Milliardensumme

Daimler AG in Bedrängnis: Eine Million Kunden will angeblich klagen

  • Marleen van de Camp
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Der Daimler AG könnte erneut ein Milliardenverlust drohen. Mehrere Kanzleien in Großbritannien sollen Sammelklagen mit Kunden von Mercedes-Benz vorbereiten.

  • Der Daimler AG könnte im Diesel-Skandal ein weiterer Milliardenverlust drohen.
  • Eine Million Mercedes-Benz-Kunden soll in Großbritannien angeblich eine Sammelklage gegen den Fahrzeughersteller vorbereiten.
  • In Stuttgart gibt man sich gelassen - es gebe mehrere Gründe, an der Klage zu zweifeln.

Stuttgart - Der Daimler AG könnte erneut ein Milliardenverlust drohen. Mehrere Verbraucherkanzleien in Großbritannien sollen Sammelklagen gegen den Fahrzeughersteller aus Stuttgart vorbereiten. Der Grund: Die Verwicklung der Daimler-Tochter Mercedes-Benz in den Diesel-Skandal. Während der Fall in Deutschland schon seit Jahren die Gerichte beschäftigt, nimmt er in Großbritannien „gerade erst richtig Fahrt auf“, schreibt die Frankfurter Allgemeine.

Daimler AG soll mit der größten Klagesumme der schottischen Geschichte konfrontiert werden

Da hilft es der Daimler AG nicht gerade, dass sie sich vor zwei Wochen mit Klägern in den Vereinigten Staaten auf einen Vergleich in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar (knapp 1,9 Milliarden Euro) geeinigt hat. Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart nimmt den Milliardenverlust in den USA wohl in Kauf, um die dort laufenden Verfahren im Diesel-Skandal zu beenden und zu vermeiden, dass die Kosten noch höher werden.

Das entfaltet in Großbritannien offenbar eine Signalwirkung. Von der größten Klagesumme der schottischen Geschichte ist bereits die Rede, von einer Million Kläger und einer Entschädigung von 10.000 Pfund pro Fahrzeug von Mercedes-Benz.    

Daimler AG: Weiterer Milliardenverlust wäre eine Gefahr für den angeschlagenen Fahrzeughersteller

Die Daimler AG war bereits vor dem Coronavirus angeschlagen: Die Daimler-Unternehmensstruktur musste teuer angepasst werden und der Wandel zum E-Auto macht dem Konzern zu schaffen. Nun stellen die Klagen im Diesel-Skandal und der drohende Milliardenverlust eine weitere Gefahr dar. Seit Monaten stehen bei Daimler Zehntausende Entlassungen im Raum. Das Smart-Werk in Hambach steht kurz vor dem Verkauf und die Daimler AG könnte noch weitere Werke abstoßen.

Die rund 300.000 Daimler-Mitarbeiter auf der Welt zittern um ihre Zukunft. Doch die Abgasmanipulationen bei dem Fahrzeughersteller aus Stuttgart scheint nun mal erwiesen zu sein. Betroffene Mercedes-Benz-Kunden fordern Entschädigung – auch in Großbritannien

Der Daimler AG droht ein weiterer Milliardenverlust.

Daimler AG sieht keine guten Voraussetzungen für die Kläger in Großbritannien

Doch ob es wirklich wieder zu einem Milliardenverlust kommt, bleibt abzuwarten. Die Million an klagenden Mercedes-Benz-Fahrern in Großbritannien zieht die FAZ in Zweifel. Die Summe der Rückrufe in ganz Europa beliefe sich nämlich nur auf 1,4 Millionen insgesamt. Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart habe „allenfalls eine niedrige sechsstellige Zahl“ von Autos ins Vereinigte Königreich geliefert.

Auch die Daimler AG gebe sich wie in allen im Diesel-Skandal bisher anhängigen Verfahren gelassen. Man halte die Forderungen für unbegründet, heiße es aus Konzernkreisen. Die Klage von Mercedes-Benz-Kunden in den USA könne man zudem nicht mit einer eventuellen Klage in Großbritannien vergleichen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen seien anders und es handele sich natürlich auch um Fahrzeuge mit völlig anderen Abgassystemen. 

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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