Daimler AG

Unruhe bei Daimler: „Tausende Arbeitsplätze vernichtet, Hetze ohne Ende“

Ein Daimler-Mitarbeiter hebt die Motorhaube eines Mercedes-Benz
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Tausende Mitarbeiter sind bei Daimler von Kurzarbeit oder Stellenabbau betroffen (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Bei der Daimler AG brodelt es: Kurzarbeit und Stellenstreichungen beim Autobauer aus Stuttgart sorgen für Unzufriedenheit bei der Belegschaft.

Stuttgart - Eigentlich läuft es für die Daimler AG gut. Fast acht Milliarden Euro hat der Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart im ersten Halbjahr 2021 an Gewinn ausgewiesen. Das Unternehmen liegt bei der Umsatzrendite von 13,5 Prozent an der Spitze der deutschen Autokonzerne. Dennoch brodelt es offenbar hinter den Kulissen. Denn nicht alle bekommen ein Stück vom Kuchen ab: Arbeitnehmer fühlen sich bei Daimler benachteiligt, behauptet zumindest rf-news.de. Das Portal steht der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands nahe.

„Alles auf unseren Knochen. Tausende Arbeitsplätze vernichtet, Arbeitshetze ohne Ende“, soll sich laut dem Portal ein Daimler-Angestellter aus Sindelfingen beschwert haben. Der Frust des Mitarbeiters scheint zumindest nachvollziehbar: Die Daimler AG kündigte schon vergangenes Jahr an, deutlich Personalkosten einsparen zu wollen. In sechs Daimler-Standorten droht ein massiver Abbau von Arbeitsplätzen - 20.000 Jobs sind bedroht.

Unruhe bei der Daimler AG: „Am Ende der Dekade werden wir weniger Menschen beschäftigen“

Daimler-Chef Ola Källenius lenkt in Sachen Stellenabbau laut rf-news.de bisher nicht ein, lässt die öffentlichen Appelle und die der Betriebsratsspitze angeblich an sich abprallen. Bis 2030 will der Daimler Chef keine Verbrenner mehr bauen, ab diesem Zeitpunkt sollen nur noch E-Autos vom Band laufen. Das hat auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Doch mit der Umstrukturierung gehen auch Arbeitsstellen verloren. „Am Ende der Dekade werden wir weniger Menschen beschäftigen“, so Ola Källenius. Heißt: Bei Daimler sind noch viel mehr Jobs bedroht als bisher angenommen. Schon 2020 hat der Vorstand 8.700 Arbeitsplätze gestrichen.

Laut rf-news.de finden jedoch regelrechte „Mobbinggespräche“ der Personalabteilung statt, damit Beschäftigte mit Abfindung oder früher in den Ruhestand gehen.

Daimler AG: Arbeitsplätze von Zukunftsplänen des Autobauers bedroht?

Daimler erhitzt mit weiteren Zukunftsplänen die Gemüter: Aufsichtsrat und Vorstand haben bereits der Aufspaltung und dem Verkauf der LKW-Sparte zugestimmt. Hier will Daimler zudem ebenfalls auf elektrisch betriebene Trucks setzen. Viele Mitarbeiter fürchten auch hier um ihre Jobs, da die Produktion von elektrischen Antrieben weniger personalintensiv ist. Entsprechend schockiert zeigte sich die Belegschaft auch über den Ausstieg der Daimler AG bei der Produktion mittelschwerer Motoren. 

Immerhin will Daimler in Zukunft eine „Qualifizierungsoffensive“ starten und rund 500 Millionen Euro aufwenden, um einen Großteil der elektrischen Antriebe für Lkw selbst entwickeln und produzieren zu können. Ob die Arbeitnehmer bei Daimler etwas davon haben, bleibt abzuwarten.

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