Daimler, Bosch, VW

Künftiger Bosch-Chef sicher: Mobilitätswende „wird für viele Menschen schmerzhaft“

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, präsentiert den neuen Mercedes-Benz "EQE".
+
Auf der IAA reagierten die Chefs der Autokonzerne auf Vorwürfe, man würde nicht genug gegen den Klimawandel machen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Mit dem Fokus auf die E-Mobilität soll auch dem Klimawandel entgegengewirkt werden. Auf der IAA in München reagieren die Chefs von Daimler, Bosch und VW auf Vorwürfe.

Stuttgart/München - Der Klimawandel wird als Thema in jedem Jahr noch wichtiger. Welche fatalen Auswirkungen eine Änderung des Klimas haben kann, zeigte sich im bisherigen Jahr besonders deutlich. Vor einigen Wochen führten Starkregen und extreme Unwetter in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu Hochwasser und verheerenden Schäden und in weiten Teilen Europas kam es zu Waldbränden. Der Klimawandel ist auch bei der gerade stattfindenden Automesse IAA in München ein Thema. Die Daimler AG stellte beispielsweise die neue elektrische Limousine EQE vor und auch die anderen großen Autokonzerne setzen ihren Fokus auf die E-Mobilität.

Der Fokus auf das E-Auto wurde bei der Daimler AG kürzlich noch mal deutlich beschleunigt. Das Unternehmen aus der Landeshauptstadt Stuttgart will bereits ab 2030 ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge bauen. Mit der E-Auto-Strategie bereitet Daimler-Chef Ola Källenius den Konzern auf ein extremes Szenario vor. Die EU fordert seit langem ein Ende der Verbrenner-Produktion und auch die Grünen in Deutschland wollen die CO2-Belastung deutlich senken. Vor der Automesse IAA kritisierten Umweltschützer die deutsche Autoindustrie und warfen den Konzernen vor, nicht genug zu unternehmen. Die Autochefs reagierten, wie das Manager Magazin berichtet.

Daimler AG, VW und Co.: Autochefs fordern mehr Unterstützung von der Regierung

Die Daimler AG stellte mit der elektrischen E-Klasse EQE rund fünf Monate nach der Weltpremiere des EQS das fünfte elektrische Modell des Konzerns vor. Eine Technologie, die den Durchbruch des E-Autos förderte, will Daimler jedoch nicht weiter verfolgen. Auch andere große Autokonzerne wie Volkswagen und BMW setzen auf die E-Mobilität und damit auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit - ebenso Zulieferer wie Bosch. Bislang hat das E-Auto die Verbrenner-Modelle jedoch noch nicht ersetzt und für die Transformation ist noch so einige Hürde zu nehmen. Auf der Automesse forderte Herbert Diess, Chef des VW-Konzerns, mehr Unterstützung von der Regierung, schreibt das Manager Magazin.

Laut VW-Chef Diess werde es ohne genug Ökostrom keine CO2-freie Mobilität geben. Der Umstieg müsse deutlich schneller voranschreiten, lautete seine Forderung. „Es kann sehr viel mehr gegen den Klimawandel getan werden.“ Zudem forderte Diess eine schnellere Umstellung auf erneuerbare Energien. „Die Vorbedingung für die Dekarbonisierung des Transportsektors ist die Verfügbarkeit von grüner Elektrizität aus Sonne und Wind.“ Dadurch würden laut dem VW-Chef auch die Betriebskosten für E-Autos sinken.

Daimler-Chef Ola Källenius nannte dagegen bereits vor einiger Zeit eine Voraussetzung für den Durchbruch der E-Autos. Diese bestätigte der Vorstandsvorsitzende auf der IAA erneut. Die Elektrifizierung sei der Hauptweg, aber der Aufbau von Ladesäulen müsse mithalten, so Källenius laut dem Manager Magazin. Er sprach sich ebenfalls für erneuerbare Energien aus und sagte, Energie für Strom und für synthetische Kraftstoffe müsse aus erneuerbaren Quellen kommen, um die Klimaziele zu erreichen.

Neuer Bosch-Chef zum Klimawandel: „Umbau wird für viele Menschen schmerzhaft werden“

Auf der IAA in München sind neben den großen Autoherstellern wie der Daimler AG, VW oder BMW auch die Automobilzulieferer vertreten. Beim weltweit größten Zulieferer, Bosch aus Stuttgart, steht im kommenden Jahr ein Wechsel an der Spitze an. Der aktuelle Chef Volkmar Denner machte eine mutige Prognose für den Durchbruch der E-Autos. Er sei optimistisch, dass die E-Mobilität in Zukunft deutlich wachse. Sein Nachfolger, Stefan Hartung, mahnte bereits, dass eine wichtige Alternative zum E-Auto zu wenig beachtet werde. „Es ist eine gigantische Transformation“, sagte Hartung laut dem Manager Magazin auf der IAA.

Die Transformation zum E-Auto und zu erneuerbaren Energien wird in der Autoindustrie wohl mit vielen Opfern einhergehen. Die Daimler AG baut seit langem Arbeitsplätze im Zuge der Umstrukturierung ab. Das ist zum einen dem geschuldet, dass die Produktion eines E-Autos weniger Personal benötigt, zum anderen setzt die Montage jedoch auch andere Fähigkeiten voraus. Und auch Bosch streicht Hunderte Stellen, weswegen bereits eine Betriebsversammlung eskalierte. In Bezug auf den Klimawandel und die Umstellung auf erneuerbare Energien sagte der zukünftige Bosch-Chef: „Der Umbau wird für viele Menschen schmerzhaft werden“, berichtet das Manager Magazin. Das beträfe diese und die nächste Generation, er sei jedoch optimistisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare