Experte alarmiert

Daimler droht Engpass bei Batterien bis 2030 - Autopapst warnt eindringlich

Eine elektrische S-Klasse EQS von Mercedes-Benz fährt auf einer Straße.
+
Nicht nur die Chipkrise wird für Daimler zum Problem.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
    schließen

Am Daimler-Standort Sindelfingen herrscht wegen des Chip-Mangels Stillstand in der Produktion. Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer warnt: Schon bald droht der nächste Engpass.

Stuttgart - Die Chipkrise hat die Daimler AG erneut hart getroffen. Wegen des Halbleiter-Mangels steht aktuell die Produktion in Sindelfingen still. Zahlreiche Mitarbeiter am Standort befinden sich in Kurzarbeit. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht.

Laut Daimler-CEO Ola Källenius werden die Lieferengpässe noch bis ins Jahr 2022 hinein andauern. Doch damit nicht genug: Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht einen weiteren Engpass auf Daimler zukommen, der sogar bis 2030 andauern könnte.

Neben dem Chipmangel wird laut Dudenhöfer, der in der Branche als Autopapst betitelt wird, auch die fehlende Verfügbarkeit von Batteriezellen zunehmend zu Buche schlagen. „Die Nachfrage nach Batteriezellen steigt mit dem neuen US-Plan, in großem Maßstab die Elektromobilität auszubauen, den europäischen CO2-Regulierungen und dem Übergang zum Elektroauto in China erheblich“, sagte Dudenhöffer der Stuttgarter Zeitung. Gleichzeitig fehle es jedoch an ausreichend Produktionskapazitäten.

Daimler: Rohstoffe für Batterien werden knapp

Die Batterie gehört zu den wichtigsten Bestandteilen eines Elektroautos. Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan, die man zur Herstellung braucht, sind daher begehrt bei Autobauern. Laut Dudenhöffer sichern sich viele Fahrzeughersteller sogar mehr Vorräte, als sie benötigen. Dies löst wiederum eine künstliche Verknappung aus.

Berechnungen des Centers Automotive Research (CAR) in Duisburg zeigen: Das Maximum des Batteriezellenmangels könnte im Jahr 2026 erreicht sein. Dann könnte die Produktion von PKW weltweit um 4,4 Millionen Fahrzeuge eingebremst werden. Bereits 2021 geht das CAR von einem Verlust von 5,2 Millionen PKW-Neuwagen durch die Chipknappheit aus.

Daimler: Chipkrise führt wohl noch bis 2022 zu Kurzarbeit

Als Folge des Chipmangels könnte es für Daimler-Mitarbeiter bis 2022 immer wieder zu Kurzarbeit kommen. Im Werk in Sindelfingen ruhen derzeit die Bänder für die Produktion der E-Klasse, der S-Klasse sowie des elektrischen EQS. „Hochwertige Fahrzeuge haben das größte Risiko, in den Engpass zu rutschen“, sagte Ferdinand Dudenhöffer der Stuttgarter Zeitung.

Seit einigen Monaten bringt der Mangel an Mikrochips die Autoindustrie immer wieder aus dem Takt. Schichtausfälle und Kurzarbeit gab es in der zurückliegenden Zeit mehrfach. Halbleiter werden in nahezu jedes Fahrzeugmodell von Daimler eingebaut und sind daher für den Herstellungsprozess unabdingbar. Ausgelöst durch die Corona-Krise, mangelt es nun seit vielen Monaten an der wichtigen Fahrzeugkomponente. Im Januar 2021 kam es erstmals zum Produktionsstopp im Daimler-Werk in Rastatt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare