Ausbreitung, Fälle, Ambulanzen

Coronavirus in Stuttgart: Fakten zu Covid-19 in der Landeshauptstadt

Eine Frau steht an einer U-Bahn-Haltestelle in Stuttgart und trägt zum Schutz vor dem Coronavirus eine Maske
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Zum Schutz vor dem Coronavirus in Stuttgart gelten Maskenpflicht und Kontaktverbot
  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Das Coronavirus ist in Stuttgart stark verbreitet. Ambulanzen, Fälle und Maßnahmen der Landeshauptstadt im Überblick - mit den wichtigsten Fakten zur Lungenkrankheit Covid-19.

  • Das neuartige Coronavirus macht auch vor der Landeshauptstadt Stuttgart nicht halt. Verschärfte Maßnahmen sollen die Ausbereitung verlangsamen.
  • Trotz vielen Infektionen mit der Lungenkrankheit meldet Stuttgart nur wenige Todesfälle
  • Für Bürger und Unternehmen wurden mehrere Hotlines eingerichtet

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat sich rasant ausgebreitet und hat auch die Landeshauptstadt Stuttgart im Griff. Während im ganzen Bundesland die Fallzahlen auf mindestens 159.000 Infizierte gestiegen sind, befindet sich die Quote beim Coronavirus in Stuttgart mit 1.300 Fällen leicht über dem bundesweiten Durchschnitt. Das entspricht etwa 206 Coronavirus-Fällen pro 100.000 Einwohnern in Stuttgart.

Obwohl eine Ausrottung des Coronavirus in Stuttgart noch für längere Zeit nicht in Sicht ist, übersteigt die Anzahl der Genesenen in Baden-Württemberg seit dem 16. April 2020 die Zahl der insgesamt noch Covid-19-Infizierten – was auf einen positiven Trend hindeuten kann. Die dahinterstehende Dunkelziffer der Infizierten in Stuttgart kann zwar ein anderes Bild zeichnen, aber auch die Dunkelziffer der Genesenen darf hierbei nicht vernachlässigt werden. Die Anzahl der Todesfälle nimmt hingegen weiter zu.

Coronavirus in Stuttgart: Infektionen, Todesfälle, Risikogruppen

Obwohl Stuttgart als Landeshauptstadt mit 1.300 Fällen der Lungenkrankheit Covid-19 zu kämpfen hat (Stand 28. April), gibt es verhältnismäßig wenig Todesfälle. So wurden zum gleichen Stichtag lediglich 46 Corona-Tote in Stuttgart gemeldet. Die Karte mit Coronavirus-Fällen in Baden-Württemberg zeigt, dass dies folglich nur einen kleinen Anteil an den Gesamtfällen im Bundesland darstellt.

Die Todesfälle durch das Coronavirus in Stuttgart betreffen zu etwa 60 Prozent Männer, was auch den Angaben aus anderen Regionen des Landes entspricht. Vor allem Menschen im Alter von über 80 Jahren sind betroffen, das aktuelle Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 82 Jahren.

Um dem Coronavirus in Stuttgart den Kampf anzusagen, hat die Landeshauptstadt in den vergangenen Wochen und Tagen eine ganze Reihe an Maßnahmen und Verhaltensregeln verordnet, die auf einer eigenen Informationswebsite zum Coronavirus in Stuttgart regelmäßig geupdatet werden. Neben Kontaktverboten und Schließungen sollen zusätzliche Vorgaben eine weitere Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 in Stuttgart bestmöglich eindämmen und die Zahl der Todesfälle gering halten. Insbesondere die folgenden Empfehlungen zum Verhalten sind darin verankert:
  

Coronavirus: Anweisungen der Stadt Stuttgart zum Infektionsschutz

  • Vermeidung von Ansteckungsrisiken
  • Reduktion von Sozialkontakten auf ein Minimum
  • Anweisung, zu Hause zu bleiben
  • Aufruf, das Coronavirus ernst zu nehmen

Aber nicht nur vage Vorgaben zum Verhalten, sondern auch konkrete Regelungen über Erlaubnisse und Verbote wurden für die Landeshauptstadt Stuttgart bezüglich des Coronavirus herausgegeben. Es wurden das folgenden konkrete Kontaktverbot veranlasst:

