Daimler Trucks

Daimler: In Ungnade gefallener Berater soll ganze Sparte des Konzerns umbauen

Ein Mercedes-Benz GenH2 Truck.
+
Ein neuer Berater soll Daimler Trucks auf Vordermann bringen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
    schließen

Die Daimler AG will das Truckgeschäft sanieren. Dafür kommt ein alter Bekannter zurück, der einst unter Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche zum Abtrünnigen geworden war.

Stuttgart - Schon einmal diente er der Daimler AG als McKinsey-Berater. Nun ist Andreas Zielke zurück beim Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart. Der 60-Jährige wird künftig in den Diensten von Karin Rådström stehen. Die Schwedin ist die neue Chefin der zentralen Daimler Trucks AG und war auf der Suche nach einem Leiter des „Transformation Office“, einem Bereich der für die Sanierung des Unternehmens zuständig ist.

Andreas Zielke kommt als Berater und löst John O‘Leary ab, der nach einigen Monaten in Stuttgart wieder zurück zur US-Tochter Freightliner ging. Offenbar ist man bei Daimler mit dem Wechsel zufrieden. Zielke sei nun der Richtige, sagt ein zentraler Truck-Manager zum Manager Magazin. „Er kennt die Silos, die Karin Rådström noch nicht einschätzen kann.“

Daimler AG: Andreas Zielke kennt das Unternehmen, für das er bereits tätig war

Andreas Zielke kennt das Unternehmen. Bereits in der Zeit nach der Jahrtausendwende war er für Daimler tätig, unter Konzernchef Jürgen Schrempp. Auch damals standen sogenannte Sanierungsarbeiten an der Tagesordnung. Tausende Beschäftigte hatten dabei ihre Jobs verloren. Unter Daimler-Boss Dieter Zetsche verließ Zielke die Stuttgarter schließlich in Unfrieden - und ging als Automotive-Chef der Unternehmensberatung McKinsey zum Konkurrenten BMW, wo es ebenfalls um Personalabbau ging.

Nachdem er zuletzt am Aufbau des von der IG Metall entwickelten Fonds Best Owner Group beteiligt war, wird Andreas Zielke künftig als unabhängiger Berater für die Truck-Sparte von Mercedes-Benz tätig sein, die vor einem Wandel steht. Das Unternehmen von Daimler muss ums Überleben kämpfen. Der angekündigte Börsengang könnte zwar viel Geld bringen. Doch Truck-Vorstandschef Martin Daum steht unter Druck. Potenziellen Investoren reicht die Performance von Daimler Truck noch nicht aus.

Daimler AG: In der Truck-Sparte droht massiver Jobabbau

Darüber hinaus ist seit Anfang dieses Jahres bekannt, dass mit der Abkehr vom Verbrenner zahlreiche Jobs beim Autobauer wegfallen werden. In einem persönlichen Brief an die Daimler-Mitarbeiter hatte Betriebsratschef Michael Brecht vor allem für die Truck-Sparte schwere Zeiten angekündigt.

Rund 40 Prozent der Arbeitsplätze an den vier Lkw-Standorten in Gaggenau (Kreis Raststatt), Wörth (Rheinland-Pfalz), Mannheim und Kassel (Hessen) seien betroffen. Martin Daum sprach davon, dass bis zum Jahr 2033 nur noch halb so viele Mitarbeiter den Antriebswerken beschäftigt sein sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare