperspektive bieten“, sagte Jörg Burzer, Mercedes-Benz-Vorstandsmitglied.

Ein Jahr lang hatten die Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und Mercedes-Benz gedauert. Über das Ergebnis ist der Betriebsrat mehr als zufrieden, bezeichnet es als „bombastisch“. Eine große Erleichterung auch für die Beschäftigten. Denn lange stand laut dpa auch eine Schließung des Werks im Raum. Dort wurden bisher vor allem Komponenten und Motoren für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor hergestellt. 2.300 Arbeitsplätze waren durch die Unternehmenstransformation zu Elektromotoren bedroht.

Daimler-Werk in Marienfelde: Elektromotoren für AMG-Modelle sichern Arbeitsplätze

Marienfelde soll künftig Elektromotoren für AMG-Modelle liefern. Zudem ist ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung im Berliner Standort geplant. Damit werde Berlin wichtiger im globalen Produktionsverbund, so Jörg Burzer. Wie viele Arbeitsplätze genau dadurch erhalten werden, lasse sich allerdings aktuell noch nicht sagen. Doch die Hoffnung ist groß, möglichst viele Stellen sichern zu können, da durch die neuen Aufgabengebiete auch neue Stellen geschaffen werden.

Anstatt neu einzustellen, setze man allerdings den Fokus darauf, die bereits vorhandenen Arbeitsplätze zu sichern, so Michael Rahmel, Betriebsratschef im Werk Marienfelde. „Niemand wird seinen Arbeitsplatz verlieren, es sei denn, er geht freiwillig“, betonte er. Ein Qualifizierungsprogramm soll gestartet und ein neues Trainingszentrum für neue Schulungskonzepte etabliert werden. „Wir wollen nicht unbedingt neu einstellen, sondern die Menschen, die hier arbeiten, weiter qualifizieren“, sagte Jörg Burzer.

In seiner Transformation zum E-Autobauer setzt Daimler zudem auf die neuste Technologie, plant sogar eine völlig neue Fabrik. Zum Standort des Werks machte Ola Källenius noch keine genauen Angaben. Doch die neue Fabrik solle die Herstellung der Autos mit Stern künftig nachhaltiger machen, so der Daimler-Chef.

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