Eilantrag der Eltern scheitert

Gerichtsurteil: Schülerinnen müssen trotz Attest Maske tragen

Eine Schülerin hebt im Unterricht ihren Mund-Nase-Schutz vom Gesicht, um aus ihrer Wasserflasche zu trinken.
+
Für viele Schüler gehört die Maske inzwischen zum Schulalltag (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

In Stuttgart legten drei Schülerinnen wortgleiche Atteste vor, die sie von der Maskenpflicht befreien sollten. Das Verwaltungsgericht lehnte den Eilantrag ab - die Gymnasiastinnen müssen weiterhin Maske tragen.

Stuttgart - Die Maskenpflicht ist wohl die am meisten diskutierte Maßnahme gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Seit der Einführung der Verordnung im April kommt es immer wieder zu kuriosen Ausreden, um der Pflicht nicht nachkommen zu müssen. Ein Arzt aus Offenburg stellte beispielsweise ohne medizinischen Grund Atteste gegen die Maskenpflicht aus und ein Mann aus dem Kreis Waldshut versuchte die Maßnahme mit einem Attest eines toten Arztes zu umgehen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Drei Schülerinnen eines Gymnasiums in der Landeshauptstadt Stuttgart versuchten nun ebenfalls, durch Atteste das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung zu vermeiden. Der Fall wurde sogar vor Gericht verhandelt, das lehnte den Eilantrag jedoch ab, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Vater von Schülerinnen legt Atteste gegen Maskenpflicht vor

Durch die steigenden Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg führte das Land zunächst eine Maskenpflicht im Unterricht ein. Die Verordnung sah vor, dass alle Schüler ab der Klassenstufe fünf dauerhaft eine Maske tragen sollten - in den Schulgebäuden und auch im Unterricht. Gegen diese Entscheidung kam deutliche Kritik auf. Nach dem massiven Widerstand lockerte Baden-Württemberg die Corona-Verordnung an Schulen wieder. Schüler im Land müssen jedoch außerhalb des Unterrichts noch immer eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

Der Vater der drei Schülerinnen aus Stuttgart legte in besagtem Fall wortgleiche Atteste gegen die Maskenpflicht vor, wie die dpa berichtete. Die Atteste seien allesamt von derselben Neurologin ausgestellt worden. Darin hieß es, dass sich die Schülerinnen in neurologischer Behandlung befänden und das Tragen von Masken aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sei. Der Leiter des Gymnasiums in Stuttgart lehnte eine Befreiung jedoch ab, da die Atteste nicht aussagekräftig seien, wie die dpa weiter berichtete. Der Vater zog daraufhin vor das Verwaltungsgericht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Gericht in Stuttgart lehnt Eilantrag ab

Das Gericht in der Landeshauptstadt lehnte den Eilantrag gegen die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg ab. In der Begründung des Gerichtes hieß es, dass aus den wortgleichen Attesten nicht hervorgehe, welche gesundheitliche Beeinträchtigung durch das Tragen einer Maske bei den Schülerinnen hervorgerufen werde. Außerdem sei auch nicht zu erkennen gewesen, auf welcher medizinischen Grundlage die Neurologin zu ihrer Einschätzung gekommen sei.

In dem Eilantrag hieß es, es bestehe eine „Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit des Tragens einer Mund-Nase-Bedeckung“ für die Schülerinnen. Das Verwaltungsgericht vermutete jedoch, dass „hier tatsächlich gar nicht bestehende Gründe für eine Unzumutbarkeit bescheinigt hätten werden sollen“, da genau Aussagen zu den auftretenden Symptomen gefehlt hätten. Die Entscheidung vom 23. November ist noch nicht rechtskräftig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare