„Herzlichen Glückwunsch Mercedes-Benz“

Daimler-Fahrer stinksauer: Elektromotor gibt vorzeitig Geist auf - „Glanzleistung“

Ein Kunde hat den defekten Tankdeckel seiner B-Klasse fotografiert
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Daimler: Ein Mercedes-Fahrer beschwerte sich bei Facebook über den Elektromotor seiner B-Klasse.
  • Julian Baumann
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Auf Facebook beschwerte sich ein Mercedes-Fahrer über den defekten Elektromotor seiner B-Klasse. Bei dem Modell der Daimler AG ging offenbar der Tankdeckel nicht mehr auf.

Stuttgart - Die Daimler AG setzt inzwischen stark auf das E-Auto und will ab 2030 ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge bauen. Erst kürzlich beschleunigte der Autokonzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart die E-Auto-Strategie noch mal deutlich. Die elektrischen Modelle haben eine große Anzahl an modernster Software verbaut, die nahezu alle Funktionen des Fahrzeugs steuern. Das führt manchmal jedoch auch zu Komplikationen. Daimler musste beispielsweise in den USA 350.000 Autos zurückrufen, aufgrund eines Defekts mit der elektrisch gesteuerten Rückfahrkamera.

Doch nicht nur die E-Autos der Daimler AG, wie die Luxuslimousine EQS oder die kürzlich vorgestellte Business-Limousine EQE, haben elektronische Steuerungen verbaut. Auch ältere Modelle verfügen bereits über kleine Elektromotoren, die zwar nicht unbedingt das Fahrzeug an sich antreiben, jedoch beispielsweise das Öffnen der Heckklappe steuern. Ein Fahrer einer B-Klasse von Mercedes-Benz aus dem Baujahr 2017 beschwerte sich auf der Facebook-Seite des Autobauers. Nach vier Jahren sei der Elektromotor seines Modells defekt, der die Öffnung des Tankdeckels steuere. „Herzlichen Glückwunsch Mercedes-Benz für diese Glanzleistung“, schrieb der Fahrer.

Daimler AG: Kunde kann B-Klasse nicht betanken - „musste ja mit Elektromotor geöffnet sein“

Bei den früheren Fahrzeuggenerationen der Daimler AG und anderen Autobauern musste man an der Tankstelle aus seinem Auto steigen, zum Tankdeckel laufen und ihn händisch öffnen. In vielen modernen Fahrzeugen reicht jedoch ein Druck auf einen Knopf im Fahrerbereich, damit sich der Deckel öffnet. Das Problem ist nur, wenn die zugrundeliegende Mechanik defekt ist, lässt sich der Tankdeckel unter Umständen gar nicht mehr öffnen. „Seit heute öffnet sich der Tankdeckel nicht mehr“, erklärt der Mercedes-Fahrer auf Facebook. „Musste ja mit Elektromotor geöffnet sein, ist ja ein Mercedes.“

Die B-Klasse von Mercedes-Benz gilt als das Familien-Auto der Daimler AG. Die erste Generation des Kompaktvans wurde zwischen 2005 und 2011 gebaut. Zwischen November 2014 und August 2017 bot Mercedes-Benz die B-Klasse ebenso mit einem Elektromotor mit einer Leistung von 180 PS an. Ein solches Modell besitzt wohl auch der Mercedes-Fahrer, der sich auf Facebook über die Mechanik beschwerte. Nach vier Jahren und 40.000 gefahrenen Kilometern schien der Elektromotor jedoch nicht mehr funktionieren zu wollen. „50 Mal musste dieser kleine Elektromotor dieses kleine Deckelchen öffnen“, schreibt er.

Daimler AG: Mercedes-Fahrer schockiert über Defekt - „ich kann mich gar nicht aufregen“

Bei der B-Klasse von Mercedes-Benz aus dem Baujahr 2017 handelt es sich nicht um ein reines E-Auto, sondern um ein Hybrid-Modell, das sowohl über einen Verbrenner-Motor als auch einen elektrischen Antrieb verfügt. Kürzlich kündigte Daimler an, nicht mehr in Plug-in-Hybride investieren zu wollen. Der Fahrer ließ sich auf Facebook darüber aus, dass bei dem Modell nach vergleichsweise wenigen Tankvorgängen bereits der E-Motor streikt. „Sagen wir 100 Mal muss das Elektromotorle des kloine Deckele öffna“, schreibt er. „Mehr nicht.“

Dass der Elektromotor bei der B-Klasse der Daimler AG nach so wenigen Einsätzen streikt, führt bei dem Mercedes-Fahrer zu Unverständnis. „Nach 100 Mal gibt es den Geist auf und ist kaputt“, schreibt er auf Facebook. „Ich bin so sprachlos und blank entsetzt, ich kann mich gar nicht aufregen.“ Der Stuttgarter Autobauer reagierte auf die Beschwerde des Kunden und entschuldigte sich. „Dies sollte definitiv nicht vorkommen und es tut uns sehr leid, dass du diese Erfahrung mit deinem Stern machen musst.“ Nach eigenen Angaben konnte der Mercedes-Fahrer mithilfe eines Automechanikers inzwischen den Notfallhebel betätigen und den Tankdeckel händisch öffnen. Demnach kann er das Modell trotz defektem E-Motor wieder betanken.

Ebenfalls aufgrund eines Defekts baute ein Fahrer einer S-Klasse der Daimler AG beinahe einen Unfall. Er beschwerte sich allerdings nicht über Facebook. Stattdessen flog der Kanadier nach Stuttgart, um sich persönlich bei Daimler zu beschweren. Welche fatalen Folgen eine elektrische Steuerung von bestimmten Funktionen haben kann, zeigte kürzlich auch ein Vorfall in einer Waschanlage. Die Heckklappe eines Luxus-SUV öffnete sich mitten im Waschgang, die Walze riss das Auto auseinander.

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