  • Aufenthalte in öffentlichen Räumen dürfen nur noch zu zweit oder mit Personen des eigenen Haushaltes erfolgen
  • Ein Mindestabstand von 1,5 Metern muss in Stuttgart– wo immer möglich – zu anderen Personen im öffentlichen Raum eingehalten werden
  • Öffentliche Versammlungen dürfen eine maximale Personenzahl von 2 nicht mehr übersteigen

Auch die Liste der Schließungen im Rahmen des Coronavirus in Stuttgart ist lang. Derzeit sind allerdings viele Geschäfte, Dienstleistungen und handwerkliche Dienste zwar teilweise eingeschränkt, aber dennoch geöffnet, um eine grundlegende Versorgung in Stuttgart in der Covid-19-Pandemie sicherstellen zu können. Außerdem gilt in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schutz vor dem Coronavirus eine Maskenpflicht in Baden-Württemberg.

Coronavirus in Stuttgart: Diese Einrichtungen sind geschlossen

  • Kitas und Schulen, wobei es Notfallbetreuungen in begründeten Fällen gibt
  • Rathaus und die meisten Ämter
  • Universitäten und Hochschulen
  • Kultur- und Bildungseinrichtungen
  • Kinos und Schwimmbäder
  • Jugendhäuser und öffentliche Bibliotheken
  • Gaststätten, Bars und Clubs
  • Geschäfte mit einer Ladenfläche von 8.000 Quadratmeter (außer Supermärkte und Drogerien)
  • Sportbetriebe
  • Spiel- und Bolzplätze

Auch der Betrieb am Flughafen Stuttgart ist wegen des Coronavirus fast vollständig eingestellt. Weil Einreiseverbote in der EU und eine weltweite Reisewarnung gelten, findet nur noch ein kleiner Teil der Flüge am Airport in Leinfelden-Echterdingen statt. Vorübergehend war der Betrieb am Flughafen Stuttgart komplett eingestellt, um Bauarbeiten an der Start- und Landebahn durchzuführen.

Um die Schließungen von Bolzplätzen, Spielplätzen und öffentlichen Sitzgruppen zur Eindämmung des Coronavirus in Stuttgart effektiv durchzusetzen, überwachen sowohl die Polizei als auch der städtische Vollzugsdienst öffentliche Räume. Hierzu gehört etwa eine regelmäßige Kontrolle. Verstöße gegen das Kontaktverbot in Stuttgart werden laut Polizei angesprochen und Gruppen aufgelöst, bevor es in einem nächsten Schritt zu Strafen kommen kann.

Coronavirus in Stuttgart: Polizei führt Kontrollen durch und kassiert Geldstrafen

Zusätzlich zu den geltenden Verhaltensvorgaben wurde im Rahmen des Coronavirus in Stuttgart eine Bußgeldverordnung veröffentlicht, die als „Bußgeldkatalog für Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit der Corona-VO“ benannt wurde.

Darin sind teilweise empfindliche Corona-Geldstrafen vermerkt, die in Stuttgart von 100 Euro bis 25.000 Euro reichen und einen Anreiz zur Einhaltung des „Social Distancings“ dienen. Diese erstrecken sich von Verhaltensregeln über Kontaktverbote und Schließungen bis hin zu Vorgaben des Infektionsschutzes. Maßnahmen wie diese haben in Stuttgart bereits zu Protesten von Skeptikern geführt. An den sogenannten „Hygiene-Demos“ nimmt auch ein Arzt aus Baden-Württemberg teil, der 140.000 Corona-Skeptiker auf seinem Youtube-Kanal anstachelt.

Wer während der geltenden Covid-19-Maßnahmen in der Stuttgart hingegen eine Anzeige einbringen möchte, kann dies über die zum Schutz vor dem Coronavirus in Stuttgart auf der Internetwache der Polizei vornehmen, da der Besucherverkehr in den Dienststellen derzeit stark eingedämmt wurde.

