Elektrische S-Klasse hinkt dem Verbrenner hinterher

Daimler räumt ein: Elektrische S-Klasse hat neben Reichweite und Ladezeit noch ein ganz anderes Problem

Studie der neuen Elektro-Limousine Mercedes EQS auf einer Automesse 2020 - In Kürze feiert die Serienversion Premiere
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Studie der neuen Elektro-Limousine Mercedes EQS auf einer Automesse 2020 - In Kürze feiert die Serienversion Premiere.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Die Daimler AG will mit dem EQS voll durchstarten. Laut Konzern-Chef Ola Källenius hinkt das E-Auto dem klassischen Verbrenner aber noch in einer wichtigen Hinsicht hinterher.

Stuttgart - Die Daimler AG arbeitet weiter kräftig an der E-Mobilität. Bereits am 15. April wird das nächste Modell der EQ-Reihe bei einer digitalen Weltpremiere der Öffentlichkeit präsentiert. Mit dem EQS macht Daimler eine Kampfansage an Tesla und will im Bereich der E-Autos endlich mit dem US-Pionier gleichziehen. Einer der Vorgänger-Modelle, der EQC, wurde noch als „Rohrkrepierer“ bezeichnet. Daimler ging sogar soweit, den SUV in den USA zurückzuziehen. Umso größer sind daher die Hoffnungen, die auf dem EQS liegen.

So sehr das E-Auto für die Daimler AG den Weg in die Zukunft weisen könnte - Daimler-Chef Ola Källenius musste im Vorfeld der Premiere nun einige Erwartungen dämpfen. Im Vergleich zu einem Verbrennermodell derselben Klasse ist beim E-Auto nicht nur die kürzere Reichweite und die längere Ladezeit problematisch. Hinzu kommt auch der wirtschaftliche Faktor, wie Källenius unterstrich.

Daimler AG: Der EQS wird „aus dem Stand vernünftige Rendite“ erzielen

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, dass der Konzern mit dem EQS zwar „aus dem Stand vernünftige Renditen“ erzielen werde. Der Gewinn würde jedoch erst einmal kleiner als bei vergleichbaren konventionellen Fahrzeugen ausfallen. Der Grund: Die Produktionskosten für das E-Auto seien einfach höher, so Ola Källenius.

Der EQS soll zum Super-Konkurrent für Tesla werden und Berichten zufolge rund 100.000 Euro kosten - der offizielle Preis ist aber noch nicht verkündet. Das E-Auto der Daimler AG sei mit fünf Metern Länge, 500 PS und 770 Kilometer Reichweite das „erste elektrische Auto in dieser Größenordnung“, so Källenius weiter. Bisher gebe es kein „vergleichbares Produkt“.

Daimler AG: EQS soll den Weg zur klimaneutralen Mobilität ebnen

Ähnliche Modelle hat die Daimler AG mit dem viel gescholtenen EQC und dem EQA bereits auf dem Markt. Vor allem letzteres E-Auto, das im Januar vorgestellt worden war, stößt laut dem Autohersteller aus der Landeshauptstadt Stuttgart bis dato auf große Nachfrage. Das hat auch Auswirkungen auf den Umsatz: Im ersten Quartal 2021 konnte Daimler mehr als doppelt so viele E-Autos verkaufen wie noch im vergangenen Jahr.

Die Zahlen dürften auch Hoffnung für den EQS machen, von dem sich die Daimler AG den höchsten Gewinn pro Auto in der EQ-Serie erhofft - und Hoffnungen für Daimlers E-Strategie überhaupt. Spätestens im Jahr 2039 will der schwäbische Autohersteller nämlich auf klimaneutrale Mobilität umsteigen. Dann wollen die Stuttgarter nur noch E-Autos verkaufen. Vermutlich, so Källenius, werde der Umstieg aber gar noch schneller passieren.

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