Strenge Corona-Auflagen

Corona-Alarm in Stuttgart: Diese Regeln gelten ab heute

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt rasant: Stuttgart hat die kritische Marke überschritten, ab heute gelten deshalb strenge Corona-Regeln in der Landeshauptstadt.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart hat angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen strengere Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg ergriffen. Am Samstagabend gab die die Stadt bekannt, dass die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Stuttgart die Marke von 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten hat. Ab dieser Grenze gilt die sogenannte Eingriffsstufe, die strengere Corona-Regeln legitimiert. Am Samstag lag der Wert bei 50,5 - Stuttgart wurde daraufhin zum Risikogebiet erklärt.

Bereits am Sonntag war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Stuttgart noch einmal deutlich angestiegen: Den Angaben des Landesgesundheitsamts zufolge lag der Wert bei 55,8 neuen Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche. Die Zahl erhöhte sich zum Wochenbeginn weiter, denn nicht alle Gesundheitsämter übermitteln an Wochenenden ihre aktuellen Daten zum Coronavirus in Baden-Württemberg. Am heutigen Mittwoch liegt der Wert schon bei 69,7.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann äußerte sich bereits am Wochenende zum Corona-Alarm in Stuttgart und entlarvte Egoisten: „Ich erwarte von den Bürgern, dass sie aus Verantwortungsbewusstsein nicht mehr alles machen, was sie noch dürfen“, so Winfried Kretschmann zur Bild am Sonntag.

Coronavirus in Stuttgart: Ab heute gelten verschärfte Corona-Regeln in der Landeshauptstadt

Um das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht weiter zu verbreiten, zieht die Stadt Stuttgart ab dem heutigen Mittwoch die Notbremse. Ab sofort gelten scharfe Beschränkungen in der Landeshauptstadt. So wird beispielsweise die von der Landesregierung eingeführte Maskenpflicht erweitert: Ab heute müssen alle Personen, die älter als sechs Jahre sind, auch in der Innenstadt eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Laut Allgemeinverfügung, die von der Stadt erlassen wurde, sind davon nur Kinder unter sechs Jahren, Personen mit ärztlichem Attest sowie Jogger und Radfahrer ausgenommen. Auch wer isst, muss für diese Zeit keine Maske tragen.

Zudem verbietet die Stadt Stuttgart zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg den Straßenverkauf und Konsum von Alkohol an beliebten Treffpunkten in der Landeshauptstadt. Das Verbot gilt in den Nächten von Donnerstag bis Samstag, heißt es in der Verfügung. Gaststätten dürfen jedoch weiterhin Alkohol ausschenken.

Um weitere Infektionen mit dem Coronavirus in Stuttgart möglichst zu vermeiden, werden ab heute auch die Beschränkungen für private Feiern deutlich verschärft. Zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg* dürfen in Stuttgart ab sofort nur noch zehn Personen an Partys in privaten Räumlichkeiten teilnehmen. In öffentlichen und angemieteten Räumen wird die Teilnehmerzahl von zuvor 50 auf nun 25 Personen begrenzt. Verstärkte Kontrollen sollen illegale Partys verhindern.

Coronavirus in Stuttgart verbreitet sich immer schneller - strenge Regeln sollen das ab heute verhindern

Auch auf die Nachverfolgung von Kontaktpersonen wird verstärkt geachtet. Die Stadt Stuttgart mobilisiert die gesamte Stadtverwaltung und erbittet darüber hinaus die Unterstützung der Bundeswehr. Der Land- und Stadtkreis Esslingen ist ebenfalls stark vom Coronavirus betroffen - mittlerweile liegt die Zahl der Neuinfektionen bei 77,6 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. In Esslingen traf am Montag bereits die Bundeswehr ein, um das Landratsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten infizierter Personen zu unterstützen.

Bereits am Samstag sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn, man müsse nun alles dafür tun, um einen Lockdown wegen des Coronavirus in Stuttgart zu vermeiden - vor allem Schulen und Kitas sollen wenn möglich geöffnet bleiben. Darum wird ab dem heutigen Mittwoch auch der Unterrichtsbeginn entzerrt, um den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten. Schüler ab der achten Klasse sollen eine Stunde später mit dem Unterricht beginnen. Mit Ausnahme von Grundschülern müssen ab sofort alle Schüler eine Maske tragen. Kuhn appellierte zudem an die Arbeitgeber in der Landeshauptstadt, das Arbeiten im Home Office zu ermöglichen.

Um einen erneuten Shutdown zu vermeiden, hatte die Landesregierung Mitte September ein Drei-Stufen-Konzept eingeführt, das die zuvor geltenden Corona-Regeln in Baden-Württemberg ergänzte. Je nach Infektionsgeschehen können die einzelnen Landkreise und Kommunen nun zu strengeren Maßnahmen greifen, um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu vermeiden. Das Konzept soll flächendeckende und landesweite Einschränkungen wie im März und April möglichst verhindern.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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