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E-Autos nur für Reiche? Daimler-Boss Ola Källenius macht klare Ansage

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Von: Franziska Vystrcil

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Ein Entwurf des Daimler EQS und Daimler-Chef Ola Källenius (rechts im Bild).
Die Daimler AG setzt alles auf E-Mobilität, wie hier mit dem EQE. Daimler-Chef Ola Källenius warnt jedoch: Diese Art der Mobilität müsse jedem zugänglich sein. © Mercedes-Benz AG - Global Communications/dpa/Collage

Verbrenner gehören bei der Daimler AG bald der Vergangenheit an. E-Autos sollen den Autobauer in die Zukunft führen. Eine Herausforderung, so Ola Källenius.

Stuttgart - Die Chipkrise und die Coronapandemie legen der Daimler AG aktuell viele Steine in den Weg. Monatelange Lieferzeiten erschweren dem Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart das Geschäft. Klar, dass das nicht spurlos an Daimler vorbeigeht. Chef Ola Källenius bleibt dennoch optimistisch, dass der Konzern sein Ziel trotz der aktuellen Probleme erreichen und einhalten kann: Ab 2030 will die Daimler AG keine Verbrenner mehr bauen, ab diesem Zeitpunkt plant der Autobauer, nur noch E-Autos zu produzieren.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass der Verkauf von E-Autos schon bald extrem ansteigen wird“, sagte Ola Källenius der Bild am Sonntag. Doch wer kann sich die E-Autos von Mercedes-Benz künftig leisten?

Daimler-Boss Ola Källenius betont: Mobilität darf kein „Luxusgut“ werden

Fest steht: Auch wenn künftig mehr E-Autos auf dem Markt sein werden, nicht jeder wird sich ein solches leisten können. Auch im Hinblick auf die aktuell steigenden Strompreise. Diese „Strompreisexplosion“ macht den Kauf von E-Autos nicht gerade attraktiver. Wird die E-Mobilität somit künftig nur noch eine Option für Gutverdiener sein? „Eines ist klar: Für uns alle wird es am teuersten, wenn wir den Klimawandel nicht abbremsen“, weist Daimler-Chef Ola Källenius nochmals auf die Klimaproblematik hin.

Nachhaltigkeit sei die einzige Geschäftsstrategie, die auch zukünftige Gewinne sichere, so der Daimler-Boss. Es gebe zudem keine Alternative zur Klimaneutralität. Doch er warnt: „Auf dem Weg dahin müssen wir aber aufpassen, dass Mobilität kein Luxusgut wird.“ Ola Källenius betont: „Wenn Mobilität etwa durch den CO₂-Preis für manche Bevölkerungsgruppen unerschwinglich wird, ist es Aufgabe der Politik, mit Unterstützungen und Entlastungen gegenzusteuern.“

Auch in Sachen Ladenetz sieht der gebürtige Schwede den Staat in der Verantwortung, ebenso wie die Wirtschaft. „Die Menschen werden sich in Zukunft nicht weniger, sondern mehr bewegen. Für die E-Mobilität bedeutet das: Wir brauchen überall Ladesäulen – eine Aufgabe, die Wirtschaft und Staat jetzt schnell gemeinsam angehen müssen“, sagte er der Bild am Sonntag.

Daimler-Chef befürwortet Kaufprämie für E-Autos: „Es wird immer mehr E-Autos auf dem Markt geben“

Eine Prämie für den E-Autokauf hält Ola Källenius ebenfalls für eine gute Methode, um die E-Mobilität im Land zu fördern. Die Kaufprämie für E-Autos sorgte bereits in Baden-Württemberg für einen E-Auto-Boom. Die Zahl der Anträge für die Kaufprämie hatte sich kurzzeitig verdreifacht. Die Ampel-Koalition will die Prämie für E-Autos überarbeiten und bis 2025 auslaufen lassen. Ola Källenius befürwortet das Vorhaben. „Das ist gut für alle, die sich gerade mit dem Autokauf beschäftigen. Es wird immer mehr und kostengünstigere E-Autos auf dem Markt geben“, sagt er. Die Daimler AG investiere in den nächsten Jahren über 70 Milliarden Euro, damit dieser Wandel zur E-Mobilität gelinge.

Die Daimler AG setzt bei immer mehr Modellen auf die Elektrifizierung. Das kommt auch bei Mercedes-Fans gut an. Etwa die neue Businesslimousine EQE ließ Fans förmlich ausflippen. Die Markteinführung der elektrischen E-Klasse ist für Mitte 2022 vorgesehen.

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