25 Landkreise betroffen

Hochansteckende Corona-Mutationen: Immer mehr Fälle in Baden-Württemberg

  • Sina Alonso Garcia
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Erschreckende Entwicklung beim Coronavirus in Baden-Württemberg: Im Land tauchen immer mehr Fälle von Mutationen auf. Kein anderes Bundesland kommt auf so hohe Zahlen.

Stuttgart - Neue Fallzahlen beim Coronavirus in Baden-Württemberg geben Anlass zur Sorge. Wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) mitteilte, sind nach aktuellem Stand 115 Fälle von Corona-Mutationen im Bundesland entdeckt worden. Das Bundesgesundheitsamt meldete bundesweit bisher insgesamt 150 Fälle von Mutationen - wieso derartig viele davon gerade in Baden-Württemberg auftreten, ist noch unbekannt. 25 Stadt- und Landkreise sind von den Mutationen betroffen.

Laut des baden-württembergischen Gesundheitsamtes handle es sich in 62 Fällen um die Virusvariante B.1.1.7 aus Großbritannien, in 19 Fällen um die südafrikanische Variante B.1.351. Bei den übrigen Fällen sei die Mutation bereits nachgewiesen, eine genaue Typisierung stehe aber noch aus. Häufig würden die Mutationen von Urlaubern mitgebracht. 38 der 115 Fälle stehen laut dpa in Zusammenhang mit einer Auslandsreise. Auch in Stuttgart schleppte ein Ehepaar das mutierte Coronavirus aus Südafrika ein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Mutationen machen RKI Sorge: „Wir müssen noch mehr Ausbrüche verhindern“

Mitte Dezember erreichte die hochansteckende Corona-Mutation aus Südafrika Baden-Württemberg - dies war der erste bekannte Fall von B 1.351. Eine Familie aus dem Zollernalbkreis hatte sich die Infektion bei einer Urlaubsreise eingefangen. Laut Sozialministerium war die Familie am 13. Dezember von einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt. Ein erster Test nach fünf Tagen sei bei allen Familienmitgliedern zunächst negativ ausgefallen. Danach konnten jedoch bei einem zweiten Test sechs Virus-Nachweise bei sechs Personen aus drei Haushalten festgestellt werden.

Problematisch sind die Mutationen aus Südafrika und Großbritannien vor allem deshalb, weil sie als potenziell ansteckender als der herkömmliche Erreger sind, wie Experten vermuten. Gegenüber der Welt zeigte sich Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) besorgt: „Es werden immer mehr Fälle und Ausbrüche gemeldet. Das müssen wir verhindern.“ Wieler warnte deshalb vor einer zu schnellen Lockerung der aktuellen Corona-Regeln.

In Baden-Württemberg hat man sich aufgrund der Corona-Lage entschieden, Kitas und Schulen weiter geschlossen zu halten. Voraussichtlich bis mindestens zum 21. Februar. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem sich in einem Freiburger Kindergarten zahlreiche Menschen mit mutierten Coronaviren infizieren.

Rubriklistenbild: © Daniel Cole/dpa

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