Corona-Hotlines der Stadt Stuttgart informieren Bürger und Unternehmen

Um Bürger in Zeiten des Coronavirus in Stuttgart über Regelungen, Maßnahmen und Verhaltensvorgaben in Bezug auf die Lungenkrankheit Covid-19 auf dem Laufenden halten zu können, wurden spezifische Hotlines eingerichtet. Fragen können so etwa an die Corona-Hotline bzw. das Bürgertelefon der Landeshauptstadt Stuttgart unter 0711/216-88888 und 0711/216-88688 gerichtet werden, was unter der Woche zwischen 8 und 18 Uhr sowie am Samstag zwischen 11 und 15 Uhr (dann unter 0711/216-88200) möglich ist.

Darüber hinaus kann das Landesgesundheitsamt wegen des Coronavirus in Stuttgart täglich zwischen 9 und 18 Uhr unter (0711) 904-39555 kontaktiert werden. Einen Patientenservice bietet außerdem die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg wochentags zwischen 8 und 16 Uhr (Rufnummer 116117).

Unternehmen können sich hingegen bezüglich Fragen und Informationen sowie Hilfe im Umgang mit Coronavirus-Fällen in Stuttgart an die Corona-Hotline für Unternehmen wenden. Diese wurde von „Die Aktiven Stuttgarter – Gemeinschaft der Vereine für Handel, Handwerk, Gewerbe, Dienstleistungen und Freie Berufe“ ins Leben gerufen und wird von der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart unterstützt. Unter der Rufnummer (0711) 30001822 kann täglich zwischen 13 und 17 Uhr auf Unterstützung für Unternehmen gesetzt werden.

Coronavirus: Corona-Ambulanzen in Stuttgart im Überblick

Wer eine Infektion mit dem Coronavirus vermutet oder bereits zu den Coronavirus-Fällen in Stuttgart zählt, kann sich über verschiedene Corona-Ambulanzen Hilfe holen. Zum Verhalten bei Corona-Verdacht gelten in Baden-Württemberg strenge Regeln.

Neben dem Bürgertelefon, das auch in solchen Fällen kontaktiert werden kann, wurde eine Fieber-Ambulanz im Neckarpark eingerichtet. Hier findet täglich zwischen 10 und 18 Uhr eine Sprechstunde in der Jugendherberge Stuttgart Neckarpark statt, bei der sowohl Rachenabstriche zur Befundbestätigung als auch Behandlungen durchgeführt werden. Eine Überweisung durch einen Haus- oder Kinderarzt ist allerdings erforderlich. Zusätzlich gibt es weitere Corona-Ambulanzen im Klinikum Stuttgart, dem Marienhospital und dem Robert-Bosch-Krankenhaus. Wie bei der Fieber-Ambulanz im Neckarpark sollte eine Erstberatung durch einen niedergelassenen Arzt erfolgt sein.

Mit der Robert Bosch GmbH hat ein Unternehmen aus Stuttgart einen Corona-Schnelltest entwickelt: Das Analysegerät liefert in 2,5 Stunden ein zuverlässiges Ergebnis und kann mobil eingesetzt werden, etwa in Arztpraxen.

Coronavirus in Stuttgart: Erste Lockerungen, aber weiterhin Beschränkungen

Wie lange die Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Stuttgart aufrecht gehalten werden müssen, ist derzeit noch unbekannt. Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat Ende April erste Lockerungen erlassen. Geschäfte mit weniger als 800 Quadratmetern, Friseure und Eisdielen in Stuttgart dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Für Unternehmen lässt sich aber bereits jetzt schon sagen, dass wirtschaftliche Folgen in der Landeshauptstadt nicht unerheblich sein werden.

Nicht zuletzt durch Kontaktverbote und Schließungen bringt das Coronavirus in Stuttgart einige Herausforderungen für Firmen und Selbstständige mit sich. Aktuelle Informationen für Unternehmen über den Umgang mit erkrankten Mitarbeitern, Liquiditätshilfen, Kurzarbeits-Regelungen und Unterstützung bei Kosten werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg herausgegeben. Zusätzlich werden derzeit einige Entschädigungen nach dem Infektionsgesetz auf den Weg gebracht. Eine kostenlose Beratung gibt es außerdem über die Corona-Hotline für Unternehmen in Stuttgart, die unter 30001822 (täglich von 13 bis 17 Uhr) erreichbar ist.

Von Svenja Leymann

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