Überraschende Aussage

„Tesla frisst Daimler“: Aussicht auf Fusion versetzt Mitarbeiter in Angst

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Die Daimler AG und Tesla sind bei der E-Mobilität eigentlich erbitterte Konkurrenten. Doch Tesla-Chef Elon Musk denkt darüber offenbar anders.

Berlin/Stuttgart - Die Daimler AG baut ihr Angebot an E-Autos weiter aus. In Zukunft entwickelt der Fahrzeughersteller aus Stuttgart bei neuen Modellen immer zuerst die elektrische Variante. Mit dem Fokus auf Elektromobilität ist Daimler noch deutlicher zum Konkurrenten des US-Herstellers Tesla geworden.

Immer wieder muss sich die Daimler AG mit den E-Autos von Tesla messen lassen. Der Vorsprung des US-Herstellers war zeitweise so groß, dass ein hochrangiger Manager Angestellte mit der Aussicht auf eine Fusion beunruhigte. Auf der einen Seite: Die Daimler AG, die bis zu 30.000 Stellen abbauen will und Werke in Hambach und Berlin abstößt. Auf der anderen Seite: Der US-Konzern Tesla, der eine riesige Fabrik nahe Berlin baut. Also genau dort, wo Mitarbeiter in Daimler ältestem Werk um ihre Zukunft zittern.

Nicht nur die Daimler AG, auch andere, traditionelle Fahrzeughersteller hinken Tesla hinterher und versuchen vergeblich, aufzuholen. Doch der Vorsprung des E-Auto-Herstellers aus Palo Alto ist gewaltig, in einem Gastbeitrag auf n-tv titelte der ehemalige Chefsvolkswirt von BMW Helmut Becker sogar: „Tesla frisst Daimler“.

Tesla konnte zuletzt sogar einen Daimler-Manager für sich gewinnen. Der Leiter eines Daimler-Werks in Berlin zieht weiter zu Teslas kommender Giga-Factory. Doch Tesla-Chef Elon Musk sieht das Verhältnis zur Daimler AG offenbar weniger angespannt - und könnte sich sogar künftige Kooperationen vorstellen.

Daimler AG und Tesla: Fahrzeugkonzerne haben eine gemeinsame Vergangenheit

Dabei waren beide Fahrzeughersteller früher bereits enger miteinander vernetzt. Der Daimler AG gehörten einst zehn Prozent von Tesla. Die Aktien wären heute mehr wert, als der halbe Daimler-Konzern. Doch der damalige Daimler-CEO Dieter Zetsche stieß die Anteile wieder ab.

Für Tesla-Chef Elon Musk ist auch eine Fusion mit der Daimler AG nicht völlig ausgeschlossen (Fotomontage).

Heute sieht die Lage deutlich anders aus. Tesla ist dank des Trends der Elektromobilität der wertvollste Autobauer der Welt und hat einen Marktwert von rund 455 Milliarden Euro. Daimler kann da mit 60 Milliarden Euro nicht mithalten, ebenso wenig wie andere deutsche Fahrzeughersteller. VW führt die Liste mit 77 Milliarden Euro noch an, BMW liegt mit 44,5 Milliarden Euro schon hinter Daimler.

Trotz der klaren Machtverhältnisse will Tesla-Chef Elon Musk aber nicht auf Einkaufstour gehen. Das erklärte er laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) am Dienstag bei der Verleihung des Axel Springer Awards in Berlin. „Wir werden definitiv keinen feindlichen Übernahmeversuch starten“, so Elon Musk. Eine andere Variante kann er sich schon eher vorstellen.

Tesla-Chef Elon Musk schließt Fusion mit anderen Fahrzeugbauern nicht aus - auch mit Daimler AG

Wenn ein Konkurrent finden sollte, „dass es eine gute Idee wäre, mit Tesla zu fusionieren“, werde man darüber reden, so Elon Musk laut dpa. Elon Musk gibt sich womöglich nicht ohne Grund so diplomatisch trotz der offensichtlichen Vorteile von Tesla an der Börse.

Denn vor seinem Auftritt in Berlin wurde eine E-Mail bekannt, in der Elon Musk seine Mitarbeiter zu Sparsamkeit aufruft - gerade im Hinblick auf den Aktienkurs. Denn die hohe Bewertung an der Börse liegt vor allem daran, dass Tesla durch den Verkauf von CO2-Emissionsrechten Gewinne erzielt. Der tatsächliche Verkauf von E-Autos wirft noch wenig Umsatz ab.

„Die Anleger geben uns einen Vorschuss auf künftige Profitabilität. Aber wenn sie beschließen sollten, dass es nicht dazu kommt, wird unsere Aktie sofort zerquetscht - wie ein Soufflé von einem Vorschlaghammer“, zitierte der Finanzdienst Bloomberg aus der E-Mail von Tesla-Chef Elon Musk. Um die E-Autos von Tesla günstiger zu machen, „müssen wir smarter bei den Ausgaben werden“, betonte er. Tesla will in seiner neuen Giga-Factory in Berlin ab kommenden Sommer bis zu 500.000 E-Autos pro Jahr bauen und die weltgrößte Batteriefertigung einrichten.

Rubriklistenbild: © Federico GambariniFederico Gambarini/dpa

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