Ladeinfrastruktur

„Bin ungeduldig“: Daimler-Chef kündigt massive Investition in E-Auto-Zukunft an

Mercedes-EQ, EQS 580 4MATIC, Ladesäule
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Daimler-CEO Ola Källenius wünscht sich einen schnelleren Ausbau der Schnellladestationen von Ionity.
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    VonValentin Betz
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Die Daimler AG kann beim Durchbruch der E-Mobilität nicht nur auf neue Fahrzeuge setzen. Auch das Netzwerk an Ladestationen ist zentral.

Stuttgart/München - Am vergangenen Wochenende ging die Mobilitätsmesse IAA Mobility zu Ende. Die Daimler AG hat die internationale Bühne für zahlreiche Ankündigungen genutzt. Im Fokus stand dabei ganz klar die E-Mobilität. So feierte Daimler die Premiere des E-Autos EQE, das Fans ausflippen ließ.

Im Rahmen der IAA geht es allerdings nicht nur um neue Fahrzeuge. Die Messe ist stets auch Plattform für Innovationen und technische Neuerungen. Unter anderem verkündete Daimler, die Steuerung von Autos mit Gehirnströmen zu testen - ein Bereich, in dem auch Konkurrent Tesla mitmischt.

Die Fahrzeughersteller schafften auf der IAA zudem Klarheit, dass E-Autos alleine für die Mobilitätswende nicht ausreichen werden. Daimler-Chef Ola Källenius äußerte sich in diesem Zusammenhang zum Joint Venture Ionity, das ein Netzwerk von Schnellladestationen entlang europäischer Hauptverkehrsachsen etablieren will.

Daimler AG: CEO Ola Källenius ist im Gegensatz zu anderne Mitgliedern zufrieden mit Ionity

Das Netzwerk an Schnellladestationen Ionity ist ein Gemeinschaftsprojekt von sieben Fahrzeugherstellern. Neben BMW, Ford und Hyundai beteiligen sich auch die Daimler-Tochter Mercedes-Benz und der Volkswagen Konzern daran - Audi und Porsche mit eingeschlossen.

Allerdings sind wohl nicht alle Mitglieder von Ionity gleichermaßen zufrieden mit den bislang erzielten Fortschritten bei den Schnellladestationen. Wie Auto, Motor und Sport berichtet, äußerte VW-Chef Herbert Diess unlängst auf persönlichen Erfahrungen basierte Kritik. Der Konzern setzt zudem nicht ausschließlich auf Ionity: Beispielsweise will Porsche Kunden mit exklusiven Luxus-Ladesäulen ködern.

Daimler-Chef Ola Källenius schlug jetzt auf der IAA ganz andere Töne an. „Ionity hat das zu Anfang gesteckte Ziel erreicht. Und das lautete, ein europäisches Schnellladenetz entlang der Autobahnen aufzubauen. Ich lade regelmäßig bei Ionity, es funktioniert hervorragend“, erklärte er laut Auto, Motor und Sport. Allerdings würde es nicht zum ambitionierten Daimler-CEO passen, wenn damit schon alles gesagt wäre. Denn trotz gutem Status quo geht Ola Källenius der Netzwerk-Aufbau nicht schnell genug.

Daimler-CEO ungeduldig: Fahrzeughersteller will den Ausbau von Ionity vorantreiben

„Ich bin ungeduldig“, erklärte Daimler-CEO Ola Källenius entsprechend. Er und die Daimler AG wollen deshalb kräftig in die Schnellladestationen von Ionity investieren und eine „Version 2.0“ anstreben. „Ich kann nicht für Ionity sprechen, aber lassen Sie es mich einmal so ausdrücken: Mercedes wird einen weiteren Ausbau dieses Netzwerk ganz sicher massiv unterstützen“, so Källenius.

Denn angesichts des Tempos, das die Daimler AG bei der Entwicklung und Vorstellung neuer E-Autos vorlegt, fürchtet er ein Zurückfallen des Ladestation-Ausbaus. Ein gutes Netzwerk ist für den Durchbruch der E-Mobilität aber unabdingbar. „Ich bin der Meinung, dass wir als Hersteller mit unserer Produktoffensive einen Punkt erreicht haben, an dem wir schneller sind, als der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangeht. Und zwar nicht nur in Europa, sondern weltweit“, warnte Daimler-CEO Ola Källenius.

Der Chef der Daimler AG sieht dabei aber nicht nur die Fahrzeughersteller oder die Mitglieder des Joint Ventures Ionity in der Verantwortung. Im Rahmen der IAA konnte sich Ola Källenius einen Seitenhieb auf die Politik nicht verkneifen. Auf Produkt-Seite hätten die Fahrzeughersteller bisher geliefert und viele Forderungen erfüllt. Doch „wenn es unser gemeinsames Ziel ist, eine CO2-freie Welt aufzubauen, müssen in Sachen Lade-Infrastruktur den Worten jetzt auch Taten folgen! Hier müssen Politik und Industrie Hand in Hand arbeiten“, so Källenius.

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