Aufspaltung steht bevor

Daimler AG: Ab Dezember ist Schluss mit dem Riesenkonzern

Der Mercedes-Stern vom Bahnhofsturm wird mit einem Kran vom Turm entfernt.
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Die Daimler AG wird es ab dem 1. Dezember in ihrer jetzigen Form nicht mehr geben. Der Konzern spaltet sich in die Mercedes-Benz AG und die Daimler Trucks AG auf.
  • Valentin Betz
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Die Daimler AG spaltet sich in eine Pkw- und ein Lkw-Sparte auf. Der Betriebsratschef ist diesbezüglich zuversichtlich und will bei neuen Technologien aufs Tempo drücken.

Stuttgart - Für die Wirtschaft in Baden-Württemberg beginnt bald eine neue Ära: „Daimler“ spaltet den Konzern auf und verschwindet aus Stuttgart. Ab Dezember 2021 entstehen aus der Daimler AG dann zwei getrennte Gesellschaften. Auf der einen Seite steht dann die Mercedes-Benz AG mit Autos und Vans, die Lkw-Sparte wird als Daimler Truck AG ausgegliedert.

Die Pläne des Fahrzeugherstellers aus Stuttgart sorgten unter den Angestellten wenig überraschend für viel Nervosität. Von der Daimler-Spaltung fühlten sich Mitarbeiter „wie vom Blitz getroffen“. Inzwischen sind die Rahmenbedingungen aber geregelt. Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht zeigte sich deshalb gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) zuversichtlich.

Spaltung von Daimler: Betriebsratschef geht mit Vertrauen und Zuversicht in die neue Ära

„Es gibt ein grundsätzliches Vertrauen in die Entscheidungsträger, dass dies zum Schluss eine gute Geschichte wird“, erklärte Michael Brecht der dpa. Trotzdem scheint unter den Mitarbeitern noch eine gewisse Skepsis vorhanden zu sein. „Wir haben innerhalb der Belegschaft alle möglichen Gefühlslagen, weil das ein Riesenschritt ist“, so Brecht weiter.

Mit der Aufspaltung der Daimler AG und dem anschließenden Börsengang der Daimler Truck AG will der Konzern den Wert aller Sparten steigern und wettbewerbsfähiger werden. Betriebsratschef Michael Brecht hat diesbezüglich ein gutes Gefühl. „Wir haben uns darum gekümmert, dass Daimler Truck nicht nur mit dem notwendigen Kapital ausgestattet wird, sondern auch mit einem fairen Anteil am Gesamtvermögen, das ja über lange Zeit gemeinsam erarbeitet wurde“, sagte Brecht der dpa.

Daimler AG wird aufgespalten: Betriebsratschef wünscht sich jetzt mehr Tempo bei Entwicklung

Grundsätzlich seien er und die Belegschaft mit der Aufstellung und den Rahmenbedingungen zufrieden. Jetzt sehnt der Betriebsratschef Michael Brecht die Umsetzung der Spaltung herbei - auch um beispielsweise neue Technologien bei den Lkws voranzutreiben. Es käme jetzt darauf an „Vollgas in Richtung der neuen Technologien zu geben - auch im Nutzfahrzeugbereich“, so Brecht.

Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart steht nicht nur aus persönlicher, wirtschaftlicher Sicht damit unter Zeitdruck. Denn die Klimavorgaben der EU werden zusehends strenger, sodass die gesamte Automobilindustrie einen schnellen Übergang vom Benzin- und Dieselmotor zur E-Mobilität erreichen muss.

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