Steigende Infektionszahlen

Coronavirus: Stadt im Südwesten liegt deutschlandweit auf Platz zwei der Neuinfektionen

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen langsamer als zu Beginn der Pandemie. Aktuell ist die Zahl der Infizierten jedoch wieder angestiegen - in einer Stadt an der Grenze zu Baden-Württemberg ist sie besonders hoch.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen weniger schnell als zu Beginn und die Zahl der Neuinfektionen nahm stetig ab.
  • Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge steigt die Zahl der derzeit mit dem Coronavirus Infizierten nun aber wieder an - aktuell sind geschätzt 1.049 Menschen im Land infiziert.
  • Die Stadt Ludwigshafen am Rhein ist deutschlandweit auf Platz zwei der Städte mit den meisten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg schränkte das Leben in nahezu allen Bereichen ein und legte große Teile des sozialen Lebens lahm. Um die Gefahr einer Verbreitung zu minimieren, traten zu Beginn der Corona-Pandemie zahlreiche Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Kraft.

In den vergangenen Wochen verbreitete sich das Coronavirus in Baden-Württemberg auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, weshalb die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits mehrfach Lockerungen für den Alltag und die Freizeit der Bürger erließ. Um sicherzustellen, dass sich dennoch möglichst wenige Menschen mit der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 anstecken, gelten trotz der vielen Lockerungen nach wie vor Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen - darunter auch die Ende April von der Landesregierung eingeführte Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg.

Coronavirus: Ludwigsburg am Rhein an der Grenze zu Baden-Württemberg liegt bundesweit auf Platz zwei der Neuinfektionen.

Coronavirus: Ludwigshafen im Südwesten Deutschlands meldet bundesweit zweithöchste Zahl an Neuinfektionen

Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums in der Landeshauptstadt Stuttgart zufolge steigen die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit jedoch wieder an. Demnach wurden im Vergleich zum Vortag 79 bestätigte Neuinfektionen gemeldet, insgesamt 1.049 Menschen im Land gelten aktuell als infiziert (Stand 12. August). Einige Politiker sowie Wissenschaftler sprechen bereits von einer zweiten Corona-Welle, die Baden-Württemberg und ganz Deutschland erreicht. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist eine Stadt im Südwesten an der Grenze zu Baden-Württemberg deutschlandweit auf Platz zwei der Städte mit den meisten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Nur der Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern weist noch mehr Neuerkrankungen auf.

In Ludwigshafen am Rhein liege die Anzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage bei 27 Fällen pro 100.000 Einwohner, wie eine Sprecherin des Gesundheitsamtes des Rhein-Pfalz-Kreises laut SWR sagte. Sie vermute, die erhöhte Anzahl komme vor allem durch Reiserückkehrer zustande. In Ludwigshafen würden viele Menschen leben, die in den Ferien ihre Verwandten im Ausland besuchen und das Coronavirus dann mit zurück nach Deutschland bringen.

Man geht davon aus, dass unter anderem die weitreichenden Lockerungen der Maßnahmen für einen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sorgen. Seit dem 1. Juli ist abgesehen von wenigen Ausnahmen wie das Tanzen in Clubs fast alles wieder erlaubt: Geschlossene Kneipen gehören mittlerweile ebenso der Vergangenheit an wie die Schulschließungen in Baden-Württemberg. Speisewirtschaften wie Restaurants, Cafés und Eisdielen sind trotz Coronavirus in Baden-Württemberg schon seit dem 18. Mai wieder geöffnet.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich schneller - Reiserückkehrer schleppen das Virus ein

Das Gesundheitsamt in Ludwigshafen am Rhein rechne damit, dass sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Ende der Ferien wieder verringere, sagte die Sprecherin des Gesundheitsamtes laut SWR. Seit Mitte Juni dürfen Deutsche wieder in ausgewählten Ländern Urlaub machen. Seitdem steigt auch die Zahl der Personen, die sich im Ausland anstecken, wieder an. In einem Land scheint das Risiko besonders hoch zu sein, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten veranlasst. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann verzichtet wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg in diesem Jahr auf Urlaub im Ausland - und rät auch Bürgern davon ab. „Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist“, sagte er. Verboten sei es zwar nicht, aber in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg könne man laut Ministerpräsident Kretschmann einfach im Land bleiben und müsse nicht in der Welt herumreisen.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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