Personalabbau an vielen Stellen

Daimler und Co.: Autobauer haben viel zu viele Mitarbeiter - laut dem Arbeitsagentur-Chef

Ein Daimler-Mitarbeiter mit einer Maske umfasst während der Arbeit in der Produktion den Mercedes-Stern auf einer Kühlerhaube.
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Daimler verlagert die Produktion seiner Verbrenner nach China - Mitarbeiter in Deutschland bangen um ihre Jobs.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Auch die Automobilbranche ist durch die Corona-Pandemie hart getroffen. Laut des Regionalchefs der Arbeitsagentur droht ein anhaltender Stellenabbau in der Branche.

Stuttgart - Autohersteller wie die Daimler AG leiden derzeit ebenfalls unter den fatalen wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Die einstige Vorzeigeindustrie, die vor allem im Südwesten boomte, kann vorerst wohl kaum mit nennenswertem Wachstum rechnen. Christian Rauch, baden-württembergischer Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit, machte nun eine düstere Prognose für Angestellte der gesamten Automobilbranche und damit auch für die Daimler AG.

Daimler und andere Autobauer haben Überkapazitäten

Als Ingenieur war man bislang im Ländle gefragt, doch die Corona-Krise setzt auch dieser Berufsgruppe zu. „Unabhängig davon, ob Verbrenner- oder E-Motoren produziert werden, haben wir in der Automobilbranche Überkapazitäten“, sagte Christian Rauch der Deutschen Presseagentur (dpa).

„Aus meiner Sicht führt das bei den Unternehmen zwangsläufig zu Anpassung ihrer Kapazitäten, was dann leider in der Kette auch zu Personalabbau führen wird.“ Somit werde die Zahl der Jobs in der Autobranche „in den nächsten Jahren Stück für Stück“ weiter abnehmen.

Daimler und Co.: Bei den Autobauern drohen Tausende Stellen wegzufallen

In Hinblick auf die vielen Abfindungsprogramme der Automobilkonzerne wird deutlich, wie ernst es den Unternehmen mit dem Stellenabbau ist. Daimler zahlt seinen Mitarbeitern sogar sechsstellige Summen, um sie loszuwerden. Allein in Stuttgart baut Daimler 4.000 Stellen ab. Nicht nur die Hersteller leiden unter der Krise, auch Zulieferer sind durch die Krise von Daimler und Co. betroffen. Mahle schließt zwei Werke in Deutschland und baut 2.000 Jobs ab.

Der Chef der Arbeitsagentur Baden-Württemberg, Christian Rauch, erwartet in den kommenden Jahren einen stetigen Verlust an Arbeitsplätzen. „Ich sehe neben der Digitalisierung und der Transformation hin zu neuen Antriebsvarianten einen dritten großen Trend im Autosektor“, sagte er der dpa. „Und zwar, dass wir dort Überkapazitäten haben.“ In den nächsten Jahren würden die Hersteller beim Autoabsatz nicht mehr an das Rekordniveau der vergangenen Jahre herankommen.

500.000 Jobs hängen in Baden-Württemberg laut Arbeitsagentur an der Automobilbranche - das entspricht mehr als zehn Prozent aller Jobs im Südwesten. Bezieht man verwandte Branchen wie Reparaturwerkstätten mit ein, kommt man sogar auf eine Anzahl von bis zu 800.000 Jobs in der Region.

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