Dramatische Lage in Stuttgart

„Werden nicht überleben“: Düstere Vorhersage für Restaurants und Cafés in Stuttgart

  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Aktuell hat sich die Situation für Hotel-Betreiber und Gastronomen in Stuttgart zumindest ein bisschen entspannt. Doch spätestens im Herbst könnte sich die Lage wieder verschlechtern - und viele die Existenz kosten.

  • Wegen der Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg kämpfen viele Hotels und Gastronomen in Stuttgart ums Überleben.
  • Der Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) befürchtet, dass sich die aktuell durch das sommerliche Wetter zumindest etwas entspannte Lage im Herbst wieder verschlechtern wird.
  • Vor allem in den hohen Pachtgebühren in Stuttgart sieht er ein großes Problem, das viele Gastronomen und Hotel-Betreiber um ihre Existenz bringen könnte.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg müssen unter anderem zwei Branchen in Stuttgart besonders leiden: der Tourismus und die Gastronomie. Der Lockdown im Frühjahr führte zu vielen Verboten und Einschränkungen im Alltag in Baden-Württemberg sowie dazu, dass viele Etablissements schließen mussten - manche aufgrund der hohen finanziellen Einbußen sogar für immer. Selbst nachdem die Restaurants und Gastronomie-Betriebe wieder öffnen durften, bleiben die meisten Gäste weg.

Die rekordverdächtigen Zahlen im Hotel-Bereich von vergangenem Jahr seien durch die Entwicklungen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg eingebrochen, sagt Markus Hofherr, Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) bereits Anfang Juli in einer Pressekonferenz zu einer neuen Stuttgarter Allianz aus Clubbesitzern, Hoteliers und Gastronomen, Theaterintendanten und dem Einzelhandel.

Dehoga-Chef befürchtet, dass schlechtes Wetter und hohe Pachtgebühren für Gastronomen und Hotel-Betreiber ab Herbst zum Problem werden könnten

Dehoga-Chef befürchtet, dass viele Gastronomen in Stuttgart die Pandemie nicht überleben könnten. (Symbolbild)

Das eigentliche Problem ist nach Ansicht des Dehoga-Chefs, dass keiner weiß, wann sich die Lage wieder normalisiert. Trotz Corona-Hilfspaketen sind viele Existenzen im Hotel- und Gastronomie-Bereich bedroht. Aktuell hat sich die Lage für Gastronomen ein wenig entspannt, was daran liegt, dass die Stadt Stuttgart die Möglichkeiten im Außenbetrieb erweitert hat und sie dadurch wieder mehr Einnahmen haben.

Davon profitieren die Betreiber jedoch nur solange die Witterungsbedingungen dies zulassen. „Ich habe Angst, was passiert, wenn das Wetter schlecht wird“, wird Markus Hofherr von der Stuttgarter Zeitung zitiert, und weiter: „Wenn nur 40 Prozent der Plätze belegt werden dürfen und die Kosten gleich bleiben, dann funktioniert das nicht“.

Dies ist nach Ansicht des Dehoga-Chefs fatal, weil Hotel-Betreiber und Gastronomen in Stuttgart „eine sehr hohe Pacht bezahlen“. Von den wenigsten habe er gehört, dass es einen Pachterlass gab. „Wenn Vermieter nicht auf Teile der Miete verzichten, dann glaube ich, dass viele Gastronomen nicht überleben werden“, so Markus Hofherr, der zudem davon ausgeht, dass die Objekte auch nie wieder für die vorherige Summe vermietet werden würden.

Coronavirus in Stuttgart: Pachterlass könnte nach Ansicht von Dehoga-Chef Markus Hofherr helfen

Die Stadt Stuttgart unterstützt derweil einige ihrer Gastronomen in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg, indem sie ihnen gestattet, ihren Betrieb zum Teil auf die Straße zu verlegen. Das betrifft beispielsweise kleine Bars, die im Innenraum den vorgeschriebenen Mindestabstand nicht einhalten könnten. Das scheint jedoch nicht allen zu gefallen. Passanten beschwerten sich beispielsweise bei der Stadt über die neue Terrasse der Schwarz-Weiß-Bar, weil sie das Stadtbild verschandele. 

Rubriklistenbild: © Sebastien Courdji/XinHua/dpa

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