Düstere Aussichten

Schockvorhersage für Daimler: Das Coronavirus trifft den Konzern mit voller Wucht

  • Marleen van de Camp
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Die Daimler AG hat die vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Die Coronakrise ist für einen heftigen Gewinneinbruch bei dem Autobauer aus Stuttgart verantwortlich.

  • Die Daimler AG hat die vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Quartal bekannt gegeben.
  • Durch das Coronavirus ist der Gewinn des Autoherstellers aus Stuttgart massiv eingebrochen.
  • Die Produktion in den Werken läuft trotz des Coronavirus seit Montag langsam wieder an.

Stuttgart - Bei der Daimler AG mit Sitz in Stuttgart standen wegen des Coronavirus vier Wochen lang alle Werke still. Am 6. April begann bei dem Autohersteller Kurzarbeit, die noch bis Ende dieses Monats andauern könnte. Dass diese katastrophalen Umstände ich auch in der Bilanz des Automobilkonzerns niederschlagen würde, hatte man in Stuttgart erwartet. Jetzt legte der DAX-Konzern vorläufige Zahlen vor und sie sind ernüchternd.

Der Gewinn der Daimler AG vor Zinsen und Steuern ist im ersten Quartal 2020 um fast 78 Prozent eingebrochen, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Er lag also bei 617 Millionen Euro. Ein Aufschwung in den kommenden Monaten und eine Erholung bis zum Ende des Jahres gelte als unwahrscheinlich, auch wenn Prognosen angesichts der Corona-Pandemie sehr schwierig seien, hieß es aus Konzernkreisen.

Im ersten Quartal war der Absatz bei der Daimler-Tochter Mercedes-Benz um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen - es wurden in diesem Zeitraum nur 447.400 Automobile verkauft. In den Segmenten Daimler Trucks und Mobility war die Entwicklung vergleichbar schlecht.

Für die Daimler AG sieht es derzeit am Aktienmarkt finster aus.

Daimler AG sieht sich trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg gut für die Zukunft aufgestellt

Die Daimler AG sehe sich dennoch gut für die Zukunft aufgestellt. „Angesichts des Umstands, dass wir umfassende Maßnahmen zum Schutz unseres Barmittelbestands getroffen und unsere finanzielle Flexibilität erhöht haben, sind wir zuversichtlich, für die Zeit während und nach der Krise gut positioniert zu sein“, zitiert die Deutsche Presseagentur einen nicht näher benannten Konzernsprecher. Der Autohersteller aus Stuttgart in Baden-Württemberg hatte erst kürzlich eine Kreditlinie in Höhe von 12 Milliarden Euro mit mehreren Banken vereinbart.

Immerhin stehen die Werke der Daimler AG seit Montag nicht mehr still. Unter Beachtung strenger Hygienevorkehrungen können die Werksarbeiter zurückkehren und die Produktion der Daimler Automobile wieder anlaufen lassen. Wegen der Kurzarbeit, die durch das Coronavirus in Baden-Württemberg unumgänglich war, hatten die Daimler-Manager auf Gehalt verzichtet - aus Solidarität mit den betroffenen Mitarbeitern teilweise sogar bis zum Ende des Jahres.

Der Daimer-Chef Ola Källenius bemüht sich, durch Kürzungen, die wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg prekäre finanzielle Lage seines Konzerns zu stabilisieren. Zusätzlich bittet er den Staat, die Wirtschaft durch Kaufprämien wieder anzukurbeln. Daimler hat mit dieser Forderung einige Deutsche empört - dabei ist ein mächtiger Milliardär die wahre Bedrohung.

Die vom Coronavirus geschwächte Daimler AG gab am 16. Juli nach Börsenschluss ihre vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal bekannt. Die Mitteilung von Ola Källenius war so überraschend, dass die Daimler-Aktie vorübergehend an die DAX-Spitze schoss.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa/picture alliance

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