250 bis 300 Mitarbeiter pro Tag

Daimler baut Impfbus, der direkt zu Mitarbeitern fahren soll

Der Setra LE business von der Daimler Truck AG wird ein mobiles Impfzentrum.
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Im Impfbus der Daimler-Marke Setra sollen schon bald 250 bis 300 Arbeitnehmer pro Tag geimpft werden.
  • Julian Baumann
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Die Coronakrise geht auch an der Daimler AG nicht vorbei. Ein neuer Impfbus soll nun den Kampf gegen das Virus vorantreiben - und direkt zu den Arbeitnehmern fahren.

Stuttgart - Die Corona-Pandemie war auch für die Stuttgarter Daimler AG ein schwerer Schlag. Der Autobauer musste im vergangenen Jahr die Produktion vieler Werke für mehrere Wochen stilllegen und Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Das bedeutete auch einen massiven Umsatzrückgang für den schwäbischen Autokonzern.

Aus Angst vor einem erneuten Lockdown, der auch Bereiche betreffen könnte, die aktuell noch nicht eingeschränkt sind, verschärfte Daimler den Ton gegenüber den Mitarbeitern. Mit dem „Null-Toleranz-Prinzip“ sollen die Einhaltung der Hygieneregeln strenger kontrolliert und Verstöße entsprechend geahndet werden.

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ist die Impfung der wichtigste Schritt. Aktuell schreiten die Impfungen im Südwesten und in ganz Deutschland allerdings nur langsam voran. Die Daimler AG will die Mitarbeiter selbst gegen Corona impfen. Die Lkw-und Bus-Sparte des Autobauers brachte bereits im November einen Corona-Testbus auf die Straßen. Nun entwickelt das Tochter-Unternehmen der Daimler AG ein mobiles Impfzentrum, das direkt zu den Arbeitnehmern fahren soll, heißt es in einer Pressemitteilung.

Daimler AG: Tochter-Unternehmen baut Impfbus für die Arbeitgeber

Da ein erneuter Stillstand der Werke den Stuttgarter Konzern wieder vor massive finanzielle Probleme stellen würde, liegt es auch im Interesse der Daimler AG, die Impfungen in Deutschland schneller voranzutreiben. „Die Infektionszahlen steigen, wir sind mitten in der dritten Welle und Deutschland hangelt sich von Lockdown zu Lockdown“, heißt es in der Pressemitteilung von Daimler Trucks.

Gerade in Werken großer Unternehmen, wo die Mitarbeiter stellenweise gezwungen sind, eng an eng zu arbeiten, ist eine flächendeckende Impfung der Angestellten ein deutlicher Vorteil. Aufgrund der aktuellen Situation in Werken der Daimler AG, erhoben Mitarbeiter bereits schwere Vorwürfe.

Bei der Corona-Impfung in Stuttgart und Baden-Württemberg gibt es einiges zu beachten. Eine Terminvereinbarung ist nur über eine eingerichtete Hotline oder ein Online-System möglich. Abgesehen davon, dass es aktuell nach wie vor eher Glückssache ist, einen begehrten Impftermin zu bekommen, stellt dieses System auch die Arbeitnehmer vor Probleme. Auch viele Angestellte der Daimler AG müssten sich für eine Impfung freinehmen, um beispielsweise ins Impfzentrum in der Landeshauptstadt Stuttgart zu gehen.

Der Impfbus der Daimler AG soll das Problem jedoch beseitigen. „Der wesentliche Vorteil ist natürlich, dass man mit dem Bus zum Impfling kommt und der Impfling nicht anreisen muss“, sagte Martin Huber, CEO des Mühlhausener Unternehmens Huber Group, das ein durchgängig digitalisiertes Verfahren beisteuern wird.

Daimler AG: Produktion des Impfbuses in Neu-Ulm - bereits Ende März auf den Straßen

Der Impfbus der Daimler AG soll auf einem Überlandlinienbus der Marke Setra basieren und wird derzeit im Omnibuswerk des Fahrzeugherstellers in Neu-Ulm gebaut. Dazu haben die Daimler-Ingenieure nach Expertisen von Fachärzten und Impfspezialisten den Impfvorgang genau analysiert und in das Fahrzeugkonzept integriert, heißt es in der Pressemitteilung.

„Da es keine Dokumentation gab, haben wir den Bus direkt vor Ort entwickelt, sprich die Entwicklung hat direkt am Bus stattgefunden“, sagte der Produktionsleiter des mobilen Impfzentrums, Michael Wehner. „Dabei waren wir immer in enger Abstimmung mit der Entwicklung und der Konstruktion. Das war quasi Pionierarbeit direkt am Produkt.“

Der Impfbus der Daimler AG soll über vier jeweils durch einen Sichtschutz getrennte Impfkabinen verfügen. Daneben verfügt der Bus der Daimler-Marke Setra als mobiles Impfzentrum natürlich auch über einen Kühlschrank, um die verschiedenen Impfstoffe aufbewahren zu können. Daneben sorgen Klimageräte mit Aktivfiltern für eine gute Durchlüftung und eine Minimierung des Infektionsrisikos. Daimler und die Huber Group planen, 250 bis 300 Mitarbeiter eines Unternehmens pro Tag impfen zu können.

Die Vorarbeit, also Beratung über die Impfung, soll im Vorfeld in den Unternehmen durch die Betriebsärzte erfolgen. „Derjenige, der geimpft wird, kommt dann zur Registrierung an der hinteren Eingangstür, weist sich aus, die Daten werden noch mal überprüft und dann geht er in eine der vier Impfkabinen und wird dort geimpft“, erklärt Thomas Huber. Der erste Einsatz des Impfbuses der Daimler AG soll bereits Ende März erfolgen.

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