Ab 1. Mai

Daimler bietet Mitarbeitern sechsstellige Summen - damit sie den Konzern verlassen

„Durchfahrt verboten“-Schild und Mercedes-Fahnen vor der Daimler-Zentrale in Untertürkheim
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Daimler in der Sackgasse: Fahrzeughersteller plant Tausende Entlassungen
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Die Daimler AG startet mit dem Stellenabbau. Vom 1. Mai an können Mitarbeiter in Untertürkheim den Konzern mit einer Abfindung verlassen. Doch viele wollen trotzdem nicht gehen.

Stuttgart - Bereits seit Längerem ist bekannt, dass das Stuttgarter Daimler-Werk in Untertürkheim zum E-Campus umgewandelt wird. Für die Belegschaft der Daimler AG bedeutet das, dass viele Stellen weggefallen werden. Viele Daimler-Mitarbeiter hinterlässt der Umbau seit Monaten in Verzweiflung. Die Ankündigung des Autoherstellers aus der Landeshauptstadt Stuttgart am Freitag dürfte das nur noch mehr verstärken.

Am 1. Mai - am Tag der Arbeit - startete der Konzern offiziell die Abfindungsangebote an die Mitarbeiter in der Produktion. Das freiwillige Angebot an die Belegschaft sei Teil zur Neuausrichtung des Stammwerks in Stuttgart-Untertürkheim hin zur Elektromobilität, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

Mitarbeiter berichten, dass Vorgesetzte bereits mit Vorschlägen, die Abfindung anzunehmen, auf sie zugekommen seien. Umgekehrt habe es aber auch Mitarbeiter gegeben, die von selbst Interesse an dem Angebot bekundet hätten. Ein ähnliches Angebot gilt bereits seit einem Jahr für die Angestellten in der Verwaltung. Die Abfindungen an Mitarbeiter in diesem Bereich würden „sehr ordentlich angenommen“, zitiert die Stuttgarter Zeitung das Unternehmen.

Daimler AG: Tausende Mitarbeiter hatten bereits vergangenes Jahr protestiert

An dem Standort in Untertürkheim sollen massiv Arbeitsplätze gestrichen werden. Obwohl betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 ausgeschlossen wurden, will - laut einem Brief des Betriebsrats von Untertürkheim - Daimler 4.000 Stellen im Stammwerk bis 2025 abbauen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Belegschaft gegen die Kürzungspläne des Konzerns protestiert. Am Daimler-Stammsitz kamen deshalb tausende Mitarbeiter zusammen.

Michael Häberle, Betriebsratschef in Untertürkheim, will nach eigenen Worten „nicht über Abbau, sondern über Transformation“ reden, sagt er gegenüber der Stuttgarter Zeitung. „Als Betriebsrat hat es für uns höchste Priorität, allen Kolleginnen und Kollegen an Bord attraktive Perspektiven am Standort zu bieten“, so Häberle. Es seien „wichtige Produktzusagen“ gemacht worden, um den Standort weiterhin zukunftsfähig zu halten. Wer das Abfindungsangebot nicht annehmen wolle, habe in Untertürkheim einen sicheren Arbeitsplatz.

Daimler-Mitarbeiter äußern ihren Unmut über Abfindungen

Die Mitarbeiter selbst äußern ihren Unmut über das Abfindungsprogramm. „Wir wollen die Abfindungen nicht“, sagt etwa ein Mitarbeiter, der das Geld lieber in die Weiterentwicklung des Standorts investiert sähe, laut der Stuttgarter Zeitung. Das Geschäft laufe derzeit gut. Der Weggang einiger Kollegen hätte deshalb „Löcher“ gerissen. In manchen Abteilungen befinde man sich bereits „im roten Bereich“.

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