Werk in Bremen

Krise nimmt kein Ende: Daimler schickt wieder 1.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Ein Daimler-Mitarbeiter bringt den Mercedes-Stern an die Karosserie an.
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Das Daimler-Werk in Bremen steht erneut still.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Die Daimler AG muss erneut mehrere hundert Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Nach Sindelfingen ist nun das Werk in Bremen betroffen.

Bremen - Die Halbleiter-Krise lähmt die deutsche Autoindustrie nach wie vor. Vor etwas mehr als einer Woche hatte die Daimler AG verkündet, dass die Mitarbeiter im Werk in Sindelfingen in Kurzarbeit geschickt werden. Seither steht die neue Hightech-Fabrik von Daimler nach nur 10 Monaten erneut still. Nun ist auch das Werk in Bremen betroffen.

Wie das Regionalmagazin buten un binnen berichtet, sind rund Tausend Mitarbeiter in Bremen am Montag (19. Juli) in die Kurzarbeit geschickt worden. Alle Mercedes-Mitarbeiter seien in der Produktionshalle 93 tätig. Dort werden hauptsächlich kleinere Fahrzeuge gefertigt. Das Unternehmen rechnet mit einer Kurzarbeitszeit von einer Woche, auch eine Sonderschicht am Samstag sei abgesagt worden.

Daimler AG: Zuletzt wurde das Werk in Bremen im Juni in Kurzarbeit geschickt

Mehrere Werke des Autoherstellers aus der Landeshauptstadt Stuttgart waren in diesem Jahr immer wieder von Kurzarbeitsphasen betroffen. Zuletzt wurden die Daimler-Mitarbeiter in Bremen erst Anfang Juni in Kurzarbeit geschickt. Zuvor war bereits die Produktion der meistverkauften Modellreihe von Daimler in Sindelfingen als auch in Rastatt gestoppt worden.

Grund für die Kurzarbeiter ist der Chipmangel, der von internationalen Lieferketten abhängt. Aktuell verschärft sich die Situation durch zwei Ausfälle von Halbleiter-Produktionsstätten: In Malaysia brannte ein Werk nieder, in den USA wurde eines durch einen Wirbelsturm zerstört.

Ein Ende der Halbleiter-Krise ist derzeit nicht absehbar. Experten gehen davon aus, dass es sich um ein längerfristiges Problem handeln könnte, der Automobilproduzenten wie Daimler, Porsche und BMW noch über dieses Jahr hinaus beschäftigen wird. Top-Manager bei Mercedes-Benz gehen davon aus, dass Daimler-Mitarbeiter mindestens bis Mitte 2022 mit Kurzarbeitsphase rechnen müssen.

Daimler AG: Satte Gewinne durch Kosteneinsparungen im Personalbereich

Trotz allem scheint die Daimler AG der Halbleiter-Krise Stand zu halten. Obwohl die Produktion in den Werken mehrmals stillstand, macht der Autohersteller im zweiten Quartal 2021 überraschend hohen Gewinn: rund 5,2 Milliarden Euro. Der Autobauer überstieg damit auch die Prognose vieler Analysten, die ein Gewinn von rund 4 Millionen Euro erwartet hatten.

Allerdings wurden diese Zahlen durch Spaßmaßnahmen im vergangenen Jahr begünstigt. Mitte 2020 schrieb die Daimler AG aufgrund der Corona-Krise tiefrote Zahlen. Der Abbau tausender Stellen hat das Unternehmen verschlankt und zu Kosteneinsparungen geführt.

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