Alleingang „nicht sinnvoll“

„Das wird schmerzhaft“: Bosch spricht eindringliche Warnung an Daimler, BMW & Co aus

Die Logos der Automobilkonzerne BMW (oben links), Audi (oben rechts), VW (unten links) und Daimler (unten rechts).
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Bosch warnt Autobauer wie Daimler, BMW und Co. vor einem Alleingang bei der Software-Entwicklung (Symbolbild).
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    vonJulian Baumann
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Die Software ist beim Automobilbau inzwischen fast so wichtig wie der Antrieb. Der Konzern Bosch aus Stuttgart warnt Autobauer wie die Daimler AG, BMW und Co. vor Alleingängen.

Stuttgart - Die Daimler AG stellt ihre Fahrzeuge nach und nach auf den Elektro-Antrieb um und will neue Verbrenner nur noch in China produzieren. Neben der Antriebstechnologie ist inzwischen jedoch auch die Software eines Fahrzeugs wettbewerbsrelevant. Durch den Fokus auf die E-Mobilität steht der Stuttgarter Konzern zwar in direkter Konkurrenz zu dem US-Hersteller Tesla.

Daimler, BMW und Co. müssen jedoch auch vor dem geplanten E-Auto von Apple zittern. Der Technologie-Konzern aus den USA mag den deutschen Autobauern bislang zwar im Fahrzeugbau unterlegen sein, hat in Sachen Software jedoch deutlich die Nase vorn.

Die Daimler AG kündigte in der ersten Weltpremiere des neuen Jahres einen riesigen Bildschirm von den Ingenieuren „Hyperscreen“ genannt, an, der in den neuen EQS verbaut werden soll. Dieses neue E-Auto soll zum Super-Konkurrenten für Tesla werden. Bereits vor längerer Zeit meldete der Stuttgarter Konzern die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems und will damit Google und Apple den Kampf ansagen. Der Mischkonzern Bosch, der seinen Sitz ebenfalls in der Landeshauptstadt Stuttgart hat, warnte die deutschen Autobauer nun vor einem Alleingang bei der Software, wie die Automobilwoche berichtet.

Daimler AG, BMW und Co.: Bosch-Chef schlägt Kooperation der Autobauer bei der Software vor

In einer Keynote stellte Daimler-Chef Ola Källenius vor einiger Zeit die Software-Strategie der Daimler AG vor. Die neuen Fahrzeuge sollen durch ein kostenpflichtiges Abo-Modell beständig mit Updates versorgt werden. Der Konzern verspricht sich davon, den Wert der neuen Modelle im Laufe der Zeit immer weiter zu steigern. Laut einem Autoexperten ist diese Idee jedoch nicht neu, sondern werde beim Konkurrenten Tesla schon seit Langem angewandt, wie Business Insider berichtete. Bislang schrauben die deutschen Autohersteller an eigenen Software-Technologien. „Ich halte es nicht für sinnvoll, dass jeder diese Aufgabe alleine angeht“, sagte Bosch-Geschäftsführer Harald Kröger der Automobilwoche.

Im Konkurrenzkampf gegen die US-Unternehmen Tesla und Apple schlägt der Bosch-Geschäftsführer vor, dass die Daimler AG, BMW und Co. bei der Entwicklung von Betriebssystemen kooperieren. Wer das Rad nochmals neu erfinden wolle, könne das zwar machen. „Aber er muss viele gute Leute vom Markt einsammeln, die kaum noch verfügbar sind“, sagte er der Automobilwoche. Das werde langfristig zu schmerzhaften Lernkurven führen. Unklar sei dabei auch, ob die Autokäufer am Ende dazu bereit seien, für den Aufwand auch entsprechend mehr zu zahlen.

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