Stufenplan im Überblick

Alle Coronavirus-Lockerungen in Baden-Württemberg: Der Plan für Restaurants, Fitnessstudios, Veranstaltungen

  • Lisa Schönhaar
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Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg hat die Landesregierung für die kommenden Wochen weitreichende Lockerungen beschlossen. Unter anderem sollen auch Restaurants noch vor Pfingsten wieder öffnen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich langsamer als noch vor ein paar Wochen und immer mehr Menschen genesen von ihrer Covid-19-Erkrankung.
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat deshalb Lockerungen für einige Bereiche des Alltags bekanntgegeben.
  • Noch vor Pfingsten sollen beispielsweise Restaurants trotz Coronavirus wieder öffnen dürfen.

Stuttgart - Bei einem Gespräch der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am heutigen Mittwoch erneut über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise diskutiert. Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg langsamer verbreitet als noch vor einigen Wochen, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg Lockerungen für einige Bereiche des Alltags beschlossen.

Künftig dürfen sich trotz Coronavirus in Baden-Württemberg wieder Angehörige von zwei Haushalten treffen - wie beispielsweise zwei Familien, unabhängig von der Personenanzahl. Für Treffen mit Menschen aus einem anderen Haushalt gilt aber weiterhin ein Mindestabstand von mindestens 1,50 Metern zueinander. Außerdem entschieden Bund und Länder gemeinsam, die grundsätzlichen Kontaktbeschränkungen für die Bürger sowie die Maskenpflicht, die wegen des Coronavirus auch in Baden-Württemberg seit dem 27. April gilt, im öffentlichen Raum bis zum 5. Juni zu verlängern. Sollte es regional zu viele neue Infektionen geben, sollen die Regeln dort wieder strenger werden. Das Konzept sieht vor, bei einer starken Zunahme der Infektionen in einem Bundesland dort wieder alle Beschränkungen in Kraft zu setzen, die vor dem 20. April galten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann kündigt Lockerungen im Land an, darunter die Öffnung von Restaurants.

Die Öffnungen angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg in den kommenden Wochen folgen einem Stufenplan, der durch ein Ampelsystem gegliedert wird. Der Plan wurde am Mittwoch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Landtag in Stuttgart vorgestellt. Das von Kretschmann bereits am Dienstag angekündigte Ampelsystem teilt von grün bis rot die Bereiche des öffentlichen Lebens nach Infektionsgefahr ein. Hellgrün wird all jenen Bereichen zugeordnet, in denen die Gefahr, sich mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg zu infizieren, als überschaubar eingeschätzt wird. Rot kennzeichnet die Bereiche, in denen die Infektionsgefahr am höchsten ist und für die bislang kein Konzept zum Infektionsschutz vorliegt.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen Stufe 1, hellgrün

Schon ab dem 11. Mai sollen aufgrund der langsameren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg mehrere Lockerungen gelten. So soll Sport draußen im Freien wieder erlaubt sein - allerdings ohne Körperkontakt. Auch Hundeplätze und Reitanlangen sollen wieder öffnen, ebenso wie Sportanlagen unter freiem Himmel. Dazu zählen beispielsweise Tennis- und Golfplätze. Trotz Covid-19 öffnen auch Nagel-, Massage- und Sonnenstudios sowie Kosmetikstudios. Musikschulen dürfen unter bestimmten Einschränkungen ebenfalls wieder öffnen. Zusätzlich wird das Besuchsverbot in Krankenhäusern gelockert und Bewohner von Pflegeheimen dürfen regelmäßig Besuch von einer ausgewählten Person bekommen.

Noch in der zweiten Mai-Hälfte darf außerdem die Fußball-Bundesliga ihren Spielbetrieb ohne Zuschauer wieder aufnehmen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen Stufe 2 und 3, gelb

Noch vor Pfingsten darf trotz Coronavirus in Baden-Württemberg die Außengastronomie wieder öffnen. Ebenfalls erlaubt sind dann Ausflugsziele im Freien mit Einlasskontrolle und Freizeitbeschäftigungen, bei denen wenig Kontakt entsteht, wie etwa Minigolf oder Bootverleihe. Der Fahrradverleih zu touristischen Zwecken soll ebenfalls vor Pfingsten in Baden-Württemberg gestattet sein. Campingplätze werden für Dauercamper wieder zugänglich sein, Grundschulen, weiterführende Schulen und die Kinderbetreuung sollen gegebenenfalls schrittweise wieder öffnen. Geplant ist, dass noch vor den Sommerferien alle Schüler zumindest tageweise wieder an Schulen unterrichtet werden. Auch die Innenbereiche von Restaurants sollen in einer dritten Stufe noch vor Pfingsten wieder öffnen dürfen, sollten die Infektionszahlen gering bleiben.

Der Schulbetrieb startet trotz Coronavirus in Baden-Württemberg bereits am 4. Mai - allerdings eingeschränkt und schrittweise. Zunächst waren nur etwa 330.000 Schüler in Baden-Württemberg an die Schulen zurückgekehrt, es gelten strenge Hygienevorschriften. Das sind all jene Schüler, bei denen in diesem oder im kommenden Jahr Abschlussprüfungen anstehen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen Stufe 4, orange

Ab Pfingsten dürfen Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze für Touristen wieder öffnen. Auch Besucherzentren, Fitnessstudios, Tanzschulen, Kletterhallen, Freizeitparks sowie Indoorsporthallen und -spielplätze sollen trotz Coronavirus in Baden-Württemberg ab Pfingsten wieder zugänglich sein. Freizeit- und Spaßbäder hingegen dürfen nur für Schwimmunterricht und Kurse wieder öffnen. Für die Bodensee- und Flussschifffahrt sind ebenfalls Lockerungen geplant.

Der Oberbürgermeister von Freiburg hatte bereits Ende April die Öffnung von Spielplätzen im Freien gefordert. Angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg seien diese gerade aufgrund von Schulschließungen wichtig für die Psyche der Kinder.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen Stufe 5, rot

Laut Stufenplan zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg fallen in Stufe fünf alle Bereiche des Alltags mit der größten Ansteckungsgefahr. Darunter fallen Großveranstaltungen wie Messen, Volksfeste, Kongresse und Vereinsfeste. Für den Innenbereich von Bars und Kneipen gibt es noch keine Lockerungspläne, ebensowenig wie für Diskotheken. Saunen und Wellnessbereiche müssen vorerst weiter geschlossen bleiben und auch für Musikfestivals, Konzerte, Kino, Theater, Oper und Ballett sind noch keine Lockerungen in Sicht. Gleiches gilt für Zuschauerbereiche von Sportveranstaltungen, Freibäder, Badeseen, Bolzplätze und Mannschaftssport. Hier werden Hygienekonzepte derzeit erst noch erarbeitet oder geprüft und es kann kein konkretes Datum für Lockerungen angegeben werden.

In einer Regierungserklärung Ende April hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Bürger angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg auf einen langen Alltag mit Covid-19 vorbereitet. In seiner Ansprache sagte Kretschmann, eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben, was noch viele Monate dauern könne. Bis dahin müsse man noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen.

Dass das vorsichtige Vorgehen der Landesregierung richtig ist, beweist der Fall Waldshut: Es wurde gemeldet, Waldshut sei als erster Landkreis in Baden-Württemberg „offiziell corona-frei“. Die Enttäuschung folgte sofort. Ein Experte des Landesgesundheitsministeriums erklärte BW24, warum das Coronavirus nicht einfach aus Baden-Württemberg verschwinden wird.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Fotografieren geht auch trotz Kontaktverbot

Auch wenn die Maßnahmen in Baden-Württemberg zunächst nur stufenweise gelockert werden, gibt es Beschäftigungen, die jetzt schon gefahrlos funktionieren. Das bewies Anfang Mai der Hobbyfotograf Silas Kollmann, als er nachts auf dem Wallberg ein beeindruckendes Foto der Milchstraße über Pforzheim schoss.

Rubriklistenbild: © Inga Kjer/dpa